In eigener Sache Warum Zeitung kein Selbstbedienungsladen ist

Leidenschaft, Freude, Zielstrebigkeit, Wissbegierde, Präzision - das alles ist nötig, um eine Tageszeitung zu gestalten. Foto: as

Beinahe täglich stellen wir beim Blick in die sozialen Medien fest, dass sich Artikel unserer Tageszeitungen offensichtlich einer großen Beliebtheit erfreuen. Auf Facebook und Co. entdecken Redakteure immer wieder sorgfältig kopierte, abgeschriebene, abfotografierte und eingescannte Zeitungsartikel - geteilt auf Pinnwänden und in öffentlichen Gruppen. Einsehbar in der Gänze und für jedermann kostenlos. Wenn das als Kompliment gemeint sein soll, geht der Schuss nach hinten los. Deswegen möchten wir an dieser Stelle einmal etwas in eigener Sache loswerden.

Es scheint vielen Menschen nicht bewusst zu sein oder es ist ihnen schlichtweg egal - Fakt ist jedoch: Ein auf Facebook eingestellter Zeitungsartikel (sei er abfotografiert, abgeschrieben oder eingescannt) stellt einen satten Urheberrechtsverstoß dar - wenn nicht vorher die Erlaubnis beim Rechteinhaber eingeholt wurde. Der Rechteinhaber ist in aller Regel der Verlag, bei dem der Artikel erschienen ist - also die Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung. Sollte der Verlag im Einzelfall nicht Rechteinhaber sein, kann er den erforderlichen Kontakt zum Rechteinhaber herstellen. Leider finden wir täglich Beispiele, bei denen niemand um Erlaubnis gebeten hat.

Auch ersetzt das bloße Nennen einer Quellenangabe nicht das Einholen der Erlaubnis. Darüber hinaus ist es keine Rechtfertigung, dass man selbst, der eigene Verein oder Ähnliches im Artikel vorkommt. Auch dann ist eine Veröffentlichung nur mit Erlaubnis möglich.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Wir freuen uns darüber, dass es offensichtlich viele Menschen gibt, die unsere Artikel für mitteilenswert halten. Wir machen Zeitung, weil wir etwas mitteilen wollen - mit viel Leidenschaft und professionell. Ja, wir leben davon. Viele von uns haben ein Studium durchlaufen, alle eine Ausbildung genossen. Wir machen Zeitung nicht aus Langeweile oder Wohltätigkeit, sondern weil das unser Beruf und unser Einkommen ist. Im Übrigen beißen wir auch (meistens) nicht und haben in der Regel noch nahezu jedem die Veröffentlichung eines Artikels zugestanden, sofern es mit Abstand zur Veröffentlichung in der Zeitung und mit Quellenangabe geschieht. Wir freuen uns auch, wenn Onlineartikel geteilt und geliked werden.

Wenn aber ungefragt nach unserem geistigen Eigentum gegriffen wird, ist das für uns keine Kleinigkeit. Wenn man als Leser eine Zeitung schätzt, sollte man sich überlegen, ob man nicht dazu beitragen will, sie zu erhalten - anstatt sie durch Gedankenlosigkeit oder schlicht Dreistigkeit zu zerstören.

Wenn man das geschriebene Wort schätzt, sollte man sich bewusst werden, wie Zeitungen, Bücher und Ähnliches eigentlich entstehen. Vielleicht sollte man einmal versuchen, selbst etwas zu formulieren - anstatt zu kopieren. Dann dürfte sich gleich offenbaren, dass das gar nicht so einfach ist. Vielleicht geht man sorgsamer mit Dingen um, wenn man erkennt, was hinter der Produktion steckt.

Übrigens: Ihre Tageszeitung gibt es neben der gedruckten Ausgabe auch als epaper. Darüber hinaus bieten wir Ihnen ausgesuchte Inhalte für Abonnenten auch auf idowa.plus.

 

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