Hessen Hinspiel als gutes Omen: Eintracht will Bayern erneut ärgern

Kölns Salih Özcan (r) und Frankfurts Sebastian Rode versuchen an den Ball zu kommen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild/dpa

Eintracht Frankfurt hat in diesem Jahr erst ein Pflichtspiel gewonnen. Die schwache Bilanz soll ausgerechnet gegen den Tabellenführer aus München aufgebessert werden. Mut macht der Überraschungscoup im Hinspiel.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Mit ein paar Psycho-Tricks hat Oliver Glasner die Profis der Frankfurter Eintracht auf das Topduell mit Rekordmeister Bayern München eingestimmt. "Ich habe den Jungs gesagt, ob sie sich daran erinnern können, was vor dem Hinspiel in München war. Damals habe ich gesagt, wir fahren nach München, um dort zu gewinnen. Alle haben gedacht, was erzählt der denn für einen Schwachsinn - und dann haben wir es geschafft", berichtete der 47 Jahre alte Trainer des hessischen Fußball-Bundesligisten am Donnerstag. "Deshalb habe ich ihnen das jetzt wieder gesagt. Das Motto ist klar: wir gehen in das Spiel, um es zu gewinnen."

Die Konstellation vor dem Heimspiel an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) ist ähnlich wie in der Hinrunde. Auch Anfang Oktober 2021 befand sich die Eintracht in der Bundesliga in einer Ergebniskrise, die sie mit dem 2:1 in München beendete. Das schwebt Glasner auch dieses Mal vor. "Wir wissen, dass die letzten Spiele nicht das Gelbe vom Ei waren. Das haben wir sehr klar und kritisch angesprochen", sagte der Österreicher und appellierte: "Wir können das nur verbessern, wenn wir gemeinsam nach vorne schauen und unseren Weg weitergehen."

Bei den jüngsten Niederlagen gegen Bielefeld, Wolfsburg und in Köln blieben die Hessen weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Glasner hofft daher auf einen gewissen Bayern-Effekt. "Für den Kopf sind solche Spiele vielleicht manchmal leichter, weil jeder weiß: Wenn du gegen die Bayern keine absolute Top-Leistung abrufst, wirst du als Verlierer vom Platz gehen", sagte er.

Ausgerechnet gegen die stärkste Offensive der Bundesliga um Top-Torjäger Robert Lewandowski fehlen den Frankfurtern zwei defensive Mittelfeldspieler. Kristijan Jakic ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt, Sebastian Rode fällt wegen einer Verletzung im Bauch- und Rippenbereich aus. Möglicherweise rückt Oldie Makoto Hasebe an die Seite von Djibril Sow. Der Schweizer forderte unabhängig von der personellen Besetzung: "Alle müssen die Schrauben wieder anziehen."

Ein großes Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Offensivspieler Daichi Kamada, der im Training unglücklich mit dem Knie gegen den Pfosten geprallt war und deshalb am Donnerstag bei der Übungseinheit fehlte. "Es besteht noch Hoffnung, dass wir ihn bis Samstag fit bekommen, aber die ist relativ klein", sagte Glasner.

Für das Duell mit dem Tabellenführer hat sich der Eintracht-Trainer zu Wochenbeginn bei einem kurzen Abstecher in die Heimat einen Matchplan zurechtgelegt. "Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht", berichtete er. "Jetzt schauen wir mal, ob ich die richtigen Einfälle hatte."

Das Vertrauen in die Mannschaft sei trotz der Rückschläge intakt. "Wichtig ist, dass wir die Jungs weiter unterstützen. Das tun wir", sagte Glasner. Ein weiterer wichtiger Faktor könnten die Fans sein. Immerhin 25.000 Zuschauer sind für die Partie zugelassen. Sow gab das Motto vor: "Wir möchten eine Leistung zeigen, auf die wir und die Fans stolz sein können."

© dpa-infocom, dpa:220224-99-269106/3

 
 
 

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