Handball-WM-Quali (Noch) kein Rotwein für Gislason

Im Hinspiel zur Handball-Weltmeisterschaft-Quali bricht Elias Ellefsen a Skipagotu (M.) von den Faröer durch die deutsche Abwehr und wirft frei auf das Tor. Foto: Frank Molter/dpa

Auf sein geliebtes Rotwein-Ritual verzichtete Alfred Gislason. Dem Handball-Bundestrainer, der nach großen und wichtigen Siege gerne ein Glas des edlen Tropfens genießt, stand trotz des praktisch sicheren WM-Tickets nicht der Sinn nach ausschweifenden Feierlichkeiten.

"Abgerechnet wird, wenn es vorbei ist", sagte Gislason nach dem souveränen, aber wenig glanzvollen 34:26-Erfolg der deutschen Handballer gegen die Färöer und nahm sofort das Rückspiel am Samstag (20.00 Uhr/zdf.de) in Torshavn ins Visier: "Das wird noch ein heißer Tanz da auf der Insel."

Bundestrainer mahnt zu Konzentration

Auch wenn die Spieler um Kapitän Johannes Golla kaum mehr Zweifel an der WM-Qualifikation hegen, warnte der erfahrene Coach: "Wir sind nicht durch, das ist klar." Am Samstag müsse sein Team "richtig Gas geben. Wir dürfen keinen unterschätzen und denken: 'Wir sind schon durch.' Das sind wir nicht."

Die Endrunden-Teilnahme, das weiß natürlich auch Gislason, dürfte auf der Dienstreise zur Inselgruppe im Nordatlantik kaum mehr in Gefahr geraten, doch der DHB-Coach will die Spannung in seiner Mannschaft unbedingt hochhalten: "Wir fahren dahin mit der Vorgabe zu gewinnen und besser zu spielen als im Hinspiel."

Wenig berauschender Hinspiel-Sieg

Tatsächlich war der Auftritt der deutschen Mannschaft am Mittwochabend in Kiel wenig berauschend - und drückte bei Gislason merklich auf die Stimmung. Anstatt den international bestenfalls zweitklassigen Gegner vor heimischem Publikum zu deklassieren, was in der zweiten Hälfte fraglos möglich gewesen wäre, schmolz das Polster am Ende noch auf acht Tore zusammen.

Vor allem die Abwehr präsentierte sich ungewöhnlich löchrig. 26 Gegentore bei 17 (!) gehaltenen Bällen von Torhüter Andreas Wolff sind einfach deutlich zu viel. Abstimmungsprobleme im Innenblock paarten sich mit Unkonzentriertheiten, die von den mutigen, aber keineswegs furchteinflößenden Fähringern konsequent ausgenutzt wurden.

"Vieles hat nicht so richtig gepasst"

Mit dem Resultat, auch das betonte Gislason, sei er "einverstanden, aber vieles hat nicht so richtig gepasst". Vor allem mit der Defensivleistung in der "ausbaufähigen" 6:0-Deckung haderte der Isländer, die 3:2:1 -Formation mit Youngster Julian Köster auf der Spitze habe "deutlich besser" funktioniert. Aber auch die "zehn technischen Fehler vorne" waren dem Bundestrainer "viel zu viel".

Immerhin: Bei Gislasons Sorgenkindern, den angeschlagenen Rückraumspielern Kai Häfner und Juri Knorr, gab es am Donnerstag Entwarnung. Während ein Einsatz von Häfner am Samstag sehr wahrscheinlich ist, konnte bei Juri Knorr allerdings noch kein grünes Licht gegeben werden.

Häfner und Knorr sind fraglich

Häfner gehörte mit seinen fünf Treffern im Hinspiel zu den besten Torschützen der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), Knorr sorgte mit seinen explosiven Zweikämpfen für frischen Wind in der zweiten Halbzeit. Einen möglichen Ausfall der beiden hatte Gislason nach dem Spiel als "Riesenproblem" bezeichnet.

 

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