Gaming Wegen Corona: So lief die Gamescom in diesem Jahr ab

Online statt offline: Menschenmassen gab es dieses Jahr bei der Gamescom keine. Die Veranstaltung konnte nur virtuell stattfinden. Die Organisatoren sind aber zufrieden. Foto: Oliver Berg/dpa

Von einem Rekord zum nächsten: So sahen in den vergangenen Jahren die Ergebnisse der Gamescom aus. Die größte Gamingmesse Europas und die zeitgleich stattfindende Entwicklerkonferenz Devcom zogen Hunderttausende Besucher an.

In diesem Jahr ist aber wegen Corona vieles anders. Da die Besuchermassen jegliches Hygienekonzept zunichte machen, entschlossen sich die Veranstalter zu einem gewagten Schritt: Die Veranstaltungen sollten rein virtuell stattfinden. "Und für uns als Konferenz hat das wunderbar geklappt", sagt Stephan Reichart, Geschäftsführer der Devcom. Die Zahlen sprächen für sich. Mehr als 2 000 virtuelle Besucher, 130 Speaker und Tausende Meetings und Vorträge. So viel zur Fachkonferenz. Bei der Gamescom zählten die Veranstalter insgesamt zehn Millionen Live-Zuschauer aus 180 Ländern.

Die größte Herausforderung war dabei, in ein paar Monaten ein Konzept aufzubauen, das die Offline-Veranstaltung ins Netz holt. Das Devcom-Team beschloss, die geplanten Vorträge vorzuproduzieren und die Konferenz auf zwei Wochen auszudehnen. Die Gamescom setzte auf Livestreams und eine enge Zusammenarbeit mit dem Gaming-Magazin IGN, das exklusiv Demos und Trailer übertrug und Entwickler interviewte.

Insgesamt nahmen die Fans das Angebot positiv auf. Auch wenn es Kritik gab, dass es auf der Gamescom in diesem Jahr keine großen Überraschungen gab.

In diesem rein virtuellen Jahr hatten die Veranstalter mit einem spezifischen Problem zu kämpfen: der Interaktion. Die steht im Mittelpunkt von solchen Messen. Online stellte sich das als nicht so einfach heraus. Allerdings sei man von Devcom-Seite darauf vorbereitet gewesen, sagt Stephan Reichart. Bei vielen Talks und Workshops bot man nach dem Video eine virtuelle Fragerunde an. Das habe wunderbar funktioniert - auch wenn es sich natürlich anders anfühlte als in den Vorjahren.

Bei der Gamescom gab es ein ähnliches Konzept. Demos und Neuvorstellungen gab es per Streams, die Entwickler standen aber bei einigen Spielen für Fragerunden zur Verfügung. Im virtuellen Indie-Bereich der Gamescom gab es zudem die Möglichkeit, einige der vorgestellten Spiele anzuzocken.

Insgesamt hat sich der rein virtuelle Aufwand also gelohnt. Heißt das, dass es auch im kommenden Jahr online weitergeht? "Auf jeden Fall", sagt Stephan Reichart. Die Erfahrungen hätten klar gezeigt, dass die Devcom als digitales Event ein weltweites Publikum erreichen konnte. Und: "Die Devcom wäre nicht die Devcom, wenn wir nicht bereits jetzt daran arbeiten würden, für die Veranstaltung in 2021 ein besonderes und ebenfalls neues Konzept für die Vermischung der Vorzüge beider Eventformen zu entwickeln." Heißt: Die Devcom gibt es nächstes Jahr als On- und Offline-Veranstaltung. Wie auch die Gamescom.

Nur weil die Gamescom virtuell war, heißt das nicht, dass es keine coolen Spiele gab. Diese fünf haben uns besonders interessiert:

"Dragon Age 4" (Bioware/EA)

Lange mussten die Fans der Computer-Rollenspielreihe auf ein Lebenszeichen der Entwickler warten - auf der Gamescom gab es endlich eines. Das etwas gebeutelte Spielestudio Bioware hatte zwar noch nicht allzu viele Inhalte zu bieten, aber eine Vision, wie "Dragon Age 4" aussehen soll. Persönlicher soll es werden und die Geschichte eines Charakters erzählen, der ausnahmsweise einmal keine große Macht in seinen Händen hält. Allein das und die Konzeptbilder haben unser Interesse geweckt.

"Little Nightmares 2" (Bandai Namco)

Ein finsteres Puzzlespiel in einem Stil, der den amerikanischen Filmemacher Tim Burton neidisch machen könnte: Damit wurde "Little Nightmares" ein Geheimtipp. 2021 sollen die Spieler erfahren, wie es mit dem kleinen Wesen Six weitergeht. Dieses Mal muss es sich aber nicht alleine zahlreichen finsteren Gestalten und gruseligen Puzzles stellen. Mit Mono hat es einen Freund und einen Verbündeten.

"Endling: Extinction is forever" (Handy Games/THQ Nordic)

Auch in diesem Jahr waren Indie-Games und kleinere Entwickler wieder stark auf der Gamescom vertreten. Wie interessant die Indie-Szene gerade ist, zeigt das Spiel "Endling: Extinction is forever". Da übernimmt der Spieler die Rolle der letzten noch lebenden Fuchsmutter, die in einer vom Mensch zerstörten Umwelt ihre drei Kinder großziehen muss.

"Lego Star Wars: Die Skywalker Saga" (Traveller's Tales/Warner Interactive)

Für einige Fans sind die "Lego Star Wars"-Spiele das eigentliche Highlight der Science-Fiction-Reihe. Ende 2020 wollen die Entwickler ihrer Bastel-Action-Spielereihe die Krone aufsetzen: Die neueste Version von "Lego Star Wars" soll die wichtigsten Szenen aller "Star Wars"-Filme enthalten und spielbar werden lassen - nur eben mit Lego-Figuren und ihrem eigenen Charme.

"Fall Guys - Season 2" (Mediatonic/Devolver)

Zugegeben, hier mogeln wir ein bisschen. Aber "Fall Guys" macht uns einfach zu viel Spaß! Umso mehr freut uns, dass die Entwickler auf der Gamescom den ersten Trailer zur zweiten Staffel des knuffigen Spiels gezeigt haben. Dieses Mal werden Parcours und Outfits mittelalterlich, wenn die "Fall Guys" beispielsweise versuchen, eine Spielzeugburg um die Wette zu erstürmen.

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