Rund eineinhalb Jahre hat die Stadtarchäologie am Pfarrplatz-Areal gegraben. Die Funde nennt Museumsleiter Prof. Dr. Moosbauer sensationell und bahnbrechend.

Wie haben die Straubinger im Mittelalter und der Neuzeit gebaut? Welche Materialien, welche Techniken haben sie verwendet? Diese Fragen können nun beantwortet werden: Denn erstmals in der Geschichte der Stadt ist eine durchgehende archäologische Schichtenabfolge seit der Neustadtgründung 1218 freigelegt worden - bei den Grabungen am Pfarrplatz-Areal.

Derzeit baut die Pfarrplatz GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Unternehmensgruppe Stoffel, auf dem Areal zwischen der Basilika St. Jakob und Unterm Rain. Hier entstehen drei Neubauten mit Wohn- und Büronutzung sowie eine zweigeschossige Tiefgarage. Ein denkmalgeschütztes Gebäude wird saniert.

"Der Investor ist sich der historischen Bedeutung dieses Ortes bewusst", sagte Beatrix Kramlinger, kaufmännische Geschäftsführerin der Pfarrplatz GmbH, bei der Pressekonferenz am Donnerstag im Gäubodenmuseum. Man habe seit Beginn des Projekts 2014 eng mit Denkmalschutzbehörden und Stadtarchäologie zusammengearbeitet.

Im ersten Moment, sagte Prof. Dr. Günther Moosbauer, Leiter des Gäubodenmuseums und der Stadtarchäologie, schmunzelnd, sei die Situation ein Albtraum gewesen. Bereits in den 1990er-Jahren und 2013 gab es Grabungen am Pfarrplatz-Areal. "Wir dachten, nur eine kleine Lücke schließen zu müssen." Die sensationellen Funde hätten die Grabungszeit vervielfacht und die Kosten explodieren lassen.

Doch das, was bei den Grabungen zwischen Oktober 2020 und Anfang 2022 zum Vorschein kam, sei bahnbrechend für die Straubinger Geschichte.