Freischreiben Ein Herz für Afrika: Ines Kiefl (19) über ihre beste Freundin Alicia Dachs

Liebe? Zu diesem Thema kam Autorin Ines Kiefl (19) ihre beste Freundin Alicia Dachs aus Grafenwiesen im Landkreis Cham in den Sinn. Sie wagte nach dem Abitur eine dreiwöchige Reise nach Kenia, bei der sie behinderten und verstoßenen Kindern zeigt, wie sich Liebe anfühlt. Im Interview erzählt sie, was sie dabei alles erlebt hat.

Wie war dein erster Eindruck direkt bei der Ankunft?

Ich wurde sehr herzlich begrüßt und von den Brüdern der Mission empfangen. Am nächsten Tag lernte ich Jaylet kennen, die mir während meiner Zeit in Kenia ihre Heimat zeigte und mich begleitete. Wir haben uns gut verstanden und ich war froh, sie zu haben.

Wo hast du dich während deines Aufenthalts überall engagiert?

Ich war in einer Schule und in einem Waisenhaus aktiv. Im Waisenhaus waren ungefähr 30 Kinder, davon waren die meisten schwerbehindert, saßen im Rollstuhl – wenn man das Gestell überhaupt so nennen kann –, hatten Epilepsie und ein Junge kratzte sich die eigenen Augen aus. Manche wurden auch von den Eltern verstoßen und würden ohne das Waisenhaus in den Slums verhungern.

Was waren deine Aufgaben im Waisenhaus?

Eigentlich hilft jeder jedem, was mich sehr beeindruckt hat. Dort ist es selbstverständlich, dass sogar sechsjährige Kinder dazuhelfen, bei allem, was gerade anfällt. Mir fiel es am Anfang sehr schwer und ich hatte erstmal Berührungsängste, auch weil ich nicht wusste, wie die Kinder auf mich als „Weiße“, wie sie mich immer nannten, reagieren würden und dieses herrschende Elend machte mich schon ab und zu emotional. Erst ekelte es mich sogar vor den Kindern, wenn man sie spucken und bluten sah, was wahrscheinlich auch normal ist als erste Reaktion. Nach der ersten Eingewöhnungsphase war das aber überhaupt kein Problem mehr für mich. Ich habe zum Beispiel die Wunden der Kinder verbunden und mir gar nichts mehr dabei gedacht.

Was war dein persönliches Highlight mit den Kindern?

Als ein Kind Geburtstag hatte und alle mitfeierten und gemeinsam Lieder gesungen und Kuchen gegessen haben, war ein besonderes Ereignis für mich. Und auch als ich den Kindern Malblöcke und Luftballons mitgebracht habe, konnten sie sich einen halben Tag damit beschäftigen. In Deutschland würde ein Luftballon bestimmt nicht für so große Freude und Aufregung sorgen. Diese ständige Dankbarkeit, die einem entgegengebracht wird, war eigentlich das Beste an der ganzen Reise.

Wie traurig war der Abschied?

Ich habe den Kindern einen Zitronenkuchen gebacken und die Freude war riesig. Ich habe dann natürlich geweint, weil mir alle sehr ans Herz gewachsen sind. Aber ich bekomme trotzdem noch ab und zu Bilder geschickt und weiß, wie es ihnen geht.

 
 

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