Formel 1 Neue Zeitrechnung: Hamilton eröffnet Jagd auf Verstappen

Max Verstappen will seinen WM-Coup vom Vorjahr wiederholen. Foto: Hasan Bratic/dpa

Die Formel 1 gibt sich radikal neu. Sorgt die Regel-Revolution für Überraschungen? Hamilton hat mit Verstappen eine Rechnung offen. Können Sebastian Vettel und Mick Schumacher nach vorne fahren?

Nach zwei Jahren Corona-Improvisation läutet die Formel 1 eine neue Ära ein. Ein neues Aerodynamik-Konzept soll die Rennen spannender machen. Wird Max Verstappen wieder Weltmeister?

Oder krönt sich Lewis Hamilton nach dem Frust-Finale von Abu Dhabi endlich zum Rekordchampion? Und wie schneiden Sebastian Vettel sowie Mick Schumacher nach Chaoswochen bei Haas ab? Die Formel-1-Saison hat 245 Tage Zeit für die Antworten.

Warum ist diese Saison so vieles anders?

Die Formel 1 will spannender werden. Deshalb hat sie ihr technisches Reglement überholt. Ein komplett verändertes Aerodynamik-Konzept soll dafür sorgen, dass mehr Zweikämpfe auf dem Asphalt möglich sind und auch das Überholen erleichtert wird. Im Idealfall wird der Ausgang eines Rennens unberechenbarer, weil auch Außenseiter ganz nach vorne fahren können. Das ist zumindest die Hoffnung der Formel-1-Bosse. "Ich bin sehr optimistisch für die Saison und denke, dass wir einige interessante Ergebnisse sehen werden", meinte Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn. Neu sind auch 18-Zoll-Reifen samt Radkappen, die die ballonartigen 13-Zoll-Reifen ablösen.

Hat der Ukraine-Krieg Auswirkungen auf die Formel 1?

Das Russland-Rennen in Sotschi wurde schon mal aus dem Kalender gestrichen. Auf absehbare Zeit wird es dort gar keinen Grand Prix geben. Die Formel 1 hofft weiter, "auf eine rasche und friedliche Lösung" nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Die Fahrer setzten bei den Testfahrten in Bahrain Friedenszeichen, indem sie unter anderem auf der Zielgerade der Rennstrecke in Sakhir ein Plakat mit der Aufschrift "No War" (Kein Krieg) entrollten. Weitere symbolische Akte dürften folgen. Mick Schumachers US-Team Haas trennte sich sogar vom russischen Titelsponsor Uralkali und dem zweiten Fahrer Nikita Masepin aus Russland.

Wer sind die WM-Favoriten in dieser Saison?

Als Weltmeister natürlich Max Verstappen. Der Niederländer von Red Bull konnte Lewis Hamilton im vergangenen Jahr die WM im kontroversen Finale von Abu Dhabi entreißen und drehte zum Test-Abschluss am Samstag die mit Abstand schnellste Runde. Verstappen startet diese Saison mit der Nummer 1 des Champions und will eine Ära prägen. Hamilton möchte das verhindern und seine achte WM gewinnen. Damit wäre er alleiniger Rekordchampion vor Michael Schumacher. "Ich fühle mich so frisch wie noch nie", befand Hamilton vor dem Saisonstart, äußerte aber nach den Tests Zweifel an der sofortigen Siegfähigkeit seines Rennstalls. Sein Mercedes-Team brachte die Konkurrenz in Bahrain aber schon mal mit einem Auto ohne echte Seitenkästen ins Staunen. Ein Geniestreich? Oder könnte sogar ein Ferrari mit Charles Leclerc oder Carlos Sainz die WM-Sensation schaffen?

Welche deutschen Piloten sind am Start?

Sebastian Vettel und Mick Schumacher. Vettel bestreitet seine zweite Saison mit dem englischen Werksteam Aston Martin. Der viermalige Weltmeister hofft auch mit dem neuen Teamchef Mike Krack, den er noch aus gemeinsamen BMW-Sauber-Zeiten kennt, auf die Rückkehr ganz nach vorne. Im Idealfall könne man "um Siege und Podestplätze" kämpfen, äußerte Vettel seine Hoffnung. In Nico Hülkenberg hat Aston Martin noch einen deutschen Ersatzfahrer. Mick Schumacher will nach einem Lehrjahr beim Hinterbänkler-Team Haas erstmals auch Punkte holen. Der Zoff mit den Masepins und Verzögerungen bei den Bahrain-Tests waren aber alles andere als eine optimale Einstimmung. Nach der Absetzung von Michael Masi als Rennleiter gibt es in Niels Wittich zudem einen Deutschen als Oberschiedsrichter der Formel 1.

Fährt die Formel 1 endlich wieder in Deutschland?

Die Formel 1 macht einen Bogen um Deutschland. Nürburgring und Hockenheimring haben durchaus weiter Interesse an dem Produkt, doch es ist ihnen schlicht zu teuer. In anderen Ländern helfen der jeweilige Staat oder private Investoren, um die millionenschweren Antrittsgagen zu bezahlen. In Deutschland müssen sich die Strecken selbst refinanzieren. Daher bleibt es vorerst dabei, dass der Nürburgring 2020 nur als Corona-Aushilfe einsprang. Die Formel 1 expandiert aber in anderen Ländern weiter. Im aktuell 22 Grand Prix umfassenden Kalender findet im Mai ein zweites USA-Rennen statt, wenn erstmals in Miami gefahren wird.

Wo läuft die Formel 1 im TV?

Das zweite Jahr in Folge gibt es alle Rennen nur für Kunden des Pay-TV-Senders Sky zu sehen. Im frei empfangbaren Fernsehen können Motorsport-Fans erneut nur vier Rennen bei RTL schauen. Der Kölner Sender beginnt am 24. April mit der Live-Übertragung vom Großen Preis der Emilia Romagna in Imola. Die weiteren Rennen des Free-TV-Senders sollen Silverstone (3. Juli), Zandvoort (4. September) und Sao Paulo (13. November) sein. RTL hat die notwendigen Sub-Lizenzen von Sky erworben.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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