Es ist die 68. Minute am vergangenen Sonntag im Spiel Leverkusen gegen Dortmund. Mit einem schnellen Konter geht der BVB in Führung. Das bringt Leverkusen-Trainer Roger Schmidt so in Rage, dass der Schiri ihn auf die Tribüne verweisen will. Doch trotzig wie ein Schulkind verweigert der Coach die Anweisung.

Erst nach einer längeren Unterbrechung geht das Spiel weiter. Das Urteil gegen den Leverkusen-Trainer steht mittlerweile fest: Die nächsten fünf Bundesliga-Spiele darf er nicht in den Innenraum des Stadions, zwei davon auf Bewährung – ein hartes Urteil, aber ein gerechtes.

Wie sich Roger Schmidt am Sonntag gegenüber Schiedsrichter Felix Zwayer verhielt, war eine Frechheit. Mit dem Finger auf den Boden zeigend wollte er den Unparteiischen zu sich zitieren. Dort sollte er dem Trainer erklären, warum er ihn auf die Tribüne schicken will. Felix Zwayer ging darauf nicht ein. Er beauftragte den Kapitän der Leverkusener, Stefan Kießling, den Platzverweis, an seinen Trainer zu überbringen. Eine völlig berechtigte Handlung. Denn der Schiedsrichter kann seine Entscheidung erklären, muss es aber nicht. Und bei dem aufgebrachten Coach an der Seitenlinie wollte der Unparteiische daher auf Distanz bleiben.

Auch in niedrigeren Ligen stehen Schiedsrichter unter Druck. Sie machen ihren Job größtenteils ehrenamtlich und werden zum Teil jedes Wochenende beschimpft, im schlimmsten Fall sogar körperlich angegangen. Was für ein Vorbild ist ein Bundesliga-Trainer, der sich minutenlang dem Schiedsrichter widersetzt? Zwar gab Roger Schmidt nach dem Spiel zu, dass er zu stur war. Doch mit seinem Verhalten hielt er den Schiedsrichter zum Narren und riskierte damit sogar einen Spielabbruch.

Die Strafe für den Leverkusen-Trainer ist gerecht. Sie macht deutlich, was wohl nicht jedem klar ist. Auf dem Spielfeld ist der Schiedsrichter der Chef. Seine Anweisungen muss jeder befolgen – auch der Trainer.