Exportwirtschaft Bayerns Auto-Exporte um mehr als elf Prozent im Minus

, aktualisiert am 04.11.2019 - 17:45 Uhr
Viele der Container mit bayerischem Exportgut gehen mittlerweile nach Übersee: Die Vereinigten Staaten und China sind die wichtigsten Abnehmer für bayerische Maschinen. (Symbolbild) Foto: dpa

Das Zugpferd der bayerischen Industrie schwächelt offenbar. In der Statistik für 2018 liegt die Auto-Branche mit ihren Auslands-Umsätzen zum ersten Mal seit Jahren nur noch auf Rang zwei, hinter dem Maschinenbau. Insgesamt schrumpften Bayerns Exporte 2018 um 0,1 Prozent.

Bayerns Exportwirtschaft ist im Jahr 2018 leicht geschrumpft. Das besagen aktuell veröffentlichte Zahlen des Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung. Demnach exportierte der Freistaat 2018 Güter im Gegenwert von gut 190 Milliarden Euro. Das sind 0,1 Prozent weniger als im Jahr davor.

Die Vereinigten Staaten, die Volksrepublik China und die Republik Österreich waren die wichtigsten Exportländer der bayerischen Wirtschaft, die Volksrepublik China, Österreich und die Tschechische Republik die wichtigsten Importländer. Im Verfolgerfeld dahinter hat sich laut Statistik wenig getan: Frankreich und das Vereinigte Königreich tauschten lediglich die Plätze vier und fünf – wobei Frankreich einen Platz nach vorn rückte.

Bayerns Autoindustrie nicht mehr "Export-Spitze"

Überraschend: Die Auto-Industrie ist nicht mehr unangefochten an der Spitze der bayerischen Exportwirtschaft: Exportgut Nummer eins waren 2018 erstmals Maschinen. Der Export von "Personenkraftwagen und Wohnmobilen" hatte mehr als 11 Prozent seines Volumens eingebüßt und lag mit gut 32,5 Milliarden Euro nur noch auf Rang zwei. Auf dem dritten Platz liegen weiterhin Auto- und andere Fahrzeugteile. Deren Gesamt-Exportwert blieb im Vergleich zum Jahr 2017 nahezu gleich mit etwa über 15 Milliarden Euro.

Zurückgegangen ist gleichzeitig der Import von Autos und anderen Fahrzeugen nach Bayern. Wie die Statistiker ausweisen, fiel der Gegenwert der nach Bayern importierten Fahrzeuge im Jahr 2018 unter die Marke von 10 Milliarden – damit lagen die Auto-Importe um knapp sechs Prozent unter dem Vorjahreswert.

Aufgrund der Krise auf dem Automobilmarkt erwarten Wirtschaftsexperten für das kommende Jahr deutlich mehr Arbeitslose im Freistaat.

VDA sieht „keine Krise“ der Automobilindustrie

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) macht für diese Entwicklung mehrere Faktoren verantwortlich. Wie Eckehart Rotter von der Pressestelle des VDA im Gespräch mit idowa sagte, drücken Handelskonflikte wie der zwischen den USA und China die Exportzahlen. Aufgrund der wirtschaftlichen Belastungen für beide Länder stehe der Bevölkerung weniger Kaufkraft und Konsumpotenzial zur Verfügung. Ebenso verhalte es sich mit dem Brexit.

„Wir erleben aber auch eine Verschiebung der Nachfrage“, erklärt Eckehart Rotter: „Bei viele Konzernmarken, die in großen Stückzahlen ausgeliefert werden, sind die Fertigungsstätten nicht in Deutschland. Als Beispiel ist BMW zu nennen. Der Konzern fertigt seine SUV-Linie nicht in Deutschland, deshalb tauchen diese Autos auch nicht in den deutschen oder bayerischen Exportbüchern auf.“ In jüngerer Zeit habe sich die Nachfrage zugunsten dieser Modelle verschoben. Von einer Krise der Automobilindustrie möchte Rotter nicht sprechen: „Im Gegenteil – der Markt brummt. Aber es gehen weniger Einheiten in den Exportmarkt.“

China gewinnt weiter an Bedeutung

Der größte Anteil an den Exporterlösen kommt nach aktueller Aufstellung aus Europa: Rund 122 Milliarden Euro verdienten die bayerischen Firmen mit Exporten auf dem europäischen Kontinent, etwa die Hälfte davon kam aus Ländern, die den Euro haben.

Das Wachstum allerdings scheint sich eher zugunsten der Übersee-Partner zu verschieben. Der Außenhandel mit China schlägt für das Jahr 2018 mit knapp 17 Milliarden Euro zu Buche, das sind 5,3 Prozent mehr als im Jahr davor. Für die Exporte in die Euro-Zone wiesen die Statistiker Zuwächse von unter einem Prozent aus.

Bayerns Importe stiegen im Vergleich zu 2017 um gut fünf Prozent. Sie machten einen Gesamtwert von knapp 189 Milliarden Euro aus. Das Wirtschaftsgut mit den größten Zuwachsraten: Erdöl und Erdgas. Davon wurden 2018 Einheiten im Wert von gut 12 Milliarden nach Bayern eingeführt – mehr als ein Viertel mehr als im Jahr 2017.

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