Eishockey-Straubing atmet durch Derbysieg! Tigers retten entscheidende Führung über die Zeit

Die Straubing Tigers besiegen die Gäste aus Augsburg mit 3:2. Foto: fotostyle-schindler.de

Die Tigers spielten sich die letzten Spieltage immer tiefer in die Krise. Am Sonntag gab es die Chance auf Revanche gegen die Augsburger Panther vor heimischem Publikum. Besser als Hosen-Sänger Campino hätte man es nach dem Abpfiff wohl nicht beschreiben können, der in seinem Hit "Tage wie diese" anstimmte: "Ich wart´seit Wochen auf diesen Tag"...

Es lief zuletzt alles andere als gut bei den Straubing Tigers. Die Kufencracks um Trainer Larry Mitchell trafen am Sonntag auf die Augsburger Panther. Betrachtet man die erste Begegnung mit dem bayerischen Derbygegner, versprach das Spiel jede Menge Spannung – und Tore. Mit 4:3 wurden die Tigers damals aus Augsburg nach Hause geschickt. Eins war klar: Die Hausherren, seit dem 13. November gegen München sieglos unterwegs, brauchten wieder ein Erfolgserlebnis. Um sich nicht auf dem vorletzten Tabellenplatz zu verewigen. Grund genug für ein ausverkauftes Stadion am Pulverturm - könnte man meinen. Doch trotz der Bedeutung des Spiels waren einige leere Plätze zu sehen. Einen blauen Stuhl belegte allerdings niemand geringerer als Connor James. Der diesjährige Neuzugang und bislang fünffacher Torschütze wurde von Mitchell nicht aufgestellt und konnte nur tatenlos neben knapp viertausend anderen Menschen zusehen.

Gästetrainer Mike Stuart sprach in der anschließenden Pressekonferenz von einem "hart umkämpften Spiel", in dem die Tigers eben ein paar entscheidende Zweikämpfe mehr gewinnen konnten. Larry Mitchell warf zu Beginn seines Statements die Frage in den Raum, wie komisch dieser Sport manchmal sein kann. Als Freund der Zahlen gab er die Chancenverwertung zu bedenken, die diesmal sehr gut war, während man in den letzten Wochen meist mehr Chancen erspielen konnte und trotzdem leer ausging.

Schon die ersten Minuten zeigten, was für beide Mannschaften hier auf dem Spiel stand. Nach nicht einmal zwei Minuten musste auf beiden Seiten das Tor jeweils einmal wieder auf seinen Platz gerückt werden, so brannte es vor den Torhütern. Sean O'Connor, in Szene gesetzt von Blaine Down, hatte früh die Chance, an seine Ausbeute im Spiel gegen Schwenningen (2 Tore) anzuknüpfen, scheiterte aber an Augsburger Goalie Benjamin Meisner. Down und Denny Urban waren es , die von Anfang an viel Zug nach vorne entwickelten. Im ersten Powerplay für die Hausherren gab es zwar mehrmals Rudelbildung vorm Tor der Gäste, untergebracht wurde die Scheibe aber noch nicht.

Abschlüsse nicht genau genug

Insgesamt wurde die Partie mit der Zeit etwas chaotischer. Die Defensivreihen machten beide den Eindruck, teilweise Probleme mit der Zuordnung zu haben, wodurch sich immer wieder Schussgelegenheiten ergaben – die Abschlüsse jedoch zu harmlos für Meisner und Climie. Auch die zweite Überzahl der Tigers war schlichtweg nicht zwingend genug, führte aber trotzdem zum ersten Treffer der Partie. Maury Edwards versuchte es wiederholt aus der Distanz, wobei der dritte scheinbar unmögliche Schuss den Weg ins Gehäuse fand.

Der zweite Abschnitt begann mit der schnellen Augsburger Antwort. Die Gäste fackelten nicht lange und schienen die Tigers mit ihrem druckvollen Spiel auf dem falschen Fuß zu erwischen. Daniel Weiß nutzte die Gunst der Stunde und staubte vor Climie unhaltbar ab. Dadurch wurde der Gästeblock aus dem Tiefschlaf gerissen und das Pfeifkonzert im Tigers-Block war eröffnet. Nach dem Ausgleich zogen die Gäste alle Register und spielten deutlich schöneres Eishockey, als im ersten Drittel. Beim nächsten Ausflug eines Panthers auf die Strafbank wendete sich das Blatt wieder und die Tigers zeigten endlich ihr aggressives Powerplay-Gesicht. Mit Mühe und Not konnten Meisner und seine Männer die erneute Heimführung verhindern.

Wenig später besorgte Thomas Holzmann mit einem starken Konter-Solo dann die eigene Führung. In erneuter Straubinger Überzahl fiel der Treffer zum 2:1 für die Gäste – der Unmut der Zuschauer darüber war vorprogrammiert. Auch dieser schlug wenig später schon wieder in helle Begeisterung um , als Dylan Yeo mit einem beherzten Distanzschuss das 2:2 markierte.

 

Endlich ist der EHC wieder da! Die Straubing Tigers gewinnen mit 3 zu 2 gegen die Augsburger Panther und machen einen...

Posted by Straubing Tigers on  Sonntag, 6. Dezember 2015

Drittes Drittel hatte es in sich

Erste Akzente setzten im Schlussdrittel eher die Straubinger. Nachdem das Schiedsrichtertrio einen Augsburger zu viel auf dem Eis gesehen hatte und folgerichtig auf eine weitere Zeitstrafe entschied, gerieten die Gäste wieder mächtig unter Druck. Ausgerechnet Torjäger Steven Zalewski vergab dann aber die große Chance auf das 3:2, als er alleine vor Meisner auftauchte.

Als es auf die letzten zehn Minuten zuging, herrschte vor beiden Gehäusen wieder ordentlich Trubel. Jeder, der seine Eiszeit bekam wollte den mit einem fünften Tor für eine kleine Vorentscheidung sorgen. Somit hatten beide Schlussmänner buchstäblich alle Hände voll zu tun. Einen Schuss aus spitzem Winkel von halblinks bekam der Mann im Kasten der Gäste jedoch nicht mehr zu fassen. Zalewski machte seine verpasste Torchance zuvor wieder gut und besorgte die nächste Führung – 3:2.

Jetzt wurde es wild. Die Panther setzten alles daran, sich in den letzten Minuten noch in die Overtime zu retten, während sich die Tigers in alles reinwarfen, in das man sich reinwerfen konnte. Unter den angespannten Rufen der Zuschauer gelang es ihnen am Ende auch die Augsburger bei zwei Treffern auf der Haben-Seite zu halten. Die Revanche war geglückt, der erste Straubinger Sieg seit über drei Wochen perfekt.

Ergebnis: 3:2 (1:0/1:2/1:0)

Tore: 1:0 (17:18) Edwards (Yeo); 1:1 (22:36) Weiß (Bettauer, Grygiel) ; 1:2 (34:50) Holzmann (Mancari, Dinger); 2:2 (38:27) Yeo ; 3:2 (52:43) Zalewski

Strafminuten: 6:12

Zuschauer: 3949

So spielten die Tigers: Climie, Strahlmeier; Osterloh, Yeo; Dotzler, Edwards; Madaisky, Urban, Ondruschka, Jobke; Schönberger, Brandl, Röthke; Hedden, Connolly, Bayda; Down, Zalewski, O'Connor; Höfflin, Hinterstocker

 

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