Eis voraus in Ostbayern Temperaturrekorde: So frostig werden die Eisheiligen

Die „Eisheiligen“ stellen das Wetter sprichwörtlich auf den Kopf – in diesem Jahr soll der Temperatursturz sogar besonders heftig ausfallen. (Symbolbild) Foto: Stefan Karl

Mitten im Wonnemonat kommt fast jedes Jahr mit den „Eisheiligen“ eine frostige Episode, teils mit Nachtfrost und viel Regen. Doch dieses Jahr haben es die „gestrengen Herren“, wie sie auch genannt werden, in sich: Martin Bohmann von der Wetterstation Eggerszell rechnet damit, dass einige Temperaturrekorde fallen.

„Das wird auf jeden Fall sehr spannend. Es kann gut sein, dass dieses Jahr einige Temperaturrekorde fallen. Wir rechnen an den ‚Eisheiligen‘ mit Temperaturen bis zu Minus fünf Grad und ergiebigem Niederschlag. Es kann gut sein, dass es bis hinab ins Donautal schneit“, sagt Martin Bohmann im Gespräch mit idowa. Ein Satz hinterher: „Da werden wir auf jeden Fall nochmal Scheiben kratzen müssen.“

Laut Bohmanns Wetterbeobachtungen bringt das Wochenende beinahe sommerliche Temperaturen, bevor am Montag der Temperatursturz kommt: „Wir kriegen da auf jeden Fall Polarluft. Für den Montag ist Dauerregen angesagt, der einmal quer durch die Region zieht. Wenn es dazu noch in der Nacht aufklart, wird es richtig kalt.“ Bodenfrost sei so gut wie sicher, an vielen Stellen erwartet Bohmann sogar Luftfrost. Bis jetzt hatte der Temperaturrekord an der privaten Wetterstation in Eggerszell um die Eisheiligentage herum bei 0,2 Grad plus gelegen. Laut Bohmann könnten überall in Ostbayern zu den Eisheiligen neue Kälterekorde aufgestellt werden.

Zeitweise könne es richtig winterlich aussehen in der Region – auch wenn der Schnee nicht mehr liegen bleibt. Dafür seien die Böden schon zu warm, erklärt Bohmann.

Pflanzen in Sicherheit bringen

Laut Prognose werden die Nächte auf Dienstag, Mittwoch und Donnerstag frostig, teilweise mit Temperaturen unter 0. An den Tagen bleibt es wohl einstellig, was sich nach den warmen Maitagen sehr frisch anfühlen wird: „Die Winterjacke sollte man auf jeden Fall noch nicht wegpacken“, sagt Martin Bohmann.

Definitiv wegpacken oder besser, in Sicherheit bringen sollte man allerdings alle nicht-winterharten Pflanzen. Martin Bohmann rät dazu, auch die schon ausgewinterten Pflanzen wieder nach drinnen zu holen. Sonst sei es wahrscheinlich, dass die zarteren Gewächse den Kältetod sterben.

Was sich anhört wie eine schrullige Bauernregel, ist längst wissenschaftlich bestätigt: Meteorologen erklären das Phänomen thermodynamisch: Unter der bereits kräftigen Frühlingssonne erwärmt sich das Festland schneller als das Meer. Wenn der Temperaturunterschied zu groß wird, „saugen“ die warmen Luftmassen die kalte Luft aus dem Norden förmlich an und bringen das, was viele als letztes Aufbäumen des Winters in der Region empfinden.

Nach „Sophie“ geht es meist aufwärts

Das Phänomen fällt meist in die Zeit der Festtage der Heiligen Pankratius, Servatius, Bonifatius und der legendären „kalten Sophie“ vom 12. bis zum 15. Mai. So geschieht es fast jedes Jahr. Doch das Jahr 2020 verspricht auch in meteorologischer Hinsicht ein Ausnahmejahr zu werden.

Viele Wetterdienste rechnen für die kommende Woche mit Durchschnittstemperaturen von etwa zwölf bis 15 Grad und halten eine Abkühlung zwischen dem 11. bis zum 14. Mai für wahrscheinlich. Damit hätten sich gleichermaßen Bauernregel und Wetterforschung bestätigt: Die Eisheiligen haben ihre Festtage zwischen dem 12. und dem 15. Mai. Das Finale der Abkühlung ist in der Regel die „kalte Sophie“, bei der es meistens mit den Temperaturen schon wieder aufwärts geht.

Auch mit der gewissen Schwankungsbreite, die langfristige Wettervorhersagen an sich haben, scheint eines klar: Ostbayern muss sich dieses Jahr warm anziehen zu den Eisheiligen.

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