Einreise, Testpflicht, Impfnachweis Was in europäischen Ländern derzeit gilt (Stand: 19. Juli)

Wandern in den Bergen, Sonnen am Strand, spontane Städtereisen: Nach den zähen Lockdown-Monaten könnte der Sommer für Urlauberinnen und Urlauber so schön sein - wäre da nicht die Deltavariante, die sich in Europa immer weiter ausbreitet. Ein Überblick, was bei der Reiseplanung zu bedenken ist:

Baltische Staaten

Estland, Lettland und Litauen haben ihre lange strengen Corona-Regeln stark gelockert. Das öffentliche Leben hat sich inzwischen weitgehend normalisiert. Weiter gibt es aber Corona-Auflagen in vielen Bereichen - teils mit Vorrechten für nachweislich Geimpfte und Genese. Zugleich ist eine zunehmende Verbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus und eine Verlangsamung der Impfungen zu beobachten. Bislang wurden deshalb aber noch keine neuen Einschränkungen vorgenommen.

Wer von Deutschland oder aus anderen EU-Ländern einreist, muss sich registrieren. Je nach Infektionslage im Herkunftsland muss gegebenenfalls ein negativer Corona-Test vorgelegt werden und gilt teils auch eine Quarantänepflicht. In Estland sind Einreisende aus Deutschland von beiden Verpflichtungen befreit, in Lettland müssen Nicht-Geimpfte und in Litauen sämtliche Einreisende einen negativen Corona-Test vorweisen. Bei der Rückreise per Flugzeug nach Deutschland besteht die Pflicht zur Vorlage eines negativen Tests.

Belgien

Reisen nach Belgien sind derzeit möglich. Man muss offiziellen Angaben zufolge jedoch ein Einreiseformular ausfüllen. Wer aus einem Gebiet mit höheren Infektionszahlen kommt, muss unter Umständen in Quarantäne, kein deutsches Bundesland gilt aber derzeit als Risikogebiet. Die Zahl der Neuinfektionen ist in dem Land zuletzt stark gestiegen. Das liegt laut dem Sprecher des belgischen Gesundheitsamts Sciensano, Yves Van Laethem, vor allem an der Delta-Variante, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Jüngsten Zahlen zufolge waren innerhalb einer Woche durchschnittlich gut 1.000 Neuinfektionen pro Tag gezählt worden - eine Steigerung von 84 Prozent im Vergleich zur Woche zuvor. Die Delta-Variante macht laut Belga rund 63 Prozent aller Neuinfektionen aus. Die nächste Sitzung des belgischen Corona-Ausschuss ist für nächste Woche vorgesehen. Dann wird über mögliche Schritte angesichts der aktuellen Situation beraten.

Bulgarien

Das Urlaubsland am Schwarzen Meer ist aus deutscher Sicht kein Risikogebiet. Deutsche Touristen müssen bei der Rückkehr aus Bulgarien nicht in Quarantäne. Geimpfte, getestete und von Covid-19 genesene Reisende aus den meisten EU-Staaten dürfen mit einem der drei möglichen Zertifikate einreisen. Touristen aus Spanien und Zypern sowie Russland müssen aber unbedingt einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Geimpfte haben keine Vorrechte. Die Impfquote ist bei fast 12,3 Prozent vollständig Geimpften im EU-Vergleich sehr niedrig.

Die Gastronomie und Hotellerie sowie Kultur- und Sporteinrichtungen sind für alle Kunden geöffnet. An den Eingängen wird nicht kontrolliert, ob ein Besucher geimpft, von Covid-19 genesen oder getestet ist. Die Verbreitung der Delta-Variante in dem südosteuropäischen Land ist sehr gering. Abgesehen von der seltenen Einschätzungen von Experten ist eine vierte Corona-Welle überhaupt kein Thema. Die Maskenpflicht entfiel für Teams aus nur geimpften Mitarbeitern etwa in Läden oder Büros. Kunden von Supermärkten, Läden, Apotheken und Banken sowie Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Diese Regel wird allerdings nicht immer eingehalten.

Dänemark

Angetrieben von der dänischen EM-Euphorie schießen die Neuinfektionszahlen gerade in die Höhe. Vor allem jüngere Erwachsene in Kopenhagen und Aarhus stecken sich im Moment mit dem Coronavirus an. Mehr als jede zweite analysierte Infektion weist die Delta-Variante auf. Grund zur Unruhe sehen die Dänen trotzdem derzeit noch nicht: Im Land ist weiterhin alles bis auf die Diskotheken offen. Eine Maskenpflicht gibt es seit einigen Wochen nicht mehr – einen Mund-Nasen-Schutz muss man nur noch tragen, wenn man in Bus oder Bahn steht.

Deutsche können selbst dann in Dänemark Urlaub machen, wenn sie noch nicht geimpft sind. An der Grenze müssen sie aber einen negativen Corona-Test vorzeigen, ein Schnelltest reicht. Vielerorts im Land, etwa im Restaurant oder Museum, muss man negative Tests oder Nachweise über Impfungen und überstandene Infektionen vorlegen können. Wer von der dänischen Hauptstadtregion auf dem Landweg nach Deutschland einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss wieder einen Corona-Test machen. Auch die zum dänischen Königreich zählenden Färöer-Inseln sind jetzt Risikogebiet.

Frankreich

In Frankreich sind viele Einrichtungen mit Hygienebestimmungen offen, dazu gehören Geschäfte, Kinos oder Schwimmbäder. Die Delta-Variante ist in dem Land vorherrschend. Aus Angst vor einer neuen Welle hat Staatschef Emmanuel Macron zu Wochenbeginn strengere Corona-Regeln verhängt. Ab Mittwoch, 21. Juli, gibt demnach es nur noch mit Impf-, Test- oder Genesungsnachweis Zugang zu Kultureinrichtungen. Ab August soll das auch für Fernzüge, Reisebusse, Cafés, Restaurants und Einkaufszentren gelten; Kinder sind von der Regelung bis Ende August ausgenommen. Die Impfungen sollen damit voran getrieben werden. Über die Hälfte der französischen Bevölkerung ist mindestens einmal geimpft.

Für Reisende aus Deutschland und anderen Ländern reicht zur Einreise ein aktueller Schnelltest. Auch mit einem Impfnachweis können Menschen einreisen. Ausländische Touristen müssen im Land für Tests zahlen - für einen PCR-Test werden 49 Euro fällig, für einen Antigen-Schnelltest 29 Euro. Wer aus Frankreich auf dem Landweg zurück nach Deutschland reist, muss keine Einreisebeschränkungen beachten. Bei Flugreisen muss ein negativer Test, ein Impf- oder Genesungsnachweis vorgezeigt werden.

Griechenland

In Griechenland steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen derzeit an - nicht so sehr wegen der Deltavariante, sondern weil das Nachtleben gelockert wurde und viele junge Leute feiern, die noch nicht geimpft sind. Die Regierung hat deshalb eine Art Tanzverbot erlassen: In Bars und Clubs dürfen die Gäste nur noch sitzen. Außerdem dürfen sich in geschlossenen Räumen von Gastro, Kinos und Theatern nur noch geimpfte Menschen aufhalten.

Seit Sonntag, 18. Juli, gilt das Land laut Auswärtigem Amt außerdem wieder als Risikogebiet.Wer aus dem Urlaub in Griechenland zurückkehrt, muss entweder getestet, genesen oder geimpft sein. Vor der Einreise müssen Griechenland-Besucher auf der Website https://travel.gov.gr/#/ ihre Daten angeben und erhalten einen QR-Code zur Nachverfolgung. Außerdem müssen sie bei der Einreise einen negativen Schnelltest vorlegen oder voll geimpft sein. Das gilt auch für Kinder ab zwölf Jahren.

Großbritannien

Trotz niedriger Fallzahlen bleibt Deutschland auf der "gelben" Reiseliste des Vereinigten Königreichs. Das bedeutet: Reisende müssen nach Ankunft mindestens fünf Tage in häusliche Quarantäne und auf eigene Kosten zwei Corona-Tests machen. Nur Menschen mit Wohnsitz in Großbritannien sind davon ausgenommen. Wer dennoch fährt, auf den wartet seit Montag, 19. Juli, an ein fast normales Leben - zumindest im größten Landesteil England. Denn dort fielen fast alle Corona-Restriktionen: Abstandsregeln und Maskenpflicht wurden aufgehoben, Nachtclubs dürfen öffnen, für Veranstaltungen gibt es keine Zuschauerbegrenzung mehr.

Das sorgt allerdings vielerorts für Aufregung. Im öffentlichen Nahverkehr droht ein Flickenteppich. So hält die Stadt London etwa an der Maskenpflicht in Bahnen und Bussen fest. Und auch die anderen Landesteile Wales und Schottland, in denen langsamer gelockert wird, schreiben weiterhin Mund-Nase-Bedeckungen vor.

Kritik gibt es generell am Öffnungskurs von Premierminister Boris Johnson. Wegen der hochansteckenden Delta-Variante ist die Zahl der Neuinfektionen wieder sprunghaft gestiegen, erstmals seit Januar wurden an einem Tag mehr als 40.000 Fälle registriert, die Inzidenz für sieben Tage lag zuletzt bei mehr als 310 pro 100.000 Einwohner. Allerdings steigt die Zahl der Einlieferungen ins Krankenhaus und der Todesfälle deutlich weniger stark als in vorherigen Wellen - ein Erfolg der fortgeschrittenen Impfkampagne.

Irland 

Auch Irland hat am Montag, 19. Juli, seine Regeln für Reisende gelockert. Mit Nachweis eines digitalen EU-Impfzertifikats fallen die Vorschrift eines negativen PCR-Tests und die Quarantänepflicht weg. Für Reisende aus Ländern mit besonders hohen Corona-Fallzahlen oder gefährlichen Varianten gilt weiter verpflichtende Isolation im Hotel. Deutschland hat mehrere irische Regionen als Risikogebiete eingestuft, bei Rückkehr von dort muss innerhalb von 48 Stunden ein negativer Test oder ein Impfnachweis vorgelegt werden - den es aber für eine Rückkehr per Flieger ohnehin braucht.

Italien

In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt wieder leicht gestiegen, die der täglichen Toten mit dem Virus ist weiter niedrig. Die Delta-Variante breitet sich nach Einschätzung der Gesundheitsexperten weiter aus. Es gelten aber vorerst lockere Corona-Regeln. Die Maskenpflicht im Freien ist entfallen. Allerdings muss jeder den Schutz tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, man mit Bus und Bahn fährt oder sich in Innenräumen aufhält. Wer nach Italien reist braucht einen Nachweis über Impfung, Genesung oder ein negativer Test. Wer auf dem Landweg nach Deutschland zurückreist, muss keine Beschränkungen beachten.

Kroatien

Das beliebte Urlaubsland verlangt seit dem 1. Juli von Reisenden das EU-weit gültige Corona-Zertifikat, unabhängig davon, woher sie kommen. Akzeptiert werden aber auch die von den einzelnen Ländern ausgestellten Bescheinigungen, die belegen, dass der Betroffene geimpft, genesen oder getestet ist. Die Hotels empfangen Gäste hingegen ohne Einschränkungen. Gaststätten dürfen Menschen in ihren Innenbereichen bewirten, ausgenommen sind Cafés ohne Speisenangebot, die nur draußen bedienen dürfen. Deutschland hat die Küstenregion Zadar als Risikogebiet eingestuft, bei Rückkehr von dort muss innerhalb von 48 Stunden ein negativer Test oder ein Impfnachweis vorgelegt werden.

 
 
 

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