Asbest-Abfälle illegal entsorgt? Hengersberger Baufirma äußert sich zu Durchsuchungen

Ein Bauunternehmen aus dem Kreis Deggendorf steht unter Verdacht, Abfälle und Schutt über Jahre hinweg illegal entsorgt zu haben. (Symbolbild) Foto: Zitzelsberger

Ein Bauunternehmen aus dem Landkreis Deggendorf steht im Verdacht, über Jahre hinweg Schutt und Abfälle illegal entsorgt zu haben. Darunter soll auch mit Asbest und PCB belastetes Material gewesen sein. Deshalb fanden am Donnerstag mehrere polizeiliche Durchsuchungen statt, zu denen sich die betroffene Firma nun äußert.

Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung der Behörden vom Donnerstagmittag richten sich die Ermittlungen gegen mehrere Verantwortliche der Karl-Bau GmbH mit Firmensitz in Hengersberg, die etwa für die Errichtung des Karl-Turms in Deggendorf bekannt ist. Den Beschuldigten wird zur Last gelegt, bei mehreren Baumaßnahmen im südbayerischen Raum in den vergangenen Jahren verschiedenes belastetes Material illegal entsorgt zu haben. Offenbar, um so die Kosten einer ordnungsgemäßen Entsorgung zu sparen. Laut Polizei soll es um mehrere Millionen Euro gehen.

Bei einem nicht unerheblichen Teil der Abfälle habe es sich um Material, das zum Teil aus pechhaltigem Straßenaufbruch bestand, gehandelt. Unter den Abfällen soll aber auch mit Asbest und PCB belastetes Material gewesen sein, so die Polizei. Etwaige Auswirkungen auf die Umwelt werden aktuell noch geprüft. 

Die Polizei hat am Donnerstag mehrere Büro- und Geschäftsräume der Firma sowie die Wohnung eines Tatverdächtigen durchsucht. Dabei waren rund 150 Beamte im Einsatz. Neben schriftlichen Unterlagen wurden auch enorme Datenmengen sichergestellt, die von den Ermittlungen nun ausgewertet werden. Zeitgleich wurde auch ein Vermögensarrest über 2,7 Millionen gegen das Unternehmen erwirkt.

Firma verweist auf ehemaligen Bereichsleiter

Am Donnerstagabend bestätigte die Karl Bau GmbH in einer Pressemitteilung, dass es Durchsuchungen gegeben habe, und erklärte, man arbeite mit Staatsanwaltschaft und Polizei zusammen, um den Sachverhalt aufzuklären. Es gehe hier um "abgeschlossene Vorgänge der Vergangenheit und nicht um laufende Baustellen", hieß es weiter. Interne Aufklärungsmaßnahmen gegen ehemalige Mitarbeiter habe man bereits eingeleitet.

Konkret sind es demnach der ehemalige Leiter des Unternehmensbereichs Bau, der auch für Abbruch und Entsorgung zuständig war, und dessen Mitarbeiter, von denen sich die Karl Bau GmbH geschädigt sieht.

Für alle Beteiligten gilt bis zu einer etwaigen rechtskräftigen Verurteilung weiterhin die Unschuldsvermutung. 

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