Demos angemeldet Protest gegen G7-Gipfel in Elmau formiert sich

Ein Polizeiwagen fährt vor dem Panorama der Berge. Für die erneute Ausrichtung des G7-Gipfels auf Schloss Elmau in Bayern im Juni 2022 kalkuliert das bayerische Innenministerium Kosten von mehr als 160 Millionen Euro. Foto: dpa

Die Zeit ist knapp für die Vorbereitung des erneuten G7-Gipfels auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen. Die Planungen laufen auf Hochtouren - nicht nur bei Politik und Sicherheitskräften, sondern auch bei den Kritikern des Treffens

Vier Monate vor dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau bei Garmiscraubh-Partenkirchen formieren sich Kritiker und Gegner des Treffens. Anfang März will das Aktionsbündnis Stop G7 Elmau - unter demselben Namen wie beim Gipfel 2015 - das Vorgehen besprechen und Planungen treffen. Auch bei den Sicherheitskräften laufen die Vorbereitungen. Man setze auf "hohe Polizeipräsenz", hieß es bei Planungsstab.

Die Staats- und Regierungschefs von sieben führenden Industrienationen kommen auf Einladung Deutschlands vom 26. bis zum 28. Juni erneut in dem Luxushotel vor der grandiosen Bergkulisse bei Garmisch-Partenkirchen zusammen.

Schon jetzt sind während der Gipfeltage drei Dauerkundgebungen für insgesamt 2.500 Teilnehmer angemeldet, wie das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen auf Anfrage mitteilte. Vom 25. bis zum 28. Juni soll jeweils von 12 bis 18 Uhr an den Bahnhöfen in Garmisch-Partenkirchen, Klais und Mittenwald Proteste geben. Unter anderem der "Münchner Merkur" hatte darüber berichtet.

Konkrete Aktionen noch nicht geplant

Was konkret stattfinden soll, ist offen. "Das wird alles noch geplant", sagt Mitorganisator York Runte. Wie vor sieben Jahren wollen die Gipfel-Kritiker auch wieder ein Protestcamp auf der Loisachwiese errichten. "Das Camp wird es geben", sagt Runte, der 2015 das Camp mit auf die Beine gestellt hatte. Er hat dazu bereits mit dem Besitzer des Grundstücks, dem Maurermeister Bernhard Raubal, gesprochen - und der will die Wiese, die sonst Futter für Schafe liefert, gerne wieder bereitstellen. Demonstrieren zu gehen sei schließlich ein Grundrecht, sagt Raubal.

Wegen Hochwassergefahr wollten die Behörden 2015 das Camp verbieten. Der Streit wurde gerichtlich entschieden - das Zeltlager durfte gebaut werden. Zeitweise übernachteten bis zu 1500 Demonstranten in Zelten.

Wahrscheinlich werde es am Gipfelwochenende auch in München wieder eine Demonstration geben, hieß es unter anderem beim Bund Naturschutz in Bayern. Vor sieben Jahren hatten in der Landeshauptstadt mehrere Zehntausend Menschen demonstriert. Rund 4.000 bis 5.000 Gegner waren 2015 nach Garmisch-Partenkirchen gekommen. Ihnen standen rund 18.000 - nach damaligen Zahlen 20.000 - Polizeibeamte gegenüber, der bislang größte Polizeieinsatz in Bayern.

Nun gibt es Berichte, dass es nun sogar 30.000 Beamte werden könnten. "Die Zahl der eingesetzten Polizeikräfte für den G7-Gipfel 2022 steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest", heißt es bisher beim Planungsstab der Polizei für den Gipfel. "Der Gesamtbedarf hängt insbesondere auch von der Mobilisierung der G7-Gegner und beispielsweise der Zahl der angemeldeten Versammlungen ab."

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte bereits im Dezember, dass es dieses Mal neben linken Demonstrationen auch Versammlungen oder Aktionen von "Querdenkern" und Rechten geben könnte.

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