Deggendorf/Regensburg

Ankerzentren: Lärmschutz und Konsequenzen für Ruhestörer


Am Mittwoch ist es zu einer Ruhestörung gekommen. Polizeibeamte waren vor Ort im Deggendorfer Ankerzentrum.(Symbolbild)

Am Mittwoch ist es zu einer Ruhestörung gekommen. Polizeibeamte waren vor Ort im Deggendorfer Ankerzentrum.(Symbolbild)

Von Redaktion idowa

Am Mittwochabend haben mehrere Anwohner in Deggendorf eine Ruhestörung aus dem Ankerzentrum gemeldet. Die Polizei rückte an und forderte die Bewohner zur Ruhe auf. idowa hat sich bei der Regierung der Oberpfalz und der Regierung von Niederbayern erkundigt, wie mit solchen Vorfällen in Ankerzentren umgegangen wird.

Laut Polizeiangaben beschwerten sich am Mittwoch gegen 23 Uhr mehrere Anwohner aus der Hirzau über zu laute Musik und Lärm aus dem Deggendorfer Ankerzentrum in der Stadtfeldstraße. Die Polizei bemerkte eine größere Gruppe von Asylbewerbern im Hof. Die Migranten unterhielten sich lautstark. Durch ein offenes Fenster eines Zimmers drang außerdem sehr laute Musik. Nach der zweiten Aufforderung der Beamten wurde das Musikabspielen eingestellt.

Im Verlauf des Einsatzes erfuhren die Beamten dann, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Mann des Sicherheitspersonals und einem 28-jährigen Asylbewerber aus dem Senegal gekommen war. Bei der Klärung des Sachverhalts sei der Asylbewerber dann aggressiv geworden und ließ sich nicht mehr beruhigen. Die Polizei nahm den Migranten daraufhin in Gewahrsam.

Die Regierung von Niederbayern teilte mit, dass der zuständige Bereichsleiter bereits mit den betroffenen Anwohnern, dem Sicherheitsdienst und der Polizei gesprochen habe. Gemeinsam wurde erörtert, wie die Situation verbessert werden könne. Die besprochenen Maßnahmen würden von Lärmschutz bis zu persönlichen Konsequenzen für Ruhestörer reichen. Die niederbayerische Regierung sehe allerdings keinen Zusammenhang des Vorfalls mit der Umwidmung des Transitzentrums in eine ANKER-Einrichtung. Im Regensburger Ankerzentrum ist es bislang zu keinem Zwischenfall wie diesem gekommen. Das hat die Pressestelle der Regierung der Oberpfalz auf Nachfrage von idowa bestätigt.

Am 1. August wurden die Ankerzentren in Betrieb genommen. Anker steht für Ankunft, kommunale Verteilung, Entscheidung und Rückführung. In Deggendorf und Regensburg wurden die bereits bestehenden Transitzentren zu Ankerzentren umfunktioniert. Die Besonderheit: Die wichtigsten Ämter und Behörden für Flüchtlinge sind erstmals innerhalb der Einrichtungen. Neu ist auch eine Residenzpflicht.