CSU-Kreisverband stellt Strafanzeige Fieser Anschlag auf Söder-Wahlplakat in Straßkirchen

Direkt am Ortsausgang von Straßkirchen (Kreis Straubing-Bogen) haben sich Anfang September bislang unbekannte Täter mit einer braunen Masse an einem Wahlplakat von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ausgetobt. Der Kreisverband stellt Strafanzeige. Foto: mj

Als Politiker braucht man seit jeher auch ein dickes Fell. Naturgemäß findet man nicht nur viele Anhänger, sondern auch erbitterte Gegner. Doch wenn Kritik und Protest in blanke Zerstörungswut umschlagen, ist eine Grenze überschritten. So geschehen am vergangenen Wochenende in der beschaulichen Gemeinde Straßkirchen im Landkreis Straubing-Bogen, wo bislang unbekannte Täter dem Wahlplakat mit dem Konterfei von Markus Söder (CSU) einen neuen und illegalen Anstrich verpassten.

Bei der letzten Bundestagwahl 2017 bekam die CSU in Straßkirchen noch satte 49,71 Prozent der Erststimmen und 43,26 Prozent der Zweitstimmen. Zwischenzeitlich hat sich allerdings einiges geändert, vor allem durch die Corona-Krise. Der Ton wurde rauer, die Gräben in der Gesellschaft immer tiefer. Nicht wenige verknüpfen ihren Frust über die Corona-Maßnahmen in Bayern mit einer Person: Markus Söder. Dementsprechend befindet sich die CSU aktuell bayernweit in einem Umfragetief und der Ministerpräsident selbst schlägt Alarm.

Bei manch einem entlädt sich dieser Frust in Straftaten. Und nichts anderes ist die Sachbeschädigung, wie im vorliegenden Fall in Straßkirchen. Dort wurde ein riesiges Wahlplakat mit dem Abbild von Markus Söder in der Nacht von Freitag auf Samstag mit einer braunen Masse verunstaltet, die verdächtig nach Fäkalien aussieht. In diesem Ausmaß für jeden schon von weiter Entfernung sichtbar. Vor allem deshalb, weil sich das Wahlplakat direkt an der vielbefahrenen Bundesstraße B8 am Ortsausgang befindet.

"Eine Frechheit!"

Ein Anblick, der freilich auch Straßkirchens Bürgermeister Dr. Christian Hirtreiter, seines Zeichens selbst bei der CSU, nicht verborgen geblieben ist. „Mir ist das am Samstag sofort aufgefallen und ich habe es direkt an den CSU-Kreisverband gemeldet“, berichtet der Rathauschef. Zwar hat auch eine dahinter stehende Wahltafel der SPD mit dem Bild von Olaf Scholz ein bisschen was von der braunen Farbe abbekommen, aber längst nicht so viel wie das Söder-Plakat. Andere Plakate wie das von Christian Lindner (FDP) und auch von Armin Laschet (CDU) blieben dagegen völlig unbeschädigt. An einer Person möchte Hirtreiter diesen Vorfall dennoch nicht festmachen. Er sagt: „Es ist eine traurige Entwicklung, die sich immer mehr gegen Volksparteien richtet. Vandalismus ist eine Frechheit!“ Die Strafen für Sachbeschädigung empfindet er als „viel zu gering“.

Tatsächlich sieht das Gesetz für Sachbeschädigung eine mögliche Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe vor. Das Problem: Vor allem Wahlplakate werden meistens in einer Nacht- und Nebelaktion beschädigt, Zeugen gibt es kaum und die Aufklärungsquote ist entsprechend gering. Dennoch lassen die betroffenen Parteien in solchen Fällen natürlich nichts unversucht, um die Täter zu ermitteln.

Der CSU-Kreisverband Straubing-Bogen stellt daher nun Strafanzeige gegen Unbekannt. Kreisgeschäftsführer Norbert Schmid berichtet aus eigener Erfahrung von dieser negativen Entwicklung: „Hier kommen immer wieder mal Mails rein, in denen Menschen ihren Frust abladen. Meist geschieht das anonym ohne Absender. Strafbare Hass-Mails melden wir.“ Schmid sieht den aktuellen Fall von Straßkirchen womöglich als personenbezogen: „Andere Wahlplakate, auch von CSU-Politikern, blieben unbeschädigt. Von daher ist es durchaus möglich, dass da jemand konkret eine Abneigung gegenüber Markus Söder hatte.“ Es sei bislang der einzige Fall im Landkreis Straubing-Bogen, der ihm bekannt ist.

Das beschädigte Wahlplakat soll nun in den nächsten Tagen ausgetauscht werden. Der entstandene Sachschaden lässt sich laut Norbert Schmid aktuell noch nicht abschätzen.

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