Cham Der Betroffene weist die Vorwürfe zurück



Der Betroffenen selbst wehrte sich gegen die Vorwürfe. „Das macht mich fassungslos“, stellte er fest. Er habe in den fast vier Jahrzehnten bei der Volksbank zu seinen Kollegen immer ein „fast freundschaftliches Verhältnis“ gepflegt. Auch in Cham habe er mit zwei Kollegen – seinem Stellvertreter und dem Teamleiter – regelmäßig zu Mittag gegessen. „Die hätten mir doch was gesagt, wenn das Arbeitsklima so schlecht gewesen wäre...“ Der Anwalt der Volksbank zog daraufhin auch die Niederschriften der beiden Genannten aus dem Akt: Auch sie berichten von der Angst in der Belegschaft.

Der Rechtsvertreter des bisherigen Geschäftsstellenleiters spannte den Bogen weiter und schilderte die Drucksituation, unter der das Führungspersonal stehe. Monatlich bekämen sie ihre Beurteilung aus Straubing, ob sie genügend Abschlüsse verkauft hätten. Blieben sie mehrfach unter ihren vorgegebenen Zielen, käme „ein schwarzer Sheriff aus Straubing und der zeigt ihnen dann, wie man verkauft“. Er selbst habe bereits sechs Geschäftsstellenleiter bei ihrem Wechsel in die Berufsunfähigkeit juristisch begleitet, die „am Druck zerbrochen sind“.

Beide Seiten lehnen Vergleich ab

Trotz der konträren Positionen bemühte sich Richter Striegan um einen Vergleich. Er redete beiden Seiten ins Gewissen: „Jeder von Ihnen muss damit rechnen, diesen Prozess nicht zu gewinnen.“ Nach kurzer Bedenkzeit bot die Volksbank eine Umwandlung in eine ordentliche Kündigung und das Bezahlen der ausstehenden sieben Monatsgehälter an. 50 000 Euro kämen da zusammen. Doch der geschasste Banker lehnte mit Verweis auf sein Alter eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses ab.

Striegan brachte daraufhin eine Versetzung innerhalb der Volksbank ins Gespräch. Dies wurde wiederum von Bankseite abgelehnt. „Das Risiko ist mir zu hoch. Das kann ich den Mitarbeitern nicht zumuten“, schüttelte der Vorstand den Kopf. Nun muss der Richter entscheiden, ob er auf Basis der vorliegenden Aussagen ein Urteil spricht oder ob er in die Beweisaufnahme einsteigt. Das würde bedeuten, dass ein umfangreiches Verfahren mit zahlreichen Zeugenaussagen beginnt. Am 12. Mai verkündet Striegan seine Entscheidung.

 
 

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