Campusleben Davids Erkenntisse im Sommersemester 2020

31. Juli 2020
#130: Ausgleich
Das viele Vor-dem-Laptop-Sitzen während Online-Kursen ist auf Dauer ganz schön unangenehm. Daher mache ich seit einiger Zeit fast täglich Yoga als Ausgleich. Vor ein paar Semestern habe ich schon einmal versucht, mich damit anzufreunden – beim Morgen-Yoga vom Uni-Sport. Nach drei Besuchen habe ich das allerdings sein lassen. Zuhause alleine Yoga zu machen, sagt mir mehr zu, weil ich mich besser auf mich selbst konzentrieren kann. Allen, die auch mal reinschnuppern wollen, empfehle ich dafür die Yoga-Videos von Mady Morrison auf YouTube.

24. Juli 2020
#129: Wo seid ihr eigentlich?
Jede Freundschaft aus dem Studium wird gegen Ende der Uni-Zeit auf die Probe gestellt. Denn wenn der Abschluss herannaht, gibt es plötzlich viel mehr zu tun, zum Beispiel das Schreiben einer aufwendigen Abschlussarbeit. Das beschäftigt gerade zwei gute Freundinnen von mir, die an ihren Zulassungsarbeiten sitzen. Und weil sie deshalb oft tagelang in der Versenkung verschwinden, frage ich mich manchmal: Wo seid ihr eigentlich? Keine Sorge, ich nehme ihnen das nicht übel, ich kann es nachvollziehen. In Gedanken bin ich bei ihnen und freue mich schon auf die Zeit danach.
 

17. Juli 2020
#128: Kamera an!
Das Ende des Online-Semesters naht. Leider gibt es immer noch viele Studenten, die die virtuelle Lehre boykottieren und die Dozenten sehen schwarz – im wortwörtlichen Sinne! Denn: Viele meiner Kommilitonen lassen ihre Kamera während der Zoom-Sitzungen aus – selbst wenn Dozenten darum bitten, sie anzumachen. Bei Vorlesungen mit über 100 Leuten finde ich das okay, bei kleinen Kursen unhöflich und respektlos. Der Dozent ist ja auch zu sehen. Deshalb, liebe Mitstudenten, seid fair und macht eure Kamera an!
 

3. Juli 2020
#127: Bestanden
Wie in meinem Universum #124 angekündigt, habe ich den Lieferservice der Regensburger Uni-Mensa ausprobiert. Fazit: Es lief super! Das Essen wurde pünktlich und nachhaltig auf dem Fahrrad vorbeigebracht und befand sich in kompostierbaren Transportboxen. Nur der Deckel ist leider aus Plastik. Auch wenn man es selbst erwärmen muss, hat es für mich geschmacklich und preislich bestanden – vor allem, wenn man keinen Bock auf Kochen hat.
 

26. Juni 2020
#126: Verzögert
Vergangene Woche hat es mich erwischt: Ich musste ein Online-Referat halten. Zwar musste ich nichts über die Webcam präsentieren, da ich die Power-Point-Präsentation vorab bereits vertont hatte, trotzdem sollte ich in der Zoom-Sitzung ein paar Dinge mündlich ergänzen. Und ich war verdammt aufgeregt, aufgeregter als bei einem Live-Referat. Die verzögerten Reaktionen der Zuhörer verunsichern einen nämlich total. Zum Glück muss ich dieses Semester kein Referat mehr halten!
 

19. Juni 2020
#125: Hör mal, wer da bohrt ...
Dass in einem Wohnhaus mit über 100 Studenten merkwürdige Dinge geschehen (zum Beispiel herausgerissene Waschmaschinentüren oder Blutspritzer an der Kellerwand), ist ja nichts Neues. Dazu passt das, was aktuell in dem Wohnheim passiert, in dem ich wohne: Zu unmenschlichen Zeiten ertönen nervige, surrende Bohrgeräusche, entweder abends oder nachts – und zwar fast täglich und vor allem auch am Wochenende. Es klingt fast so, als würde sich einer meiner direkten Nachbarn links oder rechts neben mir zu mir durchbohren wollen. Dem ist aber nicht so. Und so treffen wir uns in letzter Zeit immer mal wieder abends auf dem Gang, um die Wohnung zu finden, aus der die Bohrgeräusche kommen – leider ohne Erfolg. Deshalb hier eine Bitte an die Allgemeinheit: Nehmt Rücksicht aufeinander und bohrt keine Löcher in eure Wohnungswände, wenn andere schlafen wollen!

11. Juni 2020
#124: Mensa auf Rädern
Was mir im Online-Semester fehlt, sind meine täglichen Mittagsdates mit Freunden in der Mensa. Zum Glück kann man sich die Mensa-Stimmung jetzt auch in die Studentenbude holen. Denn die Mensa der Regensburger Uni liefert seit Ende Mai Essen aus. Das läuft wie folgt ab: Man bestellt sein Gericht online vor und ein Lieferant bringt die Bestellung mittags in kompostierbaren Behältern auf dem Fahrrad vorbei – also auch noch echt nachhaltig! Erwärmen muss man sein Essen selbst. Wie gut der Mensa-Lieferdienst funktioniert, werde ich ausprobieren, sobald ich mal wieder zu faul zum Kochen bin. Ich berichte dann auf jeden Fall davon.
 

5. Juni 2020
#123: Online-Referat
Auch ohne Präsenz gibt es dieses Semester die altbewährten Gruppenreferate. Eine Dozentin von mir hat eine tolle Lösung gefunden, wie wir sie trotzdem abhalten können – ganz ohne Druck, vor der Kamera zu reden. Wir vertonen Power-Point-Folien und jeder kann sich das Referat anhören, wann er will. Das ist wirklich angenehm!

29. Mai 2020
#122: Es fehlt was
Ich vermisse das Campusleben, auch wenn das Online-Semester gegenüber der Präsenz ein paar Vorteile hat. Ich erspare mir zum Beispiel Fahrten in vollgestopften Bussen, die stickige Luft in Hörsälen ohne Fenster und die lange Warteschlange vor der Mensa. Trotzdem gibt es vieles, das mir fehlt. Das sind vor allem meine Freunde, mit denen ich jetzt gerade wahrscheinlich ein Cafeten-Eis essen würde. Genauso fehlen mir die netten Gespräche zwischendurch mit den hilfsbereiten Mitarbeitern der Bibliothek oder die spontanen Begegnungen auf den Gängen mit Leuten, die man mal irgendwo in einem Kurs kennengelernt hat. Ein Studentenleben, das nur online stattfindet, ist ziemlich unpersönlich. Deshalb hoffe ich sehr, dass mein letztes Semester im Winter wieder stinknormal vor Ort stattfindet.
 

21. Mai 2020
#121: Dauerbeobachtung
Seit knapp vier Wochen schon lerne ich nun daheim, denn wegen des Coronavirus findet das aktuelle Sommersemester vorerst online statt – und es soll sogar bis zum Ende des Semesters so bleiben. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, trotzdem gibt es ein paar Schwierigkeiten, die die Online-Lehre verkomplizieren. Video-Seminare zum Beispiel klappen gut, sind aber viel anstrengender als Seminare auf dem Campus, denn die meisten Dozenten wollen, dass man ein Bild überträgt und dadurch fühlt man sich unangenehm dauerbeobachtet. Dazu kommt die Hürde, sich am Kurs zu beteiligen. So manches Mal saßen wir alle schweigend vor unseren Webcams, weil keiner etwas sagen wollte. Man kommt sich da online irgendwie merkwürdig vor. Auf Dauer so studieren? Das möchte ich nicht.
 

15. Mai 2020
#120: Ehre-Love-Balance
Eigentlich hatte ich dem Mittelhochdeutschen, einer Vorstufe von unserem heutigen Deutsch, im vierten Semester abgedankt, denn es hat mich zu sehr an den Latein-Horror im Gymnasium erinnert. Fürs erste Staatsexamen frische ich es jetzt aber wieder auf und lese gerade jede Menge mittelalterliche Artusromane wie zum Beispiel „Erec“ und „Iwein“.

Eigentlich geht es darin fast immer um das Gleiche: Ein Ritter zieht los, um seine verlorene Ehre zurückzugewinnen, weil er auf abstruse Art blamiert wurde. Der Ritter Erec wurde zum Beispiel von einem Zwerg ausgepeitscht. Auf seinem Weg zurück zum ehrenvollen Ritter verliebt er sich in eine Frau. Und entweder verscherzt er es sich mit ihr – so wie der Ritter Iwein, der seine Geliebte wochenlang alleine in ihrer Burg sitzenlässt. Oder er ist gleich so verliebt wie Erec und kann seine Finger nicht mehr von ihr lassen.

In jedem Fall verliert er dadurch wieder sein Ansehen und fällt in eine tiefe Krise, die letztlich darin ausartet, dass er sich in zahlreiche Kämpfe gegen andere Ritter, Riesen oder dergleichen stürzt und dabei fast draufgeht. Aber am Ende geht alles gut und dem Ritter gelingt es, seine Ehre-Love-Balance wieder herzustellen.

Obwohl ich diese Geschichten anfangs ziemlich langweilig fand, muss ich zugeben: Mittlerweile liebe ich sie. Denn irgendwie erinnern sie so ein bisschen an Klatsch und Tratsch über Promis.
 

8. Mai 2020
#119: Heißhunger
Größtes Problem am Online-Studieren in Zeiten von Corona: Heißhunger. Ständig könnte ich Süßes essen. Deshalb musste eine leichte Variante zur Schokolade her. Die habe ich auch schon gefunden: Zartbitter-Schoko-Reiswaffeln.
 

30. April 2020
#118: Alles online
Das aktuelle Semester findet wegen Corona vorerst nur online statt. Nach den ersten zwei Semesterwochen kann ich dazu ein erstes Fazit ziehen: Es klappt, aber nur durchwachsen und ist total vom Dozenten abhängig. Die einen geben sich richtig viel Mühe, zeichnen ihre Vorträge in Videos auf, vertonen Präsentationen oder organisieren Vorlesungen über die Videochat-Plattform Zoom. Andere wählen einen bequemen Weg und ballern uns Studenten nur mit Literatur zum Lesen im Eigenstudium zu. Das ist ziemlich schade, denn wofür brauche ich dann überhaupt noch einen Dozenten? Lesen kann ich ja auch alleine ...
 

24. April 2020
#117: Verschoben
Mein Universum ist zurück, denn die Semesterferien sind zu Ende. Eigentlich sollte ich jetzt mitten in der Vorbereitung auf das Erste Staatsexamen stecken, aber ich habe noch nicht mit dem Lernen angefangen. Und das werde ich so schnell auch nicht, denn wegen der Corona-Krise habe ich mich entschlossen, meine Prüfungen ins Wintersemester zu verschieben.
Der Grund dafür ist die Unsicherheit, die gerade überall herrscht. Wichtige Vorbereitungskurse finden, wie alles andere, erst einmal nur online statt. Wie lange das so bleibt, weiß keiner. Genauso wenig ist klar, wann die Bibliotheken wieder öffnen und ich wieder an die Bücher komme, die ich zum Lernen brauche. Wenn ich aber eins bei einer so wichtigen Prüfung wie dem Staatsexamen nicht brauchen kann, ist das unnötiger Druck durch Unsicherheit.
Zum Glück hat das Verschieben keine großen Auswirkungen auf mein restliches Studium. Weil ich ein Erweiterungsfach studiere, habe ich sowieso eine längere Regelstudienzeit. Außerdem kann ich die Kurse, die ich nach dem Examen für dieses Fach noch belegen muss, vorziehen. Und ich kann auch wie geplant nächstes Jahr ins Referendariat starten.
Warum soll ich mir also unnötig Druck machen? Im Moment gibt es Wichtigeres. Und vielleicht, das hoffe ich, beruhigt sich die Lage bis zum Wintersemester.

 

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