Campusleben Davids Erkenntnisse im Wintersemester 2018/2019

22. Februar
#84: Lernen lernen
Endlich wieder klare Gedanken. Meine Examensprüfung in Schulpädagogik liegt mittlerweile knapp zwei Wochen zurück – Zeit für ein Fazit! Oder besser gesagt eine Antwort auf die Frage: Wie lerne ich über 300 Seiten auswendig?

Die Antwort fällt recht kurz aus: Gar nicht! 300 Seiten so genau zu lernen, dass man sie auswendig runterbeten kann, funktioniert nicht. Zumindest, wenn man kein fotografisches Gedächtnis hat. Wichtiger ist in diesem Fall Verständnis – und alles zu verknüpfen. Wenn ich eins durch die Lernerei für das Examen gelernt habe, dann: Wie lerne ich eigentlich richtig? Nicht nur, weil ich selbst immer wieder neu überlegt habe, was ich tun könnte, damit mein Hirn das viele Wissen schluckt. Ich habe mich auch wirklich mit dem Lernen auseinandergesetzt, denn es war eins der Themen, die ich für das Schulpädagogik-Examen vorbereiten musste.

Alles eine Frage der Strategie

Das Wichtigste beim Lernen: eine Strategie. Wer erfolgreich sein will, braucht ein Ziel. Und von diesem ausgehend muss er sich genau überlegen, wie er vorgehen möchte. Außerdem hilft so ein Ziel dabei, immer den Blick auf das Ganze zu bewahren. Wobei wir beim nächsten Punkt sind: Die gewählte Strategie muss ständig bewertet werden. Funktioniert etwas nicht so gut, wird es Zeit, sich genau zu überlegen, was das Problem ist. Und dann gilt es, die Strategie zu verbessern. Im Groben unterscheidet die Wissenschaft drei Lernstrategien: die Wiederholung, die Organisation und die Elaboration. Erstere artet – das deutet ihr Name bereits an – in ständigem Durchgehen, Durchlesen und Aufsagen aus. Bei der Organisation geht es dagegen darum, Lerninhalte neu zu strukturieren, sie zusammenzufassen und in eigene Worte zu übertragen. Das klappt mit einer Mindmap oder einem Lernplakat, das du dir plakativ über den Schreibtisch hängst. Elaboration heißt, kritisch zu lernen und neues Wissen mit dem, was man bereits weiß, zu verbinden. Kurz gesagt: Mit Köpfchen lernen.

Die Motivation zählt

Aber was hilft jede noch so gute Lernstrategie, wenn ich überhaupt keinen Bock darauf habe, für die Prüfung zu lernen? Nichts! Nur wer motiviert ist, lernt auch erfolgreich. Doch wie bekomme ich meinen Arsch an den Schreibtisch, wenn ich lieber im Bett liegen bleiben würde? Überleg’ dir zuerst, warum du das Ganze machst. Und schon sind wir wieder bei den Zielen. Außerdem ist es sinnvoll, übermäßig viel Lernstoff in möglichst kleine Häppchen einzuteilen. So sparst du dir erstens das Bulimie-Lernen kurz vorher, zweitens wirkt der Stoff dann nicht so endlos. Häppchen solltest du dabei immer nach dem Minimalprinzip festlegen. Heißt: Überlege dir das Mindeste, das du an einem Tag schaffen musst – und wenn es nur drei Seiten eines endlosen Skripts sind. So eine kleine Menge kannst du leichter in kurzer Zeit schaffen. Und das gibt dir dann nochmal einen Motivationsschub, denn dir fällt auf: Du kommst voran.

Zu guter Letzt: ein Fazit

Prüfung weg – aber damit sollte das Lernen nicht enden. Ein erfolgreicher Lerner bewertet sein Ergebnis und zieht ein Fazit für sein zukünftiges Vorgehen. Ich muss mich noch ein paar Monate gedulden, bis der Brief mit dem Ergebnis vom EWS-Examen bei mir eintrudelt. Bis dahin genieße ich die Semesterferien.

15. Februar
#83: Erleichterung
Zwischen Chaos – meine Wohnung muss dringend aufgeräumt werden – und Erleichterung bin ich immer noch sprachlos und erleichtert. Das Schulpädagogik-Examen liegt hinter mir. Am Ende war es gar nicht so schlimm. Acht Wochen habe ich dafür gelernt. Jetzt heißt es bangen, bis der Brief mit dem Ergebnis kommt. Bis dahin steht ein Frühjahrsputz an – in meiner Wohnung und in meinem Kopf. Nächste Woche werde ich euch nochmal ausführlich von allem in meinem Universum berichten, bevor ich anschließend in die verdienten Semesterferien verschwinde.

8. Februar
#82: Gehend lernen
Auch wenn die Regensburger Uni recht alt ist, überrascht sie manchmal mit Neuerungen. Seit Kurzem gibt es in der Bibliothek einen Schreibtisch mit integriertem Laufband. „Gehend lernen, weniger sitzen“, lautet die Devise. Angeblich soll man dadurch besser lernen. Ich werde das mal ausprobieren!

1. Februar
#81: Du da im Radio
Ein Semester-Ziel war es, Gitarrespielen zu lernen. Dazu gibt es an der Uni ein Tutorium für Grundschullehramtsstudenten. Ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffe, aber mittlerweile spiele ich Lieder wie „Du da im Radio“ flüssig und singe sogar (etwas schief) dazu.

25. Januar
#80: 400
Diese Zahl thront neuerdings vor der Uni-Mensa. Eine Gruppe Studenten und das Studentenwerk haben dort ein Kunstprojekt aus Einweg-Kaffeebechern aufgestellt. Denn: Leider landen 400 solcher Becher täglich im Müll der Mensa-Cafeteria. So kann es und darf es nicht weitergehen. Deshalb probieren sie im nächsten Semester ein Mehrweg-System aus.

18. Januar
#79: Rücken
Semesterendspurt bedeutet Prüfungsphase und viel am Schreibtisch hocken. Zum Glück habe ich endlich ein Unisport-Angebot gefunden, das ich gerne regelmäßig besuche: das funktionelle Rü- ckentraining. Ein toller Ausgleich für geplagte Studentenrücken!

11.Januar
#78: Endspurt
Die kurze, weihnachtliche Semesterpause ist seit einer Woche um. Jetzt befinde ich mich auf der Zielgeraden meines fünften Semesters in Richtung Examen. Bevor ich aber mein erstes Examen schreibe, steht allerdings noch eine andere Klausur an – über Literatur und Film. Ein günstiges Thema, denn meine Seriensucht und mein Filmwissen kann ich hier sogar nutzen.

4. Januar
#77: Vorsätze
Neues Jahr, neue Vorsätze! Ich habe mir diese drei Dinge für mein Studium vorgenommen.

1. Mein Examen in Schulpädagogik steht an. Ich blicke nicht mit Furcht nach vorne, sondern möchte es für alle noch folgenden Examen nutzen. Denn danach weiß ich vor allem eins: wie so eine große Prüfung abläuft.

2. Jedes Semester bekommt man als Student viele Coupons für Restaurants in Regensburg geschenkt. Diese möchten ich und eine Freundin endlich mal nutzen.

3. Regensburg macht sich mit seiner hohen Kneipendichte einen Namen. Deshalb habe ich mir für 2019 vorgenommen, mindestens zehn neue Bars zu besuchen und mich auch in die berühmteste Kneipe zu verlaufen: das Sax.

28. Dezember
#76: Briefe in die Zukunft
Vor Kurzem hat uns eine Seminarleiterin mit einer wunderschönen Idee überrascht, die perfekt zum Jahreswechsel passt. Wir durften eine Sitzung nutzen, um Briefe an unser Zukunfts-Ich zu schreiben. Diese Briefe will sie uns zum Ende unseres Studiums zukommen lassen. Wir sollten darin zum Beispiel aufschreiben, was sich unbedingt nicht an uns verändern darf und was wir uns bis dahin alles vornehmen. Ich bin gespannt, ob ich in zwei Jahren all das wahr gemacht habe, was ich jetzt erreichen will. Einem meiner Mottos will ich bis dahin auf jeden Fall treu bleiben, egal wie schwierig das Studium wird: Alles wird, wenn man nur fest daran glaubt.

21.Dezember
#75: Feierei
Zu Weihnachten wird viel gefeiert – so auch bei sämtlichen studentischen Gruppen. Immer donnerstags finden in einem Gebäude der Uni abends Partys statt. Das Problem: Ich kann nicht hingehen, denn ich habe zeitgleich Seminar in einem Raum nebenan. Für unsere Dozentin ist das eine Herausforderung, denn sie muss gegen laute Musik ankommen. Und wir müssen uns trotz des Geruchs von Glühwein und Co. konzentrieren.

14. Dezember
#74: Overload
Es wird ernst: Meine erstes Examen in den Erziehungswissenschaften rückt näher. Lehramtsstudenten haben hier die Wahl aus drei Bereichen: Psychologie, allgemeine Pädagogik oder Schulpädagogik. Ich habe mich für letzteres entschieden. Jetzt wartet ein 300-seitiges Skript auf mich. Da ist ein Theorie-Overload vorprogrammiert. Wie ich das Lernen durchstehe? Ich freue mich auf das danach. Da werde ich mich mit Urlaub belohnen.

7. Dezember
#73: Augesperrt
Studenten halten zusammen. Das hat sich gezeigt, als sich neulich meine Nachbarin ausgesperrt hat. Gemeinsam haben wir nach einer Lösung gesucht, ohne einen teuren Schlüsseldienst zu rufen. Eine Freundin, die im selben Haus wohnt, war die Rettung: Sie hat die Tür mit einer alten Kreditkarte aufgesperrt – ganz im Stil von James Bond.

23. November 2018
#71: Wasserspender
Die Ostbayerische Technische Hochschule, kurz OTH, in Regensburg ist viel schöner als die Uni – vor allem jetzt, da der Uni-Campus einem Labyrinth aus Baustellen gleicht. Deswegen ist auch die OTH-Mensa bei Uni-Studenten viel beliebter als die eigene. Da geht man gerne fünf Minuten, damit nicht mehr alles nach Betonklotz und Gefängnis aussieht. Eine Sache gibt es an der OTH, um die ich die Studenten dort besonders beneide: einen Wasserspender. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch eine Erleichterung für den studentischen Geldbeutel. Liebe Uni-Verwaltung, wir brauchen auch sowas!

16. November 2018
#70: Kreativ
Malen, singen und in die Saiten schlagen: Dieses Semester ist mein kreativstes. Ich besuche einen Kurs für Kunst, einen für Musik und lerne nebenbei das Gitarrespielen. Das erfüllt mal wieder das Grundschulmausi-Klischee, ist aber eine gute Abwechslung zum wissenschaftlichen Uni-Kram.

1. November 2018
#69: Nachhaltig
In den ersten Wochen eines jeden Semesters ist viel los an der Uni. Neben hilflosen Erstis, die ihre Räume nicht finden, gibt es auch richtig viele Aktionen. Eine davon ist die Verteilung der Campus-Tüten. Darin finden sich neben Bier, Textmarkern und dem berühmten Ovomaltine-Aufstrich auch jede Menge Werbeflyer. Genau die sind das Problem an der Tüte: Viele Studenten werfen alles, was sie nicht brauchen, einfach auf den Campus. Schade! Das muss nicht sein. Aber es gibt eine Gruppe Studenten, die dem entgegenwirkt: Sie verteilt jedes Jahr nachhaltige Beutel mit nachhaltigen Überraschungen. Ohne Werbung ist die Freude gleich doppelt so groß.

19. Oktober 2018
#68: „Wir waren hier!“
Ich bin wieder da und starte in mein fünftes Semester. Das bedeutet: Ich schreibe wieder jede Woche über mein Campusleben. Das bedeutet leider auch: Tschüss, Fenster, ihr werdet mir fehlen! Denn tagsüber verbringe ich meine Zeit wieder mal in der Regensburger Bunker-Uni und Fenster sind hier in den Räumen eine Rarität. Gibt es welche, dann sind sie teilweise so verdreckt, dass es so wirkt, als würde man auf eine dicke Nebelwand blicken. Eins dieser Fenster ist sogar legendär. Jemand hat groß „2008 – Wir waren hier“ in den Schmutz geschrieben. Ob die Botschaft wirklich vor zehn Jahren hinterlassen wurde oder sich einfach nur jemand einen Scherz erlaubt hat? Wer weiß! Jedenfalls hat sie immer noch keiner weggewischt.

 
 

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