Über das Dichten auf Deutsch, seinen Kontakt zu Fans, den schönen Stadtplatz und über Tipps für junge Nachwuchskünstler redete Adel Tawil am Samstagabend kurz vor seinem Auftritt bei Bluetone.

Christian Arnold hatte mit seinem siebenjährigen Sohn Jonas das "Meet and Greet" von Bluetone und dem Straubinger Tagblatt gewonnen und seine Schwester Caroline kam auch mit. "Jonas hat es erst gar nicht glauben können, dass er Adel Tawil trifft", erklärt sein Vater. Der Bub fragte ganz brav, ob er dem dann auch die Hand schütteln darf. "Es war cool", war dann auch die Meinung von Vater und Sohn nach dem Treffen beim Bluetone-Backstage. Und zu dritt bekam man dann auch noch Plätze ganz vorne beim Konzert. Arnold war schon öfters bei Bluetone: "Das ist super, Bluetone hat sich etabliert. Stars vor der Haustüre."

Beim anschließenden Interview, bei dem sich Journalisten und Adel Tawil brüderlich den Platz vor einem Ventilator teilten, schwärmte der Sänger davon, im Sommer auf Festivals zu spielen, "das hat eine andere Qualität", der Sommer wecke andere Gefühle in Menschen als ein Konzert in einer Halle.

Gerade arbeitet Tawil an einem neuen Album: "Dauert noch, aber am Ende muss es ja auch gut sein." Aber er verriet, in welche Richtung es geht: "Ich mag Balladen und langsame Lieder, die ans Herz gehen." Schwierig sei es, auf Deutsch zu texten, da Deutsch eine sensible Sprache sei. Aber das ermögliche auch einiges: "Nicht umsonst kamen die größten Dichter aus Deutschland", betont Tawil, der sich freut, dass seine Fans sich mit seinen Texten identifizieren können.

Er beobachtet, dass es seit ein paar Jahren eine Belebung in der deutschen Musikszene gab, die zwar nie tot gewesen sei, aber dank Vorreitern - "Xavier hat da ein großes Tor aufgemacht" - und Radiosendern, die deutsche Sachen spielten, seien auch die Plattenfirmen wieder auf deutsche Künstler viel mehr eingegangen. Das habe wieder einen Boom ausgelöst. Obwohl er sonst oft von den Städten, in denen er auftritt, nicht viel mitbekommt, hat er in Straubing einen Stadtbummel gemacht und auch eingekauft: "Straubing ist eine süße Stadt!"

Er erinnerte sich auch gerne an seinen ersten Bluetone-Auftritt vor ein paar Jahren mit "ich & ich" zurück und freute sich, dass es in Straubing das Bandhaus gibt, das junge Musiker unterstützt. In seiner Heimatstadt Berlin habe es eine ähnliche Einrichtung gegeben, die ihm als 15-Jährigem in der Musikbranche die ersten Schritte ermöglichte.

"Fleiß und Selbstvertrauen" legt er Nachwuchsmusikern ans Herz: "Ihr müsst nicht gleich zu einer Casting-Show rennen. Wenn ihr das gut findet, was ihr macht, finden das auch andere Menschen gut", und mit den Möglichkeiten der Präsentation seiner Songs im Internet sei man mittlerweile auch nicht mehr so abhängig von Plattenfirmen.