Bayernliga Süd "Schwere Entscheidung": Karmann nicht mehr Vilzing-Trainer

Uli Karmann ist nicht mehr Trainer der DJK Vilzing. Foto: Charly Becherer

Die fünfte Niederlage in Folge war zu viel. Die DJK Vilzing und ihr Trainer Uli Karmann haben sich getrennt - im beiderseitigen Einvernehmen, wie der Verein mitteilte.

Fußball ist oft eine Ergebnissache. Leider haben diese zuletzt nicht mehr gepasst.“ Das sagte Roland Dachauer, Manager des Fußball-Bayernligisten DJK Vilzing, am Montagvormittag. Einen Tag, nachdem sich der Verein und Trainer Uli Karmann in beiderseitigem Einvernehmen getrennt haben.

Karmann kam im Sommer 2015 von der SpVgg Hankofen nach Vilzing, trat dort das schwere Erbe von Sepp Beller an. Auf Rang zwölf im ersten Jahr folgten ein sechster und siebter Platz. Nachdem schon die Bilanz in der vergangenen Rückrunde nicht gut war, missglückte nun auch der Start in die neue Saison. Vier Punkte nach sieben Spielen sind für die ambitionierten Oberpfälzer klar zu wenig. Fünf Niederlagen in Folge waren nun zu viel. Es folgte die Trennung.

Karmanns „Kompetenz unbestritten“

„Die Entscheidung ist uns sehr schwergefallen“, betont Dachauer. Schließlich hatte man in den vergangenen Jahren eine erfolgreiche gemeinsame Zeit. Über den Menschen Uli Karmann könne er kein schlechtes Wort verlieren. „Und seine fußballerische Kompetenz ist ohnehin unbestritten.“ Dennoch wurde am Sonntag die gemeinsame Entscheidung getroffen. „Jeder kennt die Negativentwicklung der vergangenen Wochen“, sagt der Manager. Man sei intern damit immer offen umgegangen, habe die Situation mehrmals analysiert und auch Maßnahmen ergriffen. Diese haben aber offenbar nicht für den erhofften Effekt gesorgt.

Laut Dachauer hat man vor allem zwei Dinge nicht in den Griff bekommen: „Wir haben keine Lösungen mehr auf dem Feld gefunden und die Mannschaft ist immer mehr in eine Schockstarre verfallen.“ So auch am Samstag bei der 0:1-Heimniederlage gegen den FC Unterföhring, dem Auslöser für die Trennung. „Wir haben engagiert gespielt bis zum 0:1, dann sind wir auseinander gebrochen“, so Dachauer.

Keine einfache Entscheidung

Die Entscheidung, sich zu trennen, sei für beide Seiten nicht einfach gewesen. „Auch Uli ist die Situation zuletzt sehr nahe gegangen“, berichtet Dachauer. „Aber wir waren gemeinsam der Meinung, dass es im Sinne des Vereins ist, wenn wir auf der Trainerposition eine Veränderung vornehmen.“ Es ist laut Dachauer wichtig, einen neuen Impuls zu setzen, der Mannschaft eine andere Ansprache zu geben. Auch Uli Karmann selbst sagt: „Es ist sehr schade, dass eine eigentlich sehr schöne Zeit so zu Ende geht. Aber ich glaube auch, dass eine neue Ansprache mit einer unvorbelasteten Sichtweise einen neuen Impuls setzen kann, um wieder in ein anderes Fahrwasser zu kommen. Ich würde mir für den Verein wünschen, dass das gelingt.“

Schon in der vergangenen Rückrunde stimmten die Ergebnisse nicht mehr. „Das haben wir aufgearbeitet und ein paar Sachen verändert“, sagt Dachauer. In der Folge sei sowohl die Vorbereitung als auch der Saisonstart gut gewesen. Die DJK startete mit einem Remis gegen Rain und einen Sieg in Hankofen in die neue Saison. Der Knackpunkt war für den Sportlichen Leiter das Spiel am dritten Spieltag gegen Schwabmünchen, als man ebenbürtig war, aber auf kuriose Art verloren hätte. „Da hat die Negativentwicklung eingesetzt“, so Dachauer.

Trainerwechsel nicht das Allheilmittel

Der Manager weiß aber auch, dass der Trainerwechsel nicht das Allheilmittel sein kann. Er ist sich bewusst, dass derzeit einige Leistungsträger aus verschiedenen Gründen nicht in Topform sind. Es habe kleine Dinge gegeben, die sich summiert und zur aktuellen Situation geführt hätten. Auch intern gebe es noch ein, zwei Baustellen, die er aber nicht näher benennen möchte. Dachauer sagt nur: „Wir befinden uns in einer Situation, die man umfassend analysieren muss. Auf allen Ebenen.“

Wie es nun weitergeht in Vilzing? Zunächst einmal wird der bisherige Co-Trainer Thomas Seidl die Mannschaft betreuen – schon am Mittwoch steht in Nördlingen das nächste Pflichtspiel an. Wie lange diese Lösung andauert, darauf will sich Dachauer nicht festlegen. „Bis auf weiteres“, sei vereinbart worden. Nebenbei wird nun der Trainermarkt sondiert. Bislang habe er sich damit aber noch gar nicht beschäftigt, sagt Dachauer. „Wir werden uns da auch nicht unter Druck setzen. Wir haben mit Thomas Seidl einen kompetenten Trainer und werden die Auswahl des neuen Trainers mit der nötigen Sorgfalt vornehmen.“

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