Auslandsblog Eintrag 12: Nachhaltige Tipps für das neue Semester (31. August 2018)

Juhuu Semesterferien! Ab in den Urlaub und mal so richtig entspannen. Das habe ich auch erst einmal gemacht, nachdem mein erstes und aufregendes Studienjahr in Utrecht Ende Juni vorbei war. Ich entschied mich, zusammen mit Freunden, von Holland aus mit dem Zug nach Italien zu fahren – bis nach Rom. Nachhaltiger und billiger als jeder Flug. Danach ging es dann noch mit meiner Familie zurück nach Holland, in den Urlaub an die Nordsee. Das Wasser war sogar wärmer als das Mittelmeer und warum soll man bei diesem Sommer noch (weit) wegfliegen?

Ja, dieser extreme Sommer 2018 mit anhaltender Hitze und Dürre beherrscht die Nachrichten und ist DAS Thema in Deutschland. Man kann streiten so viel man will. Es zeigt sich ein Trend in den heißesten und trockensten Sommern der letzten Jahre und damit sind diese für mich ganz klar die ersten Anzeichen des Klimawandels. Oder was rede ich da, sie sind nicht nur die Anzeichen, sondern die ersten Auswirkungen. Ja, wir befinden uns mitten im Klimawandel. Höchste Zeit sich also in Sachen Nachhaltigkeit auf das kommende Semester vorzubereiten.

Selbst als Studierende kann man mit kleinen Veränderungen im Alltag und in der WG seinen ökologischen Fußabdruck verkleinern – natürlich gilt das auch für den Arbeitsplatz und das Familienheim: Wer hat sie nicht? Die Balkon- oder Zimmerpflanze. Aber die verschönern nicht nur das Zimmer, sondern reinigen die Luft, produzieren Sauerstoff für einen freien Kopf und verbrauchen CO2. Top Reiniger sind zum Beispiel der Bogenhanf oder die Kentia-Palme. Besonders in der Stadt ist ein begrünter Balkon eine besondere Wohltat. Pflanzen sorgen für Schatten und Feuchtigkeit und können somit dem sogenannten Heat-Island Effekt entgegenwirken. Durch die vielen Beton- und Steinbauten in einer Stadt heizt sich die Luft viel schneller auf, besonders bei dunklen Gebäuden, die die Sonnenstrahlen kaum reflektieren.

Ich gehöre noch zu den Studierenden, die mit einem Block und Kugelschreiber statt des Laptops in der Vorlesung sitzen. Hierbei achte ich bereits darauf nur recyceltes Papier und einen Kugelschreiber mit austauschbarer Miene zu benutzen. Für die, die gerne ein bisschen mehr Hightech mögen, gibt es den digitalen Schreibblock von Remarkable. Dieser muss nur einmal in der Woche aufgeladen werden und ist zudem auch noch leichter als ein normaler Schreibblock.

Die Plastikverschmutzung ist mittlerweile zum akutesten Umweltproblem geworden. Auch wenn der Müll vielleicht nicht bei uns ins Meer gelangt, so sind wir doch die Verursacher. Nur ein Drittel des Plastikmülls wird in Europa recycelt, der Rest wird verbrannt oder ins Ausland exportiert – eine Rohstoffverschwendung. Wir Deutschen sind sogar Müll-Europameister. Gerade bei Kosmetik- oder Reinigungsartikeln ärgert es mich immer, dass alles in Plastik verpackt ist. Zusätzlich enthalten viele Cremes, Shampoos und Co. Mikroplastik, das dann direkt aus unserer Dusche in unsere Flüsse gelangt. Doch es gibt viele ganz einfache Rezepte um Deo, Zahnpasta und Universalreiniger, mit wenig Aufwand und Zutaten, selber herzustellen. Mit Kokosöl und Backpulver lassen sich die verschiedensten Dinge zaubern – Rezepte findet man im Internet zur Genüge. Wem doch die Zeit zum Experimentieren fehlt, kann beim Kauf darauf achten, dass das Produkt kein Mikroplastik enthält (welche das sehr wohl enthalten, kann man auf der Homepage des Bund Naturschutzes lesen) und die Verpackung aus recyceltem Plastik hergestellt wurde.

Zum Abschluss möchte ich noch von unseren wöchentlichen WG-Essen erzählen. Um den Zusammenhalt zu fördern und sich regelmäßig auszutauschen kochen wir in meiner WG einmal pro Woche zusammen. Dabei geben wir jedem Essen ein Thema – möglichst klimafreundlich muss es sein. Daraus entstand schon ein marokkanisches Essen, ein Essen aus Lebensmitteln, das nicht in Plastik verpackt war und ein veganes Drei-Gänge-Menü durfte auch nicht fehlen.  Wieso also nicht auch das eigene WG-Leben dementsprechend umkrempeln?

 

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