Ampel, Quarantäne, Schulen, Impfungen Diese Corona-Maßnahmen gelten aktuell in Bayern

, aktualisiert am 15.11.2021 - 10:26 Uhr
Eine FFP2-Maske liegt neben einer Tasse Kaffee auf einem Tisch. (Archivbild). Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/dpa

Die bayerische Staatsregierung hat auf die drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen reagiert und Verschärfungen beschlossen. Die Regeln, die jetzt in Bayern gelten, im Überblick.

Alle Nachrichten, Regeln und Wissenswertes zu den Corona-Bestimmungen in Bayern hier in unserem Corona-Newsblog. Den Bericht aus der Kabinettsitzung im Wortlaut haben wir hier für Sie verlinkt: Bericht aus der Kabinett-Sitzung vom 3. November 

Strengere Krankenhaus-Ampel

Der Freistaat Bayern hat im Kampf gegen die drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen seine Krankenhaus-Ampel neu definiert. Die Ampel springt auf Gelb, wenn landesweit 450 Intensivbetten belegt sind. Rot zeigt die Ampel, wenn landesweit 600 Intensivbetten belegt sind. Die Regelungen einer roten Krankenhaus-Ampel gelten auch für Hotspots, in denen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 300 und eine Intensivbetten-Auslastung von mehr als 80 Prozent vorherrscht.

Was gilt wann genau?

Gelbe Ampel (landesweit 450 Intensivbetten belegt) - das sind die Regeln:

  • FFP2-Maskenpflicht im Handel und ÖPNV (Kinder unter sechs Jahren sind von der Maskenpflicht ausgenommen.)
  • 3G-plus-Regel (geimpft, genesen, PCR-negativ) für Einrichtungen und Veranstaltungen, für die bisher 3G galt; zudem gelten die Abstandsregeln, Maskenpflicht und eine Personengrenze je nach Größe der Räume. 
  • 3G-Regel gilt weiter für Hochschulen, außerschulische Bildungsangebote wie beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Bibliotheken und Archive; hier reicht weiterhin ein negativer Schnelltest
  • 2G-Regel (geimpft, genesen) für Clubs, Diskotheken, Bordelle und vergleichbare Freizeiteinrichtungen
  • Pflegeeinrichtungen sollen zu Testkonzepten verpflichtet werden können, die mindestens zweimal wöchentlich Tests (Antigen-Schnelltests oder PCR-Tests) für das Personal und Besucher vorsehen, egal ob geimpft oder ungeimpft

Rote Ampel (landesweit 600 Intensivbetten belegt) - das sind die Regeln:

  • FFP2-Maskenpflicht im Handel und ÖPNV (Kinder unter sechs Jahren sind von der Maskenpflicht ausgenommen.)
  • 3G-Regel (geimpft, genesen, beglaubigter Test) am Arbeitsplatz in Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten
  • Testpflicht für Arbeitnehmer, die Kontakt zu Kunden oder Kollegen arbeiten, müssen zweimal pro Woche einen Test machen; der Arbeitgeber bezahlt die Tests
  • keine 3G-Beschränkungen beim Einkaufen oder im ÖPNV
  • 2G-Regel für alle Einrichtungen und Veranstaltungen, für die bisher die 3G-Regel galt; keine Maskenpflicht oder Abstandsregel
  • In der Gastronomie, bei Beherbungsunternehmen und bei körpernahen Dienstleistungen (Friseur, Fußpflege, Kosmetik, Massage, Tattoo-Studios, Nagelstudios, Gesichtsbehandlung und Maniküre) gilt die 3G-plus-Regel
  • 3G-Regel gilt weiter für Hochschulen, außerschulische Bildungsangebote wie beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Bibliotheken und Archive; hier reicht weiterhin ein negativer Schnelltest

Ab wann treten die verschärften Maßnahmen inkraft?

Die Maßnahmen gelten ab dem ersten Tag nach der Bekanntmachung, dass die Ampelfarbe gewechselt hat. Sie gelten, bis die Kreisverwaltungsbehörde feststellt, dass ein Parameter (Auslastung der Intensivbetten oder Sieben-Tage-Inzidenz) drei Tage lang unter den genannten Werten liegt.

Was gilt an Schulen?

Um die Ansteckung an Schulen einzudämmen, hat die Regierung beschlossen, vorübergehend wieder eine Maskenpflicht an Bayerns Schulen einzuführen. 

Nach den Herbstferien ab Montag, 8. November, mussten Grundschüler eine Woche lang am Platz Maske tragen. Für Grundschüler reichen Alltagsmasken.

Für weiterführende Schulen hat die Regierung zwei Wochen Maskenpflicht am Platz beschlossen. Schüler weiterführender Schulen müssen medizinische Masken tragen.

Die Pflicht gilt unabhängig vom Mindestabstand. Die Maske muss im Unterricht und auf den Begegungsplätzen im Schulgebäude getragen werden. Unter freiem Himmel darf die Maske abgenommen werden.

Kultusminister Michael Piazolo appelierte zudem an die Eltern, unmittelbar vor dem ersten Schultag Selbsttests bei sich und ihren Kindern durchzuführen. Bei einem Infektionsfall in einer Klasse werden die Teilnehmer dieser Klasse künftig eine Woche lang an jedem Schultag getestet.

Wie lange muss man als Kontaktperson in Quarantäne bleiben?

Die Quarantänedauer für enge Kontaktpersonen wurde auf mindestens sieben Tage erhöht. In Regionen mit hohem Infektionsgeschehen werde für enge Kontaktpersonen künftig die Möglichkeit der Freitestung für enge Kontaktpersonen entfallen. Sie müssen grundsätzlich zehn Tage in Quarantäne bleiben.

So schätzt Ministerpräsident Söder die Lage ein

Markus Söder (CSU) wirbt angesichts steigender Corona-Infektionszahlen erneut für das Impfen und setzt auch auf die Drittimpfung. "Der Booster ist der beste Schutz", sagte er. "Es ist eine Pandemie der Ungeimpften." Corona sei "mit aller Macht zurück", und zwar vor allem in den Regionen, in denen die Impfquote niedrig ist. In den Hotspots sei kein Intensivbett mehr frei. Entscheidend sei, dass neben der Behandlung von Covid-Patienten andere Operationen nicht abgesagt werden dürften. Laut Söder sind Drittimpfungen nicht nur für Über-70-Jährige sinnvoll. Es sollen sich alle Menschen impfen lassen, die eine Zweitimpfung vor sechs Monaten erhalten haben.

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