Ab Montag teils verpflichtend Gibt es genug FFP2-Masken in Bayern?

Werden jetzt wohl in den Apotheken wie auch im Einzelhandel noch deutlich öfter über die Ladentheke gehen: FFP2-Masken. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Per Kabinettsbeschluss vom Dienstag ist das Tragen von FFP2-Masken zum besseren Schutz vor Corona-Infektionen in Bayern im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel ab Montag, den 18. Januar, verpflichtend. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist sich sicher: In Bayern gibt es genug Masken, um den nun steigenden Bedarf zu decken. Wie bewerten das der Handel und die Apotheken?

"Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet, also es gibt keine Mangelware FFP2", sagte Söder im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag. Die Masken seien zum Teil sogar "deutlich im Überfluss vorhanden." Das sieht Thomas Metz, Sprecher des Bayerischen Apothekerverbands (BAV), ähnlich. "Die Apotheken haben gute Vorräte angelegt und auch die Logistik im Verkauf wird funktionieren", sagt er im Gespräch mit idowa. Die bayerischen Apotheken könnten sich dabei auch auf Erfahrungen aus dem letzten Jahr stützen, als ab 15. Dezember kostenlose FFP2-Masken für Risikopatienten in Apotheken ausgegeben wurden. "Da war unsere Vorbereitungszeit sogar noch kürzer als jetzt", betont Metz. Bisher lägen keine Meldungen von Herstellern und Vertreibern darüber vor, dass es zu Engpässen bei der Lieferung von FFP2-Masken kommen könne. 

Birgit Hlawa-Geiger, Apothekensprecherin für den Landkreis Straubing-Bogen, sieht auch die Region gut für den bevorstehenden Ansturm gerüstet. "Wir haben einen ausreichenden Vorrat und es kommen auch immer wieder Masken nach", sagt sie. Da die in Straubing verkauften Masken überwiegend aus deutscher und teilweise sogar aus regionaler Produktion stammten, sei rascher Nachschub gewährleistet. Hlawa-Geiger bittet aber auch um Rücksichtnahme: "Bitte nicht horten und hamstern", sagt sie. "Es muss sich jetzt nicht jeder gleich zehn Masken besorgen – eine oder zwei reichen auch erstmal, um damit gelegentlich einkaufen zu gehen." Habe man die Maske nicht lange am Stück auf, könne sie auch gut zum Trocknen aufgehängt und dann wiederverwendet werden, erklärt die Apothekerin.

"Ich rechne mit einem holprigen Start"

Bernd Ohlmann, Sprecher des Bayerischen Handelsverbands, ist ebenfalls optimistisch, was die Anzahl der verfügbaren FFP2-Masken betrifft. "Ich vertraue da schon darauf, was der Ministerpräsident gesagt hat", erklärt er idowa gegenüber. "Herr Söder wird sich da schon vorher über die Kapazitäten informiert haben." Er begrüße die Entscheidung des Kabinetts grundsätzlich, da so das Einkaufen und der öffentliche Nahverkehr sicherer würden. "Aber ich glaube schon, dass es am Montag Anlaufschwierigkeiten geben wird", fügt er an.

"Ich rechne mit einem holprigen Start, da viele Menschen den Beschluss entweder nicht mitbekommen oder nicht mehr rechtzeitig eine Maske bekommen werden." Gerade vor Supermärkten werde es deshalb wahrscheinlich zu Diskussionen kommen. "Es wird jetzt auf jeden Fall eine gesteigerte Nachfrage geben, auch online", sagt Bernd Ohlmann. "Und es muss klar sein, dass FFP2-Masken zwar wirksamer, aber auch teurer sind als beispielsweise die blauen OP-Masken."

"Damit ist schon viel gewonnen"

Die Preise für eine FFP2-Maske variieren im Internet stark: Von rund einem Euro pro Stück bis hin zu fünf Euro pro Stück, meist verkauft in Packungen mit zehn, 20 oder sogar 40 Exemplaren. Beim Kauf einer solchen Maske sollte aber zunächst vor allem auf einen seriösen Anbieter geachtet werden, erklärt BAV-Sprecher Metz. "Hier sind der Einzelhandel und die Apotheke vor Ort die beste Anlaufstelle, denn hier kann man auch Fragen zur Herkunft und zur Verwendung des Produkts stellen."

Bei Anbietern im Internet sei es immer eine gute Idee, das Impressum einer Verkäufer-Seite zu überprüfen. "Für in Deutschland verkaufte Masken sollte dort zumindest ein Vertreiber im europäischen Ausland stehen", so der Sprecher weiter. "Wenn Sie dort gar nichts finden, wäre ich vorsichtig."  Das Wichtigste sei jedoch ohnehin, "die FFP2-Maske eng anliegend zu tragen, sauber einzustellen, sie nicht zu oft anzufassen und sich vor dem Aufsetzen die Hände zu desinfizieren", sagt Apothekerin Birgit Hlawa-Geiger. "Damit ist schon viel gewonnen, das ist auch erstmal viel wichtiger als all diese verwirrenden Zertifizierungen auf den Verpackungen."

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

25 Kommentare

Kommentieren

null

loading