3:1-Sieg gegen Erfurt "Cool" kann NawaRo Straubing noch nicht

NawaRo Straubing hat gegen Erfurt den fünften Sieg in Folge eingefahren. Foto: Fabian Roßmann

Gegen Erfurt gelingt NawaRo Straubing der fünfte Sieg in Folge. "Wir sind ein Team", umschreibt Außenangreiferin Julia Schaefer die Erfolgsformel.

"Nein!" Ohne groß nachzudenken antwortete Julia Schaefer am Samstagabend mit viel Überzeugung in der Stimme auf die Frage, ob sie eigentlich überrascht sei von der aktuellen Entwicklung bei NawaRo Straubing. Dabei ist es fast schon unheimlich, wie die Niederbayern in ihrer zweiten Erstliga-Saison am Stück derzeit performen. Das 3:1 im Heimspiel gegen Schwarz-Weiß Erfurt am Samstagabend vor 847 Zuschauern, darunter Oberbürgermeister Markus Pannermayr, war der fünfte Sieg im fünften Spiel in der Rückrunde für Schaefer und Co. Zwölf Punkte holte NawaRo in diesem Zeitraum. So viele sammelte sonst - bei teilweise weniger absolvierten Partien - noch kein anderes Team der Liga seit Rückrunden-Beginn.

"Wir haben uns als Mannschaft wirklich gut gefunden, haben uns sehr gut eingespielt", sagt Außenangreiferin Schaefer. "Das Training passt und man merkt, wie wir alle gemeinsam als Mannschaft wachsen." Für Trainer Benedikt Frank spielt die mentale Seite eine sehr wichtige Rolle: "Wir haben es geschafft, in schwierigen Situationen die Nerven zu behalten und einander zu vertrauen." Man habe verschiedene Säulen aufgestellt: "Der Körper muss funktionieren und das Volleyballerische auch, aber vor allem muss der Kopf funktionieren, dann ist alles gut."

Frank: "Cool können wir noch nicht"

Auch das Spiel gegen Erfurt war eine Kopfsache. Denn NawaRo kam schwer in die Partie. Zunächst führte man noch, geriet bis zur zweiten technischen Auszeit aber in Rückstand und verlor den ersten Satz mit 19:25. Viermal habe er seine Mannschaft richtig zusammengeschrien, sagte Frank hinterher. "Wir haben gesehen: Wir können es hinkriegen, wenn wir uns konzentrieren und alles läuft. Wir wollten es anfangs aber ein bisschen zu cool machen, hatte ich das Gefühl. Und cool können wir noch nicht. Wir müssen die Emotionen mitnehmen und wach sein."

Nach dem verlorenen ersten Satz wurde es aber besser, NawaRo agierte druckvoller im Aufschlag und spielte insgesamt besser. "Wir haben Erfurt zu Beginn zu sehr ins Spiel kommen lassen und zu wenig Druck gemacht", schätzte Julia Schaefer ein. "Und wenn Erfurt ins Spiel kommt, dann können sie durchaus wirklich gefährlich sein. Man muss voll dagegenhalten und das haben wir dann zum Glück auch gemacht." Man habe sich beim Aufschlag gesteigert. "Und wenn du dich in einem Element steigerst, dann kannst du dich auch in den anderen wieder herausziehen", so Schaefer.

Die Außenangreiferin, Leihgabe von Allianz MTV Stuttgart, wurde als beste Spielerin der Partie ausgezeichnet. "Längst überfällig", wenn es nach Trainer Frank geht. "Julia hält unser Spiel zusammen. Sie war schon in Suhl mit Abstand die Beste und hat auch jetzt wieder eine gute Leistung gezeigt", sagte er.

Das Team ist der Star

NawaRo ist derzeit das Überraschungsteam der Liga. Das Geheimnis? "Wir sind ein Team. Bei uns übernimmt jede Verantwortung, wir haben keinen großen Star. Jede leistet ihren Beitrag und kann den Unterschied ausmachen. Deshalb sind wir für die Gegner sehr schwer auszurechnen", findet Schaefer. Der Faktor Team kam auch gegen Erfurt zum Tragen, wieder spielten Spielerinnen aus der zweiten Reihe eine wichtige Rolle. Weil Tionna Williams vorsichtshalber geschont wurde, spielte Youngster Oda Lovo Steinsvag im Mittelblock und für Ragni Steen Knudsen kam phasenweise Lisa Izquierdo ins Spiel.

Was nun noch möglich ist in dieser Saison? Durch den erneuten Dreier ist Straubing sogar an Vilsbiburg in der Tabelle vorbei auf Platz sechs gezogen, wobei die Roten Raben noch eine Partie weniger bestritten haben. "Wir werden versuchen, aus der Saison alles rauszuholen, was geht", sagt Julia Schaefer. "Wir wollen gerne den siebten Platz festigen und schauen, was nach oben hin noch möglich ist."

Für Schaefer steht am Mittwoch ein besonderes Spiel an, denn dann geht es zu ihrem Stammverein nach Stuttgart. Für Benedikt Frank, der aufgrund des Kräfteverschleißes schon vor dem Erfurt-Spiel kein ganz gutes Gefühl hatte, ein Alles-kann-nichts-muss-Spiel: "Stuttgart nimmt das Spiel vermutlich als Generalprobe fürs Pokalendspiel am kommenden Wochenende. Wir fahren mit fünf Siegen im Rücken hin und schauen mal, was geht. Wir können da nichts verlieren."

 

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