30. Spieltag Fortuna wieder glücklos: Remis trotz gut 80 Minuten Überzahl

Düsseldorfs Rouwen Hennings erzielt per Elfmeter den Ausgleich zum 2:2 gegen 1899 Hoffenheim. Foto: Marius Becker/dpa-Pool/dpa/dpa

Wieder nur ein Unentschieden. Seit elf Spielen ist Uwe Rösler nun Trainer von Fortuna Düsseldorf. Nur zwei Spiele verlor sein Team seitdem. Aus der Abstiegszone kommt die Fortuna aber nicht. Weil sie nicht in der Lage ist, eine Führung auch über die Zeit zu bringen.

Düsseldorf - Eine fragwürdige Rote Karte bescherte Fortuna Düsseldorf diesmal mehr als 80 Minuten in Überzahl nach einer Führung. Nutzen konnte das Team von Trainer Uwe Rösler auch diesen Vorteil aber nicht. Am Samstag spielte der Tabellen-16. wieder nur Unentschieden.

Das 2:2 (1:1) gegen die TSG Hoffenheim war das siebte Remis im elften Spiel mit Rösler als Trainer. Zum achten Mal ging die Fortuna auch wieder in Führung - diesmal durch Torjäger Rouwen Hennings (5. Minute). Wieder stand am Ende aber kein Sieg. Wie in sechs anderen Spielen unter Rösler nach einer Führung auch.

"Wieder ein Spiel, in dem wir mehr hätten mitnehmen müssen", klagte Doppel-Torschütze Hennings, der per Foulelfmeter (76.) immerhin noch einen Punkt gerettet hatte. Ein weiterer Treffer des Torjägers (18.) wurde nach dem Einschreiten von Video-Schiedsrichter Christian Dingert zurückgenommen. Schiedsrichter Sören Storks hatte den Treffer auf dem Platz trotz eines Luftkampfs zwischen Kenan Karaman und Hoffenheims Stefan Posch zunächst gegeben. Da dies wohl keine klare Fehlentscheidung war, verblüffte das Einschreiten Dingerts nicht nur Rösler. "Ich komme aus England - für mich: Tor", sagte der frühere Premier-League-Profi.

Zwischendurch musste der Fortuna-Coach trotz der drückenden Überlegenheit seiner Mannschaft gar die dritte Niederlage unter seiner Verantwortung befürchten. Zu zehnt drehte Hoffenheim durch die Tore von Munas Dabbur (16.) und Steven Zuber (61.) vorübergehend das das Spiel. In der ersten Partie nach seiner Gelb-Rot-Sperre flog Benjamin Hübner nach nur neun Minuten wieder vom Platz. Vor einer Ecke geriet Hübners Hand im Gerangel ins Gesicht von Fortunas Abwehrchef Kaan Ayhan. Storks zückte sofort Rot - eine harte Entscheidung, die Dingert indes nicht beanstandete.

"Das ist eine ganz große Schande, was Ayhan macht. Das nimmt mir den Spaß am Fußball. Was er daraus macht, ist für mich eine Frechheit, eine Schande", schimpfte Hübner darüber, dass Ayhan sogleich zu Boden ging. Sein Trainer Alfred Schreuder äußerte sich verhaltener: "Für mich war das keine Rote Karte, aber das ist natürlich klar, dass ich das so sage, weil es gegen meine Mannschaft ging."

Storks Entscheidung beeinflusste das Spiel nachhaltig. Es spielte nur der Tabellen-16. gegen den Europa-League-Aspiranten. "Mit dem 2:2 können wir schon gut leben", räumte Schreuder nach dem Spiel ein und verteilte Komplimente an die Düsseldorfer: "Fortuna steht in der Tabelle viel schlechter, als sie angesichts ihres Spiels stehen müsste." Kaufen können sich die Rheinländer dafür indes wenig. Der Abstand auf die Nicht-Abstiegsplätze wächst.

"Die Spiele werden weniger", haderte auch Rösler, dem noch vier Partien bleiben. In den nächsten beiden Spielen geht es allerdings gegen die Champions-League-Aspiranten Borussia Dortmund und RB Leipzig. "Die Mannschaft ist frustriert, aber wir werden wieder aufstehen. Es wäre jetzt mal an der Zeit, auch gegen Dortmund oder in Leipzig das ein oder andere Pünktchen zu holen", forderte Rösler, der gegen den BVB auf Mittelfeldspieler Adam Bodzek nach dessen zehnter Gelben Karte verzichten muss.

 

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