1:5 in Wolfsburg Re-Start der Straubing Tigers misslungen

Schuss um Schuss muss Tigers-Goalie Florian Bugl parieren, doch das gelingt ihm am Freitag nicht immer gegen die Grizzlys. In dieser Szene klärt allerdings Marcel Brandt (2.v.l.) gegen Wolfsburgs Spencer Machacek (2.v.r.). Foto: Swen Pförtner/dpa

Die Straubing Tigers kassierten im ersten Ligaspiel nach der Deutschland-Cup-Pause eine 1:5-Niederlage bei den Grizzlys Wolfsburg. Am Freitagabend geriet das Team von Tom Pokel durch zwei Gegentore in Unterzahl ins Hintertreffen und ging schließlich als Verlierer vom Eis, weil das eigene Powerplay zu wenig Durchschlagskraft entwickelte und die Grizzlys bei fünf-gegen-fünf zielstrebiger agierten.

Beim Tabellenachten erwartete die Straubinger eine unangenehme Aufgabe - obwohl saisonübergreifend die letzten vier direkten Duelle an die Niederbayern gingen. Denn auch die Grizzlys hatten am Dienstag eine Niederlage in der Champions Hockey League kassiert und wollten nach einer Schwächephase unmittelbar vor der Länderspiel-Unterbrechung unbedingt in Erfolgsspur zurück. "Wir dürfen uns nicht auf dem Heimerfolg gegen die Grizzlys ausruhen, denn in Wolfsburg ist das ein anderes Pflaster. Es tut aber gut zu wissen, dass wir das Team schlagen können, wenn wir kompakt spielen und defensiv gut stehen", konstatierte Pokel vor der Partie. In Niedersachsen musste der Coach neben Hunter Miska, Mike Connolly und Cody Lampl auch auf Brandon Manning verzichten. Zudem kam Adrian Klein bei Kooperationspartner EV Landshut zum Einsatz, sodass die Tigers "nur" mit sechs Verteidigern anreisten.

Ordentliches Auftaktdrittel

Straubing erwischte einen guten Start. Bereits nach 21 Sekunden tauchte Josh Samanski auf Zuspiel von JC Lipon vor Grizzlys-Schlussmann Dustin Strahlmeier auf, doch der deutsche Nationaltorhüter parierte. Anschließend setzte Parker Tuomie (3.) einen Backhander bei einer Zwei-auf-eins-Situation deutlich über den Kasten. Einen Schlagschuss von Jason Akeson (5.) wehrte Strahlmeier dann recht problemlos ab, der anschließende Versuch von Benedikt Kohl wurde geblockt. Dazwischen stand auch Florian Bugl erstmals im Fokus, als der junge Tigers-Goalie einen Drehschuss von Luis Schinko souverän abwehrte. In der Folge erarbeiteten sich die Gastgeber deutlich mehr Spielanteile, doch Bugl war auch bei den Gelegenheiten von Jordan Murray und Spencer Machacek auf dem Posten. Im persönlichen Duell mit dem Kanadier Machacek glänzte der Linksfänger zweimal mit seiner blitzschnellen Fanghand. Zuvor waren die Tigers im Glück, da Darren Archibald bei einem Alleingang in Unterzahl zu ungenau zielte. "Ich denke wir können ganz zufrieden sein. Wolfsburg hatte ein leichtes Übergewicht. Wir wussten, dass sie hart rauskommen. Wir wollten im ersten Drittel defensiv ordentlich stehen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir offensiv ein paar Akzente setzen. Der Start lief richtig gut, dann haben wir etwas nachgelassen", bilanzierte Sandro Schönberger im TV-Interview bei MagentaSport nach den ersten 20 Minuten.

Erstes Saisontor für Samanski

Im Mitteldrittel folgte jedoch ein früher Rückschlag. Darren Archibald (23.) war für Wolfsburg in Überzahl zur Stelle, als eine von Spencer Machacek clever abgefälschte Scheibe direkt auf seiner Kelle landete. Die postwendende Antwort hatte Samanski (25.) parat. Der 20-Jährige fälschte einen Blueliner von Ian Scheid unhaltbar ab - und markierte so seinen ersten Saisontreffer. Doch der Ausgleich gab den Tigers keinen Auftrieb, stattdessen übernahmen die Grizzlys wieder das Kommando. Rhett Rakshani (35.) sorgte mit einem fulminanten One-Timer im Powerplay für die erneute Führung der Hausherren. Und Jean-Christophe Beaudin (39.) erhöhte 106 Sekunden vor der zweiten Pause. Der Rechtsschütze überwand Bugl, der zuvor gegen Tyler Morley (26.), Jordan Murray (31./erneut bei Tigers-Überzahl!) und Armin Wurm (33.) weitere Gegentreffer verhinderte, auf der Stockhandseite. Die Tigers kamen durch Travis St. Denis (32.) und Taylor Leier (37.) zu zwei nennenswerten Möglichkeiten aus dem Slot, aber Strahlmeier war der gewohnt zuverlässige Rückhalt für den DEL-Finalisten von 2021.

Der Schlussabschnitt begann mit einer guten Straubinger Phase, doch Yannik Valenti (44.) und Ian Scheid (45.) verpassten den Anschlusstreffer. Bitter für die Tigers, dass die Schiedsrichter anschließend eine klare Spielverzögerung von Wolfsburgs Aushilfsverteidiger Fabio Pfohl nicht ahndeten. Eine Schlüsselszene, da Trevor Mingoia (46.) wenige Zeigerumdrehungen später mit einem spektakulären Move durch die eigenen Beine für die Vorentscheidung sorgte. Nach einem Scheibenverlust von Kohl erzielte Laurin Braun (52.) nach sehenswerter Vorarbeit von Rakhshani den 5:1-Endstand. "Mit 20 Minuten Eishockey gewinnt man kein Spiel, egal gegen wen und egal in welcher Liga. Das war ganz weit weg von unserem normalen Spiel", fand Verteidiger Marcel Brandt unmittelbar nach dem Abpfiff klare Worte.

Wolfsburg - Straubing 5:1

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier - Murray, Krupp; Zajac, Bittner; Pfohl, Wurm - Mingoia, Jeffrey, Machacek; Klos, Fauser, Dumont; L. Braun, Beaudin, Rakhshani; Archibald, Morley, Schinko;

Straubing Tigers: Bugl - Brandt, Scheid; Zimmermann, Kohl; Bourque, Daschner - Tuomie, Samanski, Lipon; Leier, Zengerle, St. Denis; Brunnhuber, Turnbull, Valenti; Schönberger, Adam; Akeson;

Tore: 1:0 (22:10) Archibald (Machacek, Rakhshani - PP1), 1:1 (24:21) Samanski (Scheid, Tuomie), 2:1 (34:34) Rakhshani (Zajac, Jeffrey - PP1), 3:1 (38:14) Beaudin (L. Braun, Krupp), 4:1 (45:18) Mingoia (Machacek, Jeffrey), 5:1 (51:37) L. Braun (Rakhshani);

Strafminuten: Wolfsburg 6 - Straubing 8;

Schiedsrichter: Iwert, Gofman;

Zuschauer: 2.066.

Weitere Artikel

 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading