Zeitung rund um die Uhr

So wird die Tageszeitung gemacht


Was tagsüber im Verlag passiert, erfahrt ihr bei Freistunde.

Was tagsüber im Verlag passiert, erfahrt ihr bei Freistunde.

Von Tanja Pfeffer

Jeden Tag liegt sie frühmorgens im Briefkasten. Jeden Tag erfahren die Leser Neues aus ihrer Region. Jeden Tag informiert sie über aktuelle Ereignisse und bietet Orientierung in unserer schnelllebigen Welt: die Tageszeitung. Doch welchen Weg hat die Zeitung hinter sich und woher kommen die Nachrichten aus aller Welt? Ein Blick hinter die Kulissen der Zeitungsproduktion der Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung.

Das passiert tagsüber im Verlag:

8 Uhr: Das Anzeigengeschäft startet
Für viele Mitarbeiter des Verlags beginnt der Arbeitstag. Die Büros in verschiedenen Abteilungen füllen sich, zum Beispiel im Vertrieb, in der EDV-Abteilung oder in der Anzeigenabteilung. Ab jetzt kann der Leser mit den Mitarbeitern der Zeitung in Kontakt treten. Außer mit den Redakteuren. Die beginnen ihre Arbeit erst etwas später am Tag. Wer Werbung in der Zeitung buchen möchte, kann das täglich ab 8 Uhr machen, außer sonntags. Das geht bis 12 Uhr, wenn die Anzeige am nächsten Tag erscheinen soll. Ausnahmen gibt es allerdings auch, zum Beispiel für Todesanzeigen. Über ein spezielles Computersystem werden die gebuchten Anzeigen im Verlag aufgenommen und zur Gestaltung weitergegeben.

9 Uhr: Der Leserservice
Der Leserservice öffnet seine Türen. Hier werden zum Beispiel Bücher verkauft oder auch Eintrittskarten für Veranstaltungen. Der Leserservice ist ein Teilbereich des Verlagsmarketings. Denn auch eine Tageszeitung muss für sich Werbung machen. Im Marketing werden zum Beispiel Veranstaltungen der Zeitung geplant, Spendenaktionen verwaltet oder auch Werbematerialien bestellt, wie zum Beispiel Stifte mit dem Logo der Zeitung.

10 Uhr: In den Redaktionen
Die Redakteure beginnen ihren Arbeitstag. Es gibt verschiedene Redaktionen. Auch die Freistunde wird in einer eigenen Redaktion gemacht - in der Kinder- und Jugendredaktion. Die Mantelredaktionen, wie Politik, Sport oder Wirtschaft haben ihre Büros in Straubing, in einem der Hauptstandorte des Verlags. Zusätzlich gibt es noch eine große Redaktion in Landshut und weitere, kleinere Redaktionen im Gebiet des Verlages, die sich um die Nachrichten aus ihrer Region kümmern. Das sind die Lokalredaktionen. Aber nur ein Teil der Redakteure stürzt sich gleich am Morgen in die Recherche für die Geschichten der folgenden Ausgabe. Die anderen machen den Redaktionsdienst, das heißt sie redigieren, also korrigieren die Texte von freien Mitarbeitern, wählen Fotos aus und bearbeiten die Texte der Agenturen. Kurz: Sie planen die Zeitung des nächsten Tages. Das Layout der Seite nimmt erst gegen Abend Gestalt an. Übrigens: Der Verlag hat auch einen Onlineauftritt. Du findest die Seite unter www.idowa.de. Die Internet-Redakteure arbeiten von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends im Schichtdienst und stellen aktuelle Nachrichten aus der Region online.

12 Uhr: In der Bastelstube
Nach Anzeigenschluss laufen die gebuchten Anzeigen zu den Erfassern. Sie gestalten die Werbung für die nächste Ausgabe nach Vorgaben des Kunden. Sobald sie damit fertig sind, werden die Anzeigen korrigiert und gegen Abend schließlich auf die geplante Zeitungsseite gesetzt.

14 Uhr: Die Spiegelkonferenz
Nachdem die einzelnen Redaktionen abschätzen können, wie viele Berichte und Fotos sie am folgenden Tag veröffentlichen werden, bestellen sie jeden Tag die entsprechende Anzahl an Zeitungsseiten - und zwar beim Chef vom Dienst, kurz CvD. Der CvD ist aber nicht immer derselbe Redakteur. Einige Mitarbeiter wechseln sich dabei ab. Ab etwa 14 Uhr planen sie die Zeitung für den nächsten Tag. Dazu müssen sie die Zahl der Anzeigen berücksichtigen und die Wünsche der Redaktionen. Jetzt legen sie den Umfang der Zeitung fest und planen, wo was zu lesen ist. Deswegen ist die Zeitung auch nicht jeden Tag gleich dick.

15 bis 21 Uhr: Das Layout
Sobald die Redaktionen vom CvD Bescheid bekommen, wie viele Seiten sie für die nächste Ausgabe zur Verfügung haben, beginnen sie damit, der Zeitung von morgen ein Gesicht zu geben. Sie schreiben ihre Texte fertig und bauen alle für den Folgetag geplanten Artikel zu fertigen Zeitungsseiten zusammen.

Das passiert nachts im Verlag:

21 bis 23 Uhr: Der Systemraum
Im Systemraum laufen abends die Fäden zusammen. Sobald alle Seiten der Zeitung mit Texten und Anzeigen gefüllt sind und auf Fehler geprüft wurden, werden sie über den Systemraum im Verlagsgebäude in der Innenstadt digital an das Druckzentrum am Stadtrand geschickt. Normalerweise sind die Zeitungsseiten der Redaktionen fertig. Passiert aber ein schwerer Unfall oder brennt zum Beispiel der Stadtturm in Straubing, werden die Redakteure, die Bereitschaftsdienst haben, von der Polizei oder der Feuerwehr per SMS informiert. Bis ungefähr Mitternacht kann die Zeitung aktualisiert werden. Wichtige Ereignisse, die davor passieren, werden noch eingefügt.

23 bis 4 Uhr: Der Druck
Ab 23 Uhr laufen die Druckmaschinen in Straubing und Landshut an. Die fertigen digitalen Seiten werden auf Aluminiumplatten übertragen. Für jede farbige Seite werden vier Druckplatten benötigt. Für jede Farbe eine. Die Zeitung wird im Vierfarbdruck hergestellt. Vier Farben reichen aus, um jede Farbe mischen zu können, nämlich Blau, Rot, Gelb und Schwarz. Knapp 400 Liter schwarze Farbe werden täglich verdruckt, von den anderen Farben brauchen die Drucker täglich rund 300 Liter insgesamt. Das Zeitungspapier ist anfangs noch auf große Rollen aufgespannt. Etwa 20 Kilometer Papier sind auf einer Rolle. Pro Nacht werden zwischen 30 und 40 Rollen aufgebraucht. Über die Aluminiumplatten werden - jede Platte nacheinander - die Zeitungsseiten auf das Papier übertragen. Danach werden die Papierbahnen in der richtigen Größe zugeschnitten und zu fertigen Zeitungen zusammengelegt, also gefalzt. Die fertigen Zeitungen werden zum Teil noch mit Beilagen befüllt und dann zu Stapeln verpackt.

3 bis 6.30 Uhr: Die Austräger
Während die Redakteure schlafen, beginnt für rund 1.500 Menschen der neue Arbeitstag: Die Austräger, bringen das Straubinger Tagblatt, die Landshuter Zeitung und alle anderen Nebenausgaben zu den Lesern, damit sie rechtzeitig auf dem Frühstückstisch liegen. Und das bei jedem Wetter.

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Der Leserservice verkauft Bücher oder Eintrittskarten für Veranstaltungen. (Foto: Julia Gabauer)

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Bei der Redaktionskonferenz werden die Themen für den nächsten Tag verteilt. (Foto: David Voltz)

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Etwa 20 Kilometer Papier ist auf einer Rolle Zeitungspapier aufgespannt. Zwischen 30 und 40 Rollen werden für alle Ausgaben bedruckt.

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Ein Blick in die Druckerei.

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Austräger stellen die Zeitung zu.

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Was nachts im Verlag geschieht, erfahrt ihr bei Freistunde.