YouTube-Serie

Internetphänomen „The Amazing Digital Circus“ kommt in die Kinos

„Der unglaubliche digitale Zirkus“ sieht aus wie eine Kinderserie, aber wirft viele existenzielle Fragen auf. Das spannende Internetphänomen endet bald.

Die Bewohner des digitalen Zirkus überlegen, wie sie vor der KI Caine fliehen können.

Die Bewohner des digitalen Zirkus überlegen, wie sie vor der KI Caine fliehen können.

Darum geht’s: Pomni wacht in einem seltsamen Zirkus im Körper eines Cartoon-Clowns auf. Ohne Erinnerungen trifft sie auf Caine, eine künstliche Intelligenz, die programmiert ist, die Bewohner des Zirkus glücklich zu machen. Das versucht das Wesen mit einem riesigen Gebiss, indem es die Menschen auf verrückte Abenteuer schickt. Doch so sehr sich Caine auch bemüht, diese Reisen möglichst witzig und spannend zu gestalten: Alle Zirkusbewohner wirken immens deprimiert in ihren fremden Körpern. Sie sind verstört, wollen Freiheit und zurück in ihr altes Leben.

Neben Pomni sind das der unberechenbare Hase Jax, die sensible Gangle und der mysteriöse, verwirrte Kinger. Außerdem freundet sich Pomni mit Ragatha an, die es allen immer recht machen will, und Zooble, die so frustriert von ihrem Körper aus losen Spielzeug- Bausteinen ist, dass sie jedes Abenteuer von Caine ablehnt.

Das Leben in dem digitalen Zirkus unter der Regie der instabilen KI wirft für die Bewohner existenzielle Fragen auf: Wer sind sie wirklich? Wie sind sie hierhergekommen? Und vor allem: Wie kommen sie hier wieder raus? Je mehr die Gruppe nach Antworten sucht, desto mehr scheint die Programmierung von Caine auseinanderzubrechen. Wenigstens die Freundschaft zwischen den Bewohnern wächst. Aber können sie wirklich einen Ausweg finden, wenn der psychologische Druck auf die Menschen im digitalen Zirkus immer größer wird?

Das Besondere: „Der unglaubliche digitale Zirkus“ wird von dem unabhängigen Studio „Glitch Productions“ für YouTube animiert. Dadurch wurde es sofort zum Internet-Phänomen: Die kindliche Aufmachung, die allerdings eine riesige Anzahl an philosophischen Fragen versteckt, spricht sowohl erwachsene Zuschauer an als auch Kinder. Letztere sind aber definitiv nicht die Zielgruppe und vor allem, wenn sich „Der unglaubliche digitale Zirkus“ auf Horror-Elemente konzentriert, sicher fehl am Platz.

Dennoch ist der Erfolg der Serie riesig, vor allem für eine unabhängige Produktion: Millionen von Klicks machen sie zu einer der beliebtesten Shows auf YouTube, und durch einen Deal mit Netflix erscheint die Serie ebenfalls auf der Streaming-Plattform. Die letzte Folge kommt im Juni sogar in die Kinos. Eine Veröffentlichung für die große Leinwand wird es in Deutschland nach großer Nachfrage vonseiten der Fans auch geben.

Fazit: Die Autorin und Erfinderin der Geschichte, bekannt unter dem Künstlernamen gooseworx, hat mit „Der unglaubliche digitale Zirkus“ eine Serie erschaffen, die gleichzeitig spannende philosophische Ideen über Identität und den digitalen Raum aufwirft. Sie bietet auch großartige Action und witzige Charakterdynamiken.

Die Animation ist bunt, chaotisch und überdreht, was ältere Zuschauer vielleicht erst einmal von der Serie abschrecken könnte. Aber es lohnt sich, der Show eine Chance zu geben: Nicht umsonst ist sie zu einem riesigen Phänomen mit zahlreichen Merchandise- Artikeln und wilden Fan-Theorien herangewachsen.

Dafür, dass „Der unglaubliche digitale Zirkus“ von einem kleinen unabhängigen Studio gemacht wird, ist sie ein Erfolg auf allen Ebenen. Es bleibt abzuwarten, ob die letzte Folge Fans zufriedenstellen wird. Millionen von Zuschauern warten gespannt, wie die Geschichte für Pomni und ihre Freunde endet. Wenn man dem Trailer glauben darf, wird es wohl ziemlich düster und ernst.

„Der unglaubliche digitale Zirkus“, Abenteuerserie, zu sehen auf Netflix und kostenlos auf YouTube, acht Folgen à 25 Minuten Dauer, empfohlen ab zwölf Jahren.

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