Serien-Tipp

Die letzte Staffel von „Euphoria“ vergisst, was die Serie besonders macht

Die finale dritte Staffel der Serie „Euphoria“ ist spektakulärer und vielseitiger als je zuvor – die Teenager müssen sich nun in der echten Welt zurechtfinden. Viele Fans aber sind froh, dass die Geschichte damit endet.

Hauptcharakter Rue muss mit den Konsequenzen ihrer damaligen Drogensucht zurechtkommen.

Hauptcharakter Rue muss mit den Konsequenzen ihrer damaligen Drogensucht zurechtkommen.

Von Maximilian Schuirer

Rückblick auf Staffel eins und zwei: Insgesamt 18 Folgen erzählen die Geschichte rund um die Highschool-Schülerin Rue und ihre Freunde. Anders als viele Teenager-Dramen zeigt „Euphoria“ die bittere Realität der Gen Z in der heutigen Zeit – Drogen, Sucht, Gewalt, Liebe oder Mobbing – in einer ungewohnt expliziten Art, die die Aufmerksamkeit vieler junger Menschen auf sich zog und schnell zu einem popkulturellen Phänomen wurde.

Staffel drei spielt fünf Jahre nach den Geschehnissen der ersten beiden Staffeln und thematisiert die Lebensumstände der Hauptfiguren in der „echten Welt“, in der sie nicht mehr durch die sicheren Grenzen der Highschool und der kleinen Vorstadt geschützt werden.

Darum geht’s: Ein Greifvogel landet auf Rues Auto, das beim Versuch, über die mexikanische Grenze zu kommen, stecken bleibt. Darauf folgt die Titel-Card und es wird klar: Staffel drei ist größer und komplexer, als man es zuvor gewohnt war. Der Handlungsstrang bewegt sich nun zwischen vielen individuellen Geschichten der Charaktere hin und her. Rue versucht, ihre Schulden bei den Drogenhändlern zurückzuzahlen. Cassie und Nate führen ein gemeinsames Leben. Maddie und Lexi wollen in Hollywood groß werden, und Jules ist Sugarbaby eines verheirateten Chirurgen. Dass diese Situationen nicht so bleiben, ist wohl jedem klar, der die Erlebnisse der Gruppe in der Highschool gesehen hat.

Fazit: Mit der dritten Staffel sind nicht nur Rue und ihre Mitschüler gealtert, sondern auch die Zuschauer selbst. Wie es für „Euphoria“ üblich ist, werden weiter viele wichtige Probleme wie Prostitution oder Waffenbesitz dargestellt und kritisiert. Auch visuell liefert die Staffel, genau wie ihre Vorgänger, atemberaubende Bilder. Insgesamt sind sich Fans allerdings einig: Obwohl einige Momente aus dieser Staffel unterhalten, schafft sie es nicht, den beiden Vorgängern gerecht zu werden. Grund dafür sind für viele die fehlende Tiefe der Charaktere, Stereotype und fragwürdige Story-Entscheidungen in einer Geschichte, die mehr an einen Blockbuster als an ein Teenie-Drama erinnert. Auch die charakteristische Musik wie „Mount Everest“ oder „All for us“ fehlt, welche essenziell für die Serie war, da Komponist Labyrinth aufgrund interner Differenzen aus der Produktion ausstieg.

Unabhängig betrachtet wäre Staffel drei eine empfehlenswerte eigenständige Serie. Als Fortsetzung versagt sie jedoch und scheitert daran, diese ursprüngliche Magie weiterzuführen.     Maximilian Schuirer

„Euphoria“, Teen-Drama, acht Folgen à 60 Minuten, verfügbar auf HBO Max, freigegeben ab 16 Jahren.
 

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