Schöner Gegensatz auf CD

„AnnenMayKantereit“-Bassist Malte Huck spricht über das neue Album „Alles Nix Konkretes“


Seit ihrer Schulzeit machen drei Kölner Jungs zusammen Musik. Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit sind "AnnenMayKantereit". Vor zwei Jahren kam Bassist Malte Huck zu der deutschen Band. Am nächsten Freitag, 18. März, erscheint das erste Album der Gruppe. Warum die Platte eine Definition einer sehr langen Zeitspanne ist, erzählt Malte im Interview.

Hallo Malte, welches Thema hat euer neues Album "Alles Nix Konkretes"? Erwartet den Hörer nix Konkretes?

Malte Huck: Oh, das ist eine gute Frage. Es gibt kein übergreifendes Thema für alle Lieder. Denn "Barfuß am Klavier" ist schon sieben Jahre alt und das neueste ist "Das Krokodil". Diese Songs unterscheiden sich schon mal völlig. Das eine ist ein klassisches Liebeslied oder der Ausschnitt einer Beziehung und das andere handelt von unserem Tour-Alltag - ein wenig ironisch dargestellt. Dazu kommt das, was uns und vor allem Henning - der schreibt ja die Texte - bewegt und worüber wir reden. Natürlich kommen so Sachen wie Liebe und Freundschaft nicht zu kurz, aber auch der Tour-Alltag, Umziehen oder was auch immer uns gerade durch den Kopf geht.

Habt ihr deshalb auch den Titel "Alles Nix Konkretes" gewählt? Weil so viele verschiedene Themen auf der Platte sind?

Unsere EP heißt ja "Wird schon irgendwie gehen". Das ist eine Songzeile aus "Dritter Stock". Und für unser Album wollten wir wieder eine Songzeile haben. Deshalb haben wir uns Zeilen aus verschiedenen Liedern rausgeschrieben und uns für "Alles Nix Konkretes" entschieden. Das kommt bei "Es geht mir gut" vor. Wir fanden, dass das eine gute Überschrift für das Album ist. Außerdem ist es für uns ein schöner Gegensatz, dass die Worte "Alles" und "Nix" so dicht hintereinander kommen. Wenn man uns fragen sollte, wie wir das Album definieren, dann gibt's ja auch keine richtige Antwort darauf. Es ist eine Definition einer sehr langen Zeitspanne. Witzigerweise hat "Alles Nix Konkretes" auch genauso viele Buchstaben wie "AnnenMayKantereit". Das sieht ganz schick aus.

Warum leitet das Lied "Oft gefragt" eure neue Platte ein?

Wir haben uns sehr lange über die Reihenfolge unterhalten. "Oft gefragt" ist wahrscheinlich der Titel, den viele schon kennen. Wir präsentieren ihn direkt am Anfang, um den Effekt vorzubeugen, dass Hörer auf das Lied warten, ungeduldig bei den ersten Songs sind und sich fragen, wann dieses eine Lied kommt. Darüber hinaus ist es ein sehr schönes Lied, auf das wir alle sehr stolz sind. Wir machen es als Opener, um dem Thema noch mal eine Plattform zu geben. Wir wollen, dass es noch mal neu wertgeschätzt wird. Die ersten beiden Titel auf dem Album, "Oft gefragt" und "Pocahontas" wurden auch schon veröffentlicht. Danach beginnt das zweite Kapitel des Albums. Da kann der Hörer sich dann entspannt zurücklehnen und gucken, ob ihm der Rest auch gefällt.

Bei euren Songs sticht die unglaubliche Stimme von Sänger Henning May heraus. Was war dein Gedanke, als du ihn das erste Mal singen gehört hast?

Das erste Mal habe ich ihn vor etwa zwei Jahren singen gehört. Mein Kumpel Carlo, der damals Booker der Band war, hat mir "Oft gefragt" im Zug vorgespielt - auf einem Kopfhörer, der ein bisschen kaputt war. Ich habe es dadurch nicht richtig gehört und ich war auch nicht in der richtigen Stimmung. Ich habe nur diese Stimme gehört und dachte: Das ist irgendein 40-jähriger Typ und das Lied ist nicht so gut produziert. Ich habe damals gesagt, ich muss es mir in einem anderen Moment noch mal anhören. Beim zweiten Mal war ich super geflashed. Erstmal weil diese Stimme aus dem Typen rauskommt. Damit habe ich nicht gerechnet. Vor etwa eineinhalb Jahren habe ich die Jungs dann zum ersten Mal gesehen und war wieder super geflashed. Ich fand die Mucke krass, den Auftritt lässig und dachte: Das ist eine richtig coole deutsche Band. Da stand aber noch nicht zur Debatte, dass ich mal mitspielen werde.