Corona-Krise

Start ins Schuljahr: Schulen vor Herausforderungen


Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt während einer Unterrichtsstunde neben einem Schüler.

Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt während einer Unterrichtsstunde neben einem Schüler.

Von Redaktion idowa und mit Material der dpa

Mit Maske oder ohne? Mit Abstand oder ohne? Zum Schulstart in der Corona-Pandemie gibt es weiter viel Unklarheit. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin warnt unterdessen vor einem Wettkampf, wer die strengsten Regeln hat.

Am Montag startet in Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein die Schule nach den Sommerferien. Bayern ist etwas später dran - die Diskussionen um Maskenpflicht und Hygienekonzepte reißen jedoch nicht ab.

Der Ärzteverband Marburger Bund hat seine Meinung im Vorfeld deutlich gemacht: Masken im Unterricht machen "überhaupt keinen Sinn", sagten die Vertreter der Ärzteschaft.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordert dazu auf, "dass in der Schule Mund- und Nasenbedeckungen getragen werden sollten, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können". Das sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Angesichts der Corona-Pandemie sieht sie die Schulen vor Herausforderungen, wie es sie "vielleicht noch nie" gab. "Jetzt wünschen sich verständlicherweise viele die Rückkehr zum Präsenzunterricht. Die persönliche Begegnung ist für den Lernerfolg unstreitig von besonderer Bedeutung." Gerade benachteiligte Schülerinnen und Schüler hätten unter den Schulschließungen besonders gelitten. "Denn sie erreichen wir mit digitalen Lernformaten noch nicht gut genug", so Karliczek.

Der Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, der SPD-Abgeordnete Ernst Dieter Rossmann, bezeichnete in der Zeitung den Schulstart als "Stresstest für den Bildungsföderalismus". Er forderte von den Bundesländer "mehr Klarheit und Gemeinsamkeit über das Hygienekonzept hinaus". Unterschiedliche Regelungen in benachbarten Bundesländern könnten nur verwirren, wenn nicht eindeutig und einsehbar begründet werden könne, was die besonderen Kriterien und regional unterschiedliche Ausgangsbedingungen seien.

Die stellvertretende Ausschussvorsitzende Sybille Benning (CDU) sagte der Zeitung: Eine Rückkehr in den uns bekannten Schulbetrieb wird es vorerst nicht geben. Die oberste Maxime bleibt der Gesundheitsschutz. Nichtsdestotrotz bin ich der festen Überzeugung, dass eine Wiederaufnahme des Unterrichtes unter der Einhaltung der dafür konzipierten Hygienemaßnahmen von großer Bedeutung ist, um die Chancengerechtigkeit für alle jungen Menschen in Deutschland gewährleisten zu können."

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) warnte vor einem Wettbewerb unter den Ländern über besonders strenge Corona-Regeln in den Schulen. "Die Länder sind in enger Abstimmung, und es gibt einen regelmäßigen Austausch sowohl auf Fachebene als auch unter den Kultusministern. Ich will aber auch betonen: Wettläufe zwischen Bundesländern um besonders strenge Regeln halte ich für falsch."

Linken-Chefin Katja Kipping will beim Thema Maske auf Einsicht setzen. "Die Lehrkräfte sollten ausstrahlen, dass es gut ist, wenn Masken getragen werden. Bei den ganz Kleinen besteht auch die Gefahr, dass sie die Masken unsachgemäß benutzen, hier ist ein aufklärender Gestus wichtig", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Laut Kipping hätte die Politik die Ferienzeit stärker nutzen müssen, um sich auf den Schulbeginn vorzubereiten, etwa um zusätzliche Räume zu akquirieren. "Niemand sollte so tun, als könne man einfach zum Normalbetrieb übergehen."