Umweltpolitik

Stadt und Landkreis: Biosphärenregion weiterverfolgen


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Kastanien lösen sich bei herbstlichem Wetter aus der Fruchthülle.

Von dpa

Stadt und Landkreis Aschaffenburg wollen das Projekt der Biosphärenregion Spessart weiterverfolgen. Das teilten die Stadt am Untermain und das Landratsamt Aschaffenburg nach jeweiligen Sitzungen am Montagabend mit.

"Im nächsten Schritt treten die Landkreise Aschaffenburg, Main-Spessart und Miltenberg in den Dialog mit den Kommunen, um deren Bereitschaft zu erörtern, sich einer Antragstellung anzuschließen", erklärte ein Sprecher des Landratsamtes Aschaffenburg. Gegen eine angemessene Ausgleichsleistung durch den Freistaat Bayern könnten, falls gewollt, freiwillig kommunale Flächen in eine mögliche unberührte Kernzone eingebracht werden.

Das Biosphärenreservat soll eine Modellregion für nachhaltiges Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur sein. Anders als ein Nationalpark kann es deutlich stärker wirtschaftlich durch den Menschen genutzt werden, beispielsweise durch Vermarktung regionaler Produkte und Förderung von nachhaltigem Tourismus. Naturschützer unterstützen die Idee einer solchen Region im Spessart.

Die Landkreise Main-Spessart und Miltenberg hatten Ende Februar ihr Interesse bekundet. In der Region wird seit Sommer 2022 überlegt, ob sie zusammen eine Unesco-Biosphärenregion errichtet. Den Abstimmungen vorausgegangen war eine Machbarkeitsstudie, in der beleuchtet wurde, inwiefern der Spessart die Kriterien für eine Biosphärenregion erfüllen kann.

Ein Knackpunkt ist allerdings, ob genügend Fläche zusammenkommt, um die sogenannte Kernzone zu bilden. Die Kernzone gilt als Naturschutzgebiet. Geplant ist sie für den Hochspessart. Sie kann relativ klein sein - nur mindestens drei Prozent der gesamten Biosphärenregion muss sie ausmachen.

"Widerstand gegen die Biosphärenregion gibt es vor allem von Menschen mit Holzrechten, die Angst haben, in der Kernzone ihre Holzrechte nicht mehr nutzen zu können", sagte ein Sprecher des Landkreises Main-Spessart. Eine mögliche Lösung wäre, den Menschen mit Holzrechten andere Flächen zum Ausgleich zu geben, aus denen sie Holz entnehmen können.


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