Kultur

Nach Golddiebstahl: Ausstellung in Manchinger Museum öffnet


sized

Eine Außenansicht des Kelten Römer Museums in Manching.

Von dpa

Mehr als fünf Monate nach dem spektakulären Diebstahl eines keltischen Goldschatzes aus einem Museum in Oberbayern öffnet dort wieder die reguläre Ausstellung. Nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten sei die Dauerausstellung des Kelten Römer Museums in Manching vom 2. Mai an wieder zu sehen, teilten Museum und Archäologische Staatssammlung am Freitag mit.

Die beim Einbruch Ende November 2022 aufgebrochenen Vitrinen blieben vorerst aber für Besucher gesperrt. Wie es mit diesem Bereich weitergehe, sei "Gegenstand von Überlegungen", hieß es. Zuvor war geprüft worden, ob die gestohlenen Münzen durch Imitate dargestellt werden sollen. Es gebe noch keine Entscheidung und werde intern noch diskutiert, sagte Museumsleiter Tobias Esch der Deutschen Presse-Agentur.

In der Nacht zum 22. November waren bislang unbekannte Täter in das Manchinger Museum eingebrochen und hatten einen Schatz mit 483 keltischen Goldmünzen aus der Zeit um 100 vor Christus sowie drei weitere Münzen gestohlen. Der reine Materialwert des 3,7 Kilo schweren Schatzes wird auf rund eine Viertelmillion Euro geschätzt, der Handelswert für die historischen Münzen geht allerdings in die Millionen. Die 1999 in Manching ausgegrabene Münzsammlung war der größte keltische Goldfund des vergangenen Jahrhunderts und das Prunkstück des Hauses. Das bayerische Landeskriminalamt ermittelt mit einer Sonderkommission namens "Oppidum". Bis zuletzt gab es keine konkrete Spur.

Nach dem Einbruch hatte das Museum im Dezember nur die aktuelle Sonderausstellung wieder geöffnet, die Dauerausstellung blieb geschlossen. "Der Diebstahl hat uns schwer getroffen und wirkt bis heute nach. Schließlich gehörte der Goldschatz zu den Highlight-Exponaten des Museums", teilte Herbert Nerb, Erster Bürgermeister des Marktes Manching, am Freitag. Nun gelte es aber, den Blick wieder Richtung Zukunft zu lenken.

Der Direktor der Archäologischen Staatssammlung, Rupert Gebhard, betonte, dass das Museum auch ohne die Goldmünzen zahlreiche Schätze zu bieten habe: "Einzigartig sind etwa das rätselhafte Kultbäumchen aus der Keltenstadt von Manching oder die beiden Bootswracks aus Oberstimm - die besterhaltenen römischen Militärschiffe nördlich der Alpen."

Ob der spektakuläre Goldraub nun vielleicht mehr Besucher anzieht? "Das kann natürlich sein, weil wir durch den Einbruch viel in den Medien waren", sagte Museumsleiter Esch. Er könne sich gut vorstellen, dass neben archäologisch Interessierten auch Schaulustige kämen. "Das ist aber ein Nebeneffekt, auf den ich gern verzichtet hätte."