NS-Geschichte

Gedenken in Flossenbürg am Jahrestag der Befreiung des KZs


Zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg haben sich der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm für eine lebendige Erinnerungskultur eingesetzt. "Erinnerungsorte wie Flossenbürg zeigen uns, wie kostbar unser freiheitliches Leben ist und dass wir unsere Werte verteidigen müssen, wenn sie herausgefordert werden", sagte Herrmann am Sonntag. "Auch nach so langer Zeit erfüllt uns dieser Ort immer noch mit tiefer Bestürzung und Scham."

Bedford-Strohm sagte, nur eine öffentlich sichtbare Erinnerungskultur könne nachhaltig dazu beitragen, dass auch "eine öffentliche Kultur der Humanität immer wieder neue Nahrung bekommt". Nur ein "bleibendes Erschrecken" helfe gegen die "heutigen Verletzungen der Humanität". Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg erinnere an die "Zerbrechlichkeit von gemeinsamen ethischen Überzeugungen, die wir für gesichert halten", sagte der Landesbischof. "Wir müssen immer wieder von neuem dafür eintreten."

Schon im Vorfeld des Jahrestags hatte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) die Gedenkstätte als "Musterbeispiel für innovative Erinnerungskultur" gelobt. Er betonte: "Wir werden das Erinnern wachhalten, das Gedenken pflegen und nicht zulassen, dass rechtsextreme und geschichtsvergessene Personen je die Deutungshoheit über Orte wie diesen gewinnen."

Das KZ Flossenbürg war am 23. April 1945 von der US-Armee befreit worden. Von etwa 100.000 Menschen, die dort oder in den Außenlagern inhaftiert waren, waren rund 30.000 gestorben.