Drei Fälle auf einmal

„Russische Callcenter“ treiben ihr Unwesen in der Oberpfalz

Ein Zusammenhang zwischen den Fällen wird derzeit geprüft.(Symbolfoto)

Ein Zusammenhang zwischen den Fällen wird derzeit geprüft.(Symbolfoto)

Von Redaktion idowa

Am Montag ist es in Regensburg und Amberg zu mehreren Betrugsanrufen durch „Russische Callcenter“ gekommen. Nun hat das Polizeipräsidium Oberpfalz eine Warnung ausgesprochen. 

Bei der neuen Variante des Callcenter-Betrugs werden laut Polizei vor allem russischsprachige Bürger gezielt auf Russisch angesprochen. So wollen sich die Täter das Vertrauen der Opfer schnell erschleichen und diese zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen drängen. Die bekannte Masche des Schockanrufs bleibt dabei erhalten. Der Anrufer spricht Russisch und wählt gezielt Nummern von russischsprachigen Personen. Unter Vortäuschen der klassischen Unfalllegende treten die Täter überwiegend als falsche Polizeibeamte auf.

Während deutschlandweit bereits Fälle der Masche erfasst wurden, kam es in der Oberpfalz am Montag erstmals zu solchen Fällen. 

Wie die Polizei berichtet, ereignete sich der erste Betrugsversuch am Montagnachmittag in der Prüfeninger Straße in Regensburg. Gegen 13.30 Uhr rief ein bislang unbekannter Täter in russischer Sprache bei einem ukrainisch-deutschen Ehepaar an und forderte Bargeld von den Senioren. Im weiteren Verlauf des Gesprächs kam es zu einer Übergabe von einer niedrigen vierstelligen Summe.

Am Montagabend kam es in Regensburg zu einem zweiten Betrug. Ein falscher Polizist rief zwischen 17.30 Uhr und 19 Uhr bei einer russischsprachigen Seniorin an und gab sich als Polizeibeamter aus. Mit der Masche des Schockanrufs gab er an, dass die Tochter und der Schwiegersohn in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt worden seien und eine Kaution gezahlt werden müsse. Das Gespräch fand in russischer Sprache statt. Ein Abholer kam dreimal zur Wohnung der Seniorin in der Friedrich-Ebert-Straße und erbeutete insgesamt einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag. Rund eine Stunde nach der letzten Geldübergabe erkannte die Tochter der Geschädigten den Betrug und rief die Polizei.

Der Geldabholer wird wie folgt beschrieben:

  • osteuropäisches Aussehen
  • circa 20 Jahre alt
  • kein Bart, keine Brille
  • dunkle, nach vorne hängende Haare
  • komplett in Schwarz gekleidet mit schwarzer Hose und schwarzem Sakko

Auch in Amberg trieben die Betrüger am Montag ihr Unwesen. Im Tatzeitraum zwischen 16 Uhr und 21.30 Uhr rief ein bislang unbekannter Täter bei einer 68-jährigen Deutschen mit kasachischen Wurzeln an und sprach auf russisch mit der Frau. Unter dem Vorwand des Schockanrufs und der Zahlung einer Kaution übergab die 68-Jährige einen mittleren vierstelligen Bargeldbetrag an einen bislang unbekannten Täter. Erst kurze Zeit nach der Übergabe erkannte ihre Tochter den Betrug und rief die Polizei.

Der Abholer wird wie folgt beschrieben:

  • circa 1,80 Meter groß
  • schlank
  • schwarze Jacke mit Glitzeraufschrift und schwarze Hose
  • Drei-Tage-Bart
  • südländisches Aussehen

In allen drei Fällen bittet die Polizei um Hinweise. Wer in den angegeben Zeiträumen verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich an die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg unter der Telefonnummer 0941/506-2888 oder an die Kriminalpolizeiinspektion Amberg unter der Telefonnummer 09621/890-0 wenden. Ein Zusammenhang zwischen den drei Fällen wird derzeit geprüft.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt eindringlich vor dieser und ähnlichen Betrugsmaschen. 

 

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