Basketball-Bundesliga

Alba nach Pokalaus gegen Bayern enttäuscht

Alba Berlin konnte seinen Titel im Pokal nicht verteidigen. Das Team war im Halbfinale nicht in seiner besten Verfassung. Die Pleite muss jetzt schnell verarbeitet werden.


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Münchens Vladimir Lucic steht an der Freiwurflinie und wirft.

Bei Alba Berlin war die Enttäuschung nach dem verlorenen Halbfinale beim Final Four in Oldenburg gegen den FC Bayern München groß. "Es war jetzt keine Sensation. Aber am Ende ist man natürlich enttäuscht. Man fährt da zum Pokal, da ist eine Riesenaufregung, man hat 1000 Fans im Rücken, man verausgabt sich und geht mit leeren Händen raus. Das muss man erst einmal verdauen", sagte Manager Marco Baldi nach der 77:83-Pleite am Samstagabend.

Zudem endete für Alba eine kleine Erfolgsserie. Seit 2018 hatte der elffache Pokalsieger immer im Pokalfinale gestanden. Baldi hofft jedoch, dass die Niederlage dem Team keinen großen Knacks verleiht. "Die Mannschaft ist intakt", sagte er, wenngleich er glaubt, dass es ein Prozess sein wird, die Pokalpleite zu verarbeiten. "Jetzt stand auch alles so ein bisschen unter dem Pokallicht. Man hat sich sehr, sehr viel vorgenommen, man hat auch alles rausgeholt", sagte Baldi.

Gegen die Bayern präsentierte sich der deutsche Meister allerdings nicht in Bestform. "Es waren nicht alle Spieler in der besten Verfassung. Gerade die, die wichtig für unser Spiel sind", sagte Sportdirektor Himar Ojeda. So konnten Kapitän Luke Sikma, Nationalspieler Maodo Lo und Guard Tamir Blatt vor dem Wochenende nicht trainieren. Sikma und Lo plagten Verletzungssorgen, Blatt war "einfach auch müde, weil er zuletzt zu viele Spiele absolvieren musste", sagte Ojeda. So wurde es personell erneut auf der Pointguard-Position eng.

Alba ging das Risiko aber ein. "Es ist immer eine sehr schwierige Entscheidung, wenn du mit sehr wenig Training in so ein wichtiges Spiel gehst", sagte Baldi. Doch allen drei Spielern war der fehlende Rhythmus anzumerken. Blatt kam auf null Punkte, Sikma auf einen und Lo nur auf vier. "Wenn es irgendein anderes Spiel gewesen wäre, hätten sie gar nicht gespielt", sagte Ojeda. Auch deshalb konnten die Bayern ihren Spielstil durchdrücken, während Alba nie wirklich ins Tempospiel kam und keinen Spielfluss fand. "Es war einfach nicht unser Tag", sagte Sikma.

Damit ist der erste Titel der Saison für die Berliner weg. Bleibt noch die Meisterschaft in der BBL, wo Alba aktuell Tabellenführer ist. "Jetzt gilt es etwas aufzubauen, um bei der zweiten großen Titelvergabe ein ernsthaftes Wort mitsprechen zu können", sagte Baldi.

Da ist es hilfreich, dass bis zum nächsten Spiel nun einige Tage Pause sind. Erst am Freitag geht es in der Euroleague bei Roter Stern Belgrad weiter (19.00 Uhr/Magentasport). "Jetzt gibt es ein wenig Zeit, um an seiner Form, seiner Gesundheit und auch was das Spiel anbelangt, etwas feilen zu können. Und das werden wir auch brauchen", sagte Baldi.