Bisher beste Leistung in den Playoffs

Bayern-Basketballer grooven sich gegen Vechta ein


Mit 24 Punkten Topscorer: Vladimir Lucic

Mit 24 Punkten Topscorer: Vladimir Lucic

Von Sven Geißelhardt

Der FCBB liefert im ersten Halbfinale gegen Vechta seine bisher beste Leistung in den Playoffs ab, ist aber gewarnt. "Es wird eine harte Serie."

München - Aus den Lautsprechern dröhnten Reggae-Beats und die Spieler von Rasta Vechta tanzten und hüpften dazu gemeinsam mit ihrem Maskottchen Bob auf dem Court. Die ausgelassenen Jubelszenen im Rasta-Dome hat Danilo Barthel noch vor Augen. Es sind keine guten Erinnerungen für den Kapitän des FC Bayern Basketball. "Das wollen wir nicht noch einmal erleben müssen", sagt Barthel vor der Rückkehr der Münchner an den Ort, wo sie Anfang März in der Liga eine deutliche 73:95-Niederlage kassiert haben.

FC Bayern Basketball: Kostenloses Public Viewing im Audi Dome

Dort findet am Dienstagabend (20.30 Uhr, MagentaSport) das zweite Playoff-Halbfinalspiel statt. Im Foyer des Audi Domes bietet der FCBB seinen Fans ein kostenloses Public Viewing an. Im ersten Duell der Best-of-five-Serie haben die Bayern mit dem 98:88-Heimsieg am Sonntag vorgelegt. Im Vergleich zum Viertelfinale gegen Braunschweig, in dem die Münchner trotz des 3:0-Erfolgs noch nach ihrer Meisterform suchten, groovten sich die Bayern gegen Rasta mehr und mehr ein. Der FCBB zeigte seine bislang beste Leistung in den Playoffs. Allerdings schaffte es Vechta dennoch, dem Titelverteidiger bis zum Schluss einen harten Kampf zu liefern - und übernahm im letzten Viertel sogar zwei Mal die Führung (79:78 und 81:80).

Vladimir Lucic versteht die Verwunderung ob der Stärke des Aufsteigers ohnehin nicht. "Sie haben Bamberg deutlich geschlagen und hätten die Viertelfinalserie 3:0 gewinnen können", sagte der Forward der Bayern, "sie haben viel Selbstvertrauen, den Trainer des Jahres und stehen absolut verdient im Halbfinale." Der Co-Kapitän erwartet deshalb "eine sehr harte Serie für uns. Gut, dass wir mit einem Sieg gestartet sind."

"Die Spieler sind bereit, bedingungslos füreinander zu kämpfen"

Das hatte der FCBB vor allem auch ihm zu verdanken. Mit 24 Punkten war Lucic Topscorer und Matchwinner der Bayern. Er ging in Abwesenheit von Superstar Derrick Williams, der über muskuläre Oberschenkelprobleme klagte und deshalb von Trainer Dejan Radonjic vorsichtshalber nicht eingesetzt wurde, voran und übernahm in den entscheidenden Situationen Verantwortung. Aus dem Feld leistete er sich gerade mal zwei Fehlversuche (8 von 10) und verwandelte drei seiner fünf Dreierwürfe.

"Eine unserer Qualitäten ist, dass jeder von uns in solchen Spielen Verantwortung übernehmen kann. Heute war ich es vielleicht in der ersten Halbzeit", sagte Lucic: "Auch Book (Devin Booker; d. Red.) hatte ein großartiges Spiel." Der Center steuerte 21 Zähler zum Sieg bei. Der couragierte Auftritt von Vechta in München nötigte aber auch Lucic großen Respekt ab. "Sie haben eine sehr gute Teamchemie, die Spieler sind bereit, bedingungslos füreinander zu kämpfen", sagte der Serbe.

Deshalb erwartet er heute Abend ein ähnlich intensives Duell. "Das ist ein schwerer Auswärtscourt in einer vollgepackten Halle mit toller Atmosphäre", sagte Lucic: "Es wird sicher hart, aber wir werden versuchen, auch dort zu gewinnen." Denn die Bayern wissen ja bereits, wie unangenehm es ist, in Vechta bei der Siegerparty zuschauen zu müssen.

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