EVL Landshut Eishockey

Ehemaliger Gesellschafter Rainer Beck erhebt schwere Vorwürfe gegen Christian Donbeck


Rainer Beck (links) erhebt schwere Vorwürfe gegen LES-Geschäftsführer Christian Donbeck. (Foto: Georg Gerleigner)

Rainer Beck (links) erhebt schwere Vorwürfe gegen LES-Geschäftsführer Christian Donbeck. (Foto: Georg Gerleigner)

Von Fabian Roßmann und Redaktion idowa

Seit Freitag ist Rainer Beck nicht mehr Gesellschafter beim EVL Landshut Eishockey. In den letzten Wochen wurde er öffentlich meist als der (Allein-)Schuldige des Chaos und der Lizenzverweigerung dargestellt. Jetzt äußert er sich gegenüber idowa zu den Vorwürfen und schildert seine Sicht der Dinge.

Zwei Fehler gesteht sich Rainer Beck selbst ein: "Dass ich Christian Donbeck nach Landshut geholt habe, war mein Fehler. Und dass ich nicht immer vor Ort war, und ein Auge auf alles hatte. Aber das wussten alle Beteiligten im Voraus."

"Nur die Informationen bekommen, die ich auch sehen sollte"

Donbeck habe das Wissen, dass er nicht alles kontrollieren könne, ausgenutzt, sagt Beck. Seiner Verpflichtung, den Gesellschafter vollumfänglich über die Geschehnisse in der L.E.S-GmbH zu informieren, sei der Geschäftsführer nicht nachgekommen. So sei der gesamte E-Mailverkehr über Donbecks offizielle Mailadresse auch bei ihm gelandet. Allerdings, so Beck, habe sich Donbeck ohne sein Wissen eine weitere Mailadresse angelegt. "Ich habe nur das bekommen, was ich auch sehen sollte", sagt Beck.

Beck: "Gefälschter Haushaltsplan vorgelegt"

"Durch die Nutzung seperater E-Mail-Adressen und die Unterschlagung wichtiger Informationen wurde ich im Glauben gelassen, dass die Gesellschaft wirtschaftlich auf gesunden Beinen steht", sagt der ehemalige Gesellschafter. Einen Haushaltsplan der Saison 2014/15 habe er von Donbeck erst nach der Ausübung von enormen Druck im November 2014 erhalten. Beck spricht allerdings von einem "gefälschten Haushaltsplan", der unserer Redaktion auch vorliegt und der einen Gewinn von fast 176.000 Euro ausweist. Obwohl, so der Immobilienunternehmer, "die Geschäftsführung ein negatives Ergebnis absehen konnte".

"Auch die Anweisung, nur vorhandenes Geld zu verwenden und nicht auf Sponsorengelder der nächsten Saison zurückzugreifen, wurde bekanntlich ignoriert", erklärt Beck, "bekanntermaßen liegt die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft vor." Gegen Christian Donbeck wird wegen Insolvenzverschleppung ermittelt. Auch den Um- beziehungsweise Ausbau von Kabine und Stadiongaststätte habe Christian Donbeck ohne sein Einverständnis gemacht, erklärt der scheidende Investor.

Beck wollte Bernd Truntschka als Geschäftsführer installieren

Die Erteilung der DEL2-Lizenz sei nicht, wie von Christian Donbeck dargestellt, nur an zwei zu spät geleisteten Unterschriften von ihm gescheitert, sagt Beck. Er selbst hätte gerne Bernd Truntschka als neuen Geschäftsführer installiert. Dieser wollte allerdings nicht. "Dann hätte ich ganz anders agiert", so Beck. Aber ohne einen neuen Geschäftsführer in der Hinterhand sei es nicht möglich, den alten zu entlassen, auch wenn es laut Beck genügend Gründe für eine Kündigung Donbecks gegeben habe.

Beck wollte Anteile den Fans geben

Bevor Beck von Jörg Wollny ein notarielles Übernahmeangebot bekommen hat, gab es auch Gespräche mit den Fanvertretern Thomas Witt und Patrizia Seidl in München. "Ich wollte die Anteile gerne in die Hände der Fans legen, deren primäres Interesse dem Eishockeysport gilt", erklärt er, "die Fans zusammen mit einigen großen Sponsoren und der Unterstützung durch Herrn Truntschka hätten ein starkes finanzielles Rückgrat gebildet und eine Aufsichtsratsfunktion übernommen, um die Geschäftsführung zu überwachen." Vor diesem Hintergrund habe er noch einmal 300.000 Euro in die L.E.S.-GmbH gesteckt. Allerdings sei den Fanvertretern der Vorschlag ohne einen finanziell starken Gesellschafter zu riskant gewesen und sie hätten abgesagt.

Danach hat er sich dazu entschlossen, das Angebot von Jörg Wollny anzunehmen. Warum die letzte Unterschrift erst am Freitag erfolgte? "Es fehlte lediglich die Originalurkunde, die ich am Freitag erhalten habe", erklärt Beck.

"Aussage findet kein Gehör"

"Die Leute sind naiv", sagt Beck im Hinblick auf die neue Struktur. Aktuell habe man niemanden im Hintergrund, der die finanzielle Absicherung gewährleistet. "Die Beteiligten wurden von mir darauf hingewiesen, dass ohne einen kapitalstarken Gesellschafter keine Stabilität für die Sponsoren besteht. Leider findet die Aussage kein Gehör und ich bin nicht mehr bereit, die finanziellen Lasten alleine zu schultern", sagt Beck.

Christian Donbeck ist ihm nicht der einzige Dorn im Auge im Hinblick auf die Verantwortlichen des Eishockey in Landshut. Besonders für den Vorstand des Stammvereins findet Beck extrem harte Worte: "Helmut Barnerssoi ist ein Krebsgeschwür fürs Eishockey. Dieser Mann hat ein extremstes Geltungsbedürfnis.", sagt Beck.

Beck: "Werde trotz Unterlassungserklärung von Herrn Donbeck denunziert"

Weiter sagt Beck: "In der Öffentlichkeit werde ich beschimpft und verantwortlich gemacht, obwohl ich als Gesellschafter keine Vollmacht zur Geschäftsführung habe und nur den Eishockeybetrieb mit meinem privaten Geld finanziert habe. Trotz einer entsprechenden Unterlassungserklärung (Anm.d.Red.: liegt unserer Redaktion vor) werde ich von Herrn Donbeck öffentlich denunziert."

Was ihm sauer aufstößt: "Ich bin bekanntlich einen Teil des Jahres nicht im Lande und offensichtlich war ich einigen Leuten ein Dorn im Auge, die mich loswerden wollen. Hinter meinem Rücken wurden bereits Anteile verteilt, unter anderem wollte auch Herr Barnerssoi Geschäftsanteile übernehmen."

Ohne Leidenschaft für das Landshuter Eishockey würde man nicht so viel Geld in diesen Sport stecken - über eine Million Euro hat Rainer Beck investiert.. Deshalb darf man sich durchaus die Frage stellen: Warum hat Rainer Beck nicht einfach Christian Donbeck als Geschäftsführer abgesetzt, sich neue Gesellschafter an die Seite geholt und sich an einem Neuanfang des Landshuter Eishockey beteiligt? "Wenn Sie so beschimpft werden, wie ich von Landshuter Seite, dann ist es besser, sich zurückzuziehen", erklärt Beck.