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Artikel vom 23. Januar 2013 07:50, 304 mal gelesen

Landshut

Ärger in den Bewohnerparkzonen

Weil viele unberechtigt die reservierten Plätze nutzen, wird es für Ausweisinhaber eng

Autor: Johannes Viertlböck
Insgesamt gibt es in Landshut 20 Bewohnerparkzonen mit 246 reservierten Stellplätzen. Allerdings wurden bereits 605 Bewohnerparkausweise ausgestellt. Engpässe lassen sich deshalb nicht vermeiden - auch wenn die Stadt das Problem der Falschparker in den Griff bekommen sollte. (Foto: cv)

Insgesamt gibt es in Landshut 20 Bewohnerparkzonen mit 246 reservierten Stellplätzen. Allerdings wurden bereits 605 Bewohnerparkausweise ausgestellt. Engpässe lassen sich deshalb nicht vermeiden - auch wenn die Stadt das Problem der Falschparker in den Griff bekommen sollte. (Foto: cv)

Wer in der Landshuter Innenstadt parken will, der sucht häufig vergeblich nach einem Stellplatz. Um sich einen Fußmarsch oder die Gebühren in einem Parkhaus zu sparen, weichen manche Fahrer auf reservierte Parkzonen aus - und sorgen damit für massiven Ärger bei Anwohnern, die für diese Zonen einen Parkausweis besitzen. Der muss bei der Stadt beantragt werden und kostet 26 Euro im Jahr. Einen Parkplatz bekommt man nach Angaben von Betroffenen oft trotzdem nicht.

"Es war schon immer schwierig", sagt eine LZ-Leserin, die seit rund 20 Jahren in der Schirmgasse wohnt und anonym bleiben möchte. "Aber momentan ist es eine Katastrophe, weil viele auch ohne Ausweis die reservierten Parkplätze nutzen." In der Bewohnerparkzone Neustadt-Schirmgasse gebe es ohnehin nur 14 reservierte Stellplätze, was an sich schon zu wenig sei. "Mindestens die Hälfte davon belegen außerdem regelmäßig Leute, die keinen Parkausweis besitzen." Einige lösten stattdessen ein Ticket am Parkautomaten. "Die meinen dann, dass damit alles seine Richtigkeit hat", ärgert sich die Anwohnerin. Dabei stehe auf den Automaten mittlerweile sogar ein Hinweis, dass die Bewohnerparkzone auch mit einem gültigen Parkschein nicht benutzt werden darf. "Doch davon lassen sich viele nicht abhalten."

Bis nachts warten oder auf Grieserwiese ausweichen

Besonders schlimm sei es abends, berichtet die Frau. "Da parken wohl alle in der Parkzone, wenn gerade ein Platz frei ist." Mit der Konsequenz, dass Ausweisinhaber, die später von der Arbeit nach Hause kommen, in der Nähe ihrer Wohnung oft keinen Parkplatz mehr finden. "Dann muss man entweder bis tief in die Nach hinein warten oder auf die Grieserwiese ausweichen." Das sei besonders ärgerlich, weil die Anwohner für ihren Berechtigungsausweis zahlen müssen.

Parkscheine berechtigen nicht dazu, sein Auto in einer Bewohnerparkzone abzustellen. Darauf weist das Straßenverkehrsamt nun auch an den Parkautomaten hin. (Foto: cv)

Parkscheine berechtigen nicht dazu, sein Auto in einer Bewohnerparkzone abzustellen. Darauf weist das Straßenverkehrsamt nun auch an den Parkautomaten hin. (Foto: cv)

Holger Braune, Leiter des Verkehrsüberwachungsdiensts, kennt die Probleme in den Bewohnerparkzonen. Deshalb werde auch regelmäßig kontrolliert. Wer sein Auto in einer solchen Zone parkt, ohne im Besitz eines gültigen Bewohnerparkausweises zu sein, der begehe eine Ordnungswidrigkeit. "Das Bußgeld dafür ist bundesweit einheitlich geregelt und beträgt 15 Euro", sagt Braune. Zu wenig, findet die empörte Anwohnerin aus der Schirmgasse. "Man müsste die Strafen und damit das Risiko für Falschparker erhöhen. Denn selbst wenn man erwischt wird, ist es ja fast billiger, die 15 Euro fürs Falschparken zu zahlen, als die Tagesgebühr in einem Parkhaus."

Den ebenfalls von einigen Anwohnern geäußerten Vorwurf, die Stadt würde die korrekte Benutzung der Bewohnerparkzonen nur unzureichend überwachen, weist Braune zurück. Gewisse Einschränkungen seien aber unvermeidlich. Der Verkehrsüberwachungsdienst habe nur zehn Mitarbeiter, die ein großes Gebiet zu kontrollieren und dazu noch die Radarüberwachung zu übernehmen hätten. "Da kann man nicht überall gleichzeitig sein", sagt Braune. Es gebe daher in der Tat Bewohnerparkzonen, die nicht täglich kontrolliert werden - betroffen seien naturgemäß gerade Gebiete außerhalb der Innenstadt.

Sicher fühlen können sich Falschparker indes nirgends, betont Braune. Übrigens auch nicht nachts: "Wann und wo wir kontrollieren, ist natürlich Betriebsgehemnis. Aber man kann davon ausgehen, dass wir auch spätabends Stichproben durchführen." Dass die Verkehrsüberwacher ihr Möglichstes tun, bezweifelt auch die LZ-Leserin aus der Schirmgasse nicht. "Es sind zumindest in unserer Anwohnerparkzone genug Kontrolleure unterwegs", sagt sie. Doch der Erfolg lasse zu wünschen übrig. "Wegen der niedrigen Strafen schrecken die Kontrollen kaum ab."

Nur zehn Parkplätze für 25 Ausweisinhaber

Warum die Plätze in den Bewohnerparkzonen so rar sind, liegt indes nicht nur an den Falschparkern. Vielmehr tragen auch die Regeln der Stadt ihr Scherflein zur Problematik bei. Wie Holger Braune der LZ sagte, werden die reservierten Parkplätze nämlich mit dem Faktor 2,5 belegt. Das heißt konkret: "25 Ausweisinhabern stehen zehn Parkplätze zur Verfügung." Diese auf den ersten Blick wenig einleuchtende Praxis ist laut Braune durchaus sinnvoll. "Schließlich sind tagsüber nicht alle Ausweisinhaber gleichzeitig daheim. Und abends steht genügend öffentlicher Parkraum gratis zur Verfügung."

In der Stadt gibt es derzeit laut Alois Straßer, Leiter des städtischen Straßenverkehrsamts, 20 Bewohnerparkzonen mit insgesamt 246 reservierten Stellplätzen. 605 Bewohnerparkausweise habe die Stadt ausgestellt. Die Kosten dafür liegen bei 26 Euro pro Jahr, wobei damit lediglich die Verwaltungsgebühr abgedeckt ist, betont Straßer. "In den Bewohnerparkzonen sind die Stellplätze an sich kostenlos."

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