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Artikel vom 04. Dezember 2012 09:12, 268 mal gelesen

Freilich?!

Wenn die Milch krank macht

Viele leiden unter Laktoseintoleranz

Für Jugendliche sind Milchprodukte eine wichtige Kalziumquelle. Aber viele leiden an Laktoseintoleranz.

Für Jugendliche sind Milchprodukte eine wichtige Kalziumquelle. Aber viele leiden an Laktoseintoleranz.

Bonn. (dpa) Ein Müsli mit Milch am Morgen, in der Schule ein Käsebrötchen und am Nachmittag vielleicht noch ein Milchkaffee? Klingt gesund und lecker, aber viele Leute vertragen das gar nicht, ihnen wird davon sogar richtig übel. Sie leiden dann unter Umständen unter Laktoseintoleranz. Auch wenn in Deutschland nur etwa 15 Prozent betroffen sind - weltweit gesehen verträgt sogar die Mehrheit der erwachsenen Menschen keinen Milchzucker, denn nichts anderes ist Laktose, wie Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sagt.

Bei Menschen, die keine oder nur wenig Laktose vertragen, ist das Enzym Laktase vermindert aktiv, wie Keller sagt. Normalerweise spalte dieses Enzym den Milchzucker im Dünndarm und macht ihn so verträglich. Passiert das nicht und werden (zu viele) Milchprodukte verzehrt, kann es zu Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Blähungen kommen. Je älter man wird, desto mehr nimmt die Laktase-Aktivität ab. Ein Grund: Für Erwachsene hat der in Milch enthaltene Milchzucker laut dem Verein für Laktoseintoleranz keine besondere ernährungsphysiologische Bedeutung. Denn bevor der Mensch begann, Milchtiere zu halten, seien nur Säuglinge mit Milch ernährt worden. In Nord- und Mitteleuropa sei aber durch eine Genmutation die hohe Aktivität des Enzyms auch nach dem Säuglingsalter erhalten geblieben.

Wer nach seiner Frühstücksmilch Bauchschmerzen hat, sollte aber auf keinen Fall Milchprodukte einfach weglassen, sondern Hilfe suchen. "Es ist ganz, ganz wichtig, wirklich sicherzugehen, ob es an der Laktoseintoleranz liegt", sagt Isabelle Keller. Sie rät daher, sich von einem Arzt durchchecken zu lassen.

Wenn dieser eine Intoleranz festgestellt hat, kommt es zu einer mehrstufigen Therapie: Zwei Wochen lang werden alle laktosehaltigen Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen. Und das heißt wirklich alle. Auch bei verarbeiteten Produkten müsse geguckt werden, ob sie beispielsweise Milchpulver enthalten. "Gerade in Soßen, in Eis, in Desserts oder in Schokolade kann Laktose mit drin sein", sagt die Expertin. Als Ersatz könnten in dieser Zeit laktosefreier Käse, milchzuckerfreie Milch oder Sojamilch verzehrt werden. Sind die Beschwerden nach zwei Wochen vorbei, werden schrittweise kleine Mengen Milchprodukte wieder eingeführt. Gemeinsam mit einem Ernährungsberater oder einem Arzt wird festgestellt, wie viel Milchzucker man verträgt. "Vielleicht ist morgens der Milchkaffee noch in Ordnung und häufig geht auch noch ein Joghurt", sagt Isabelle Keller. Auch Sauermilchprodukte wie Kefir und Buttermilch oder auch oder Käse werde oft gut vertragen. Und was geht, sollte auch verzehrt werden, findet sie. Denn gerade für Jugendliche seien Milchprodukte eine wichtige Kalziumquelle.

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