Viechtach ist in Sachen Investitionen zur Zeit wieder in aller Munde. Nicht nur für das Karl-Areal sind mehrere Interessenten vorhanden, auch Bernhard Degen, der Besitzer des historischen Semmlerhauses, hat einen Investor gefunden. Es handelt sich um einen Viechtacher, der schon mehrere Immobilien besitzt, zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht genannt werden möchte. "Das ist auch verständlich", erklärt Bernhard Degen. Denn der Investor wolle zwar keinen Parkplatz bauen, wie Degen es selbst vorgehabt hätte, aber er will das Haus ebenfalls abreißen. "Geplant ist, an dieser viel befahrenen Straße ein neues Burgerlokal zu errichten", so Degen, "ich habe von dem Investor ein faires Angebot bekommen und nachdem die Stadt mir das Objekt nicht abkaufen wollte, hat er nun den Zuschlag bekommen."

Weil am Montagabend in der Stadtratssitzung aber ein SPD-Antrag auf der Tagesordnung steht, bei dem es darum geht, dass eine Veränderungssperre in der Linprunstraße kommen soll, also angeblich auch kein Abriss mehr erfolgen darf, muss jetzt alles schnell gehen, wie Degen uns im Interview sagte: "Noch am Samstagnachmittag werden die Bagger anrollen. Diese Bedingung hat der neue Investor gestellt." Dadurch verliert Viechtach zwar ein denkwürdiges Haus - es war Bestandteil eines der vier Stadttore - doch alle Viechtacher, die nach dem erfolgten Abriss am heutigen Samstag zum Semmlerhaus kommen, dürfen sich ein Stück Viechtacher Geschichte mitnehmen. Sei es ein historischer Stein oder gar ein Balken aus dem 17. Jahrhundert.

Nicht begeistert sein dürfte von dem Vorhaben allerdings Städteplaner Peter Haimerl, der das historische, aber nicht unter Denkmalschutz stehende Haus gerne erhalten wollte. "Aber für ihn haben der Investor und ich eine besondere Entschädigung, sobald das neue Burger-Restaurant steht", so Degen. "Er darf künftig immer, wenn er in Viechtach ist, kostenlos dort Mittagessen."