Straubing Anonyme Alkoholiker erzählen

Einmal hat ihm ein Betrunkener drei Rosen in die Wasser-Mass gestellt, erzählt Markus. Sowas trinke man nicht am Volksfest. Markus hat darüber gelacht. Foto: Christoph Urban

Jeden Montagabend treffen sich Menschen im Familienhaus an der Eichendorffstraße, um sich daran zu erinnern, dass sie krank sind.

Vergessen hieße trinken, wieder trinken, wieder ihr Leben aus der Hand geben. Sie ringen darum, ihr eigener Herr zu sein. Sie sagen, ihre Anonymität ist ihnen lebenswichtig. Wir haben bei einer Sitzung zugehört, alle Namen geändert und ihre Geschichten aufgeschrieben.

Seinen Namen sagt er nicht. Es ist sein erstes Mal bei den Anonymen Alkoholikern, er will nur zuhören. Sie werden ihm von ihren ersten Treffen erzählen, von Todesangst, von Obdachlosigkeit und davon, wie viele Weinflaschen in einen Aktenkoffer passen ohne zu scheppern. Die Lüftung hinter einem Deckel an der Wand wird röcheln, aussetzen, wieder einsetzen. Er wird dasitzen, zuhören, schweigen. "Wer durch diese Tür geht, gehört dazu", hat Paul gesagt. Paul gehört dazu, dreizehn andere gehören an diesem Montag dazu.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 17. Juni 2017.

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