Schutz für religiöse Gruppen Twitter verschärft Regeln gegen Hasskommentare

Twitter will künftig schärfer gegen Hasskommentare vorgehen. Foto: Monika Skolimowska/dpa

San Francisco - Twitter geht schärfer gegen Inhalte vor, die sich gegen Religionsgemeinschaften richten. So sollen künftig Nachrichten gelöscht werden, in denen religiöse Gruppen mit Ungeziefer und ansteckenden Krankheiten verglichen oder auf andere Art und Weise massiv beleidigt werden.

Das Hauptaugenmerk liege auf der Bekämpfung der Risiken, denen Menschen offline in der realen Welt ausgesetzt seien, teilte die Sicherheitsabteilung von Twitter am Dienstag in einem Blogpost mit. "Die Forschung hat gezeigt, dass die Entmenschlichung der Sprache dieses Risiko erhöht." Deshalb werde Twitter künftig eine Sprache unterbinden, die andere Menschen wegen ihrer Religionszugehörigkeit entmenschliche.

Aus einem Feedback-Prozess mit Antworten aus über 30 Ländern habe man bestimmte Botschaften aufgenommen. Twitter werde künftig in einer klareren Sprache kommunizieren, aufführen, darunter Beispiele für Regelverletzungen. "Viele Menschen äußerten Bedenken, ob Twitter fähig ist, die Regeln fair und konsequent durchzusetzen." Deshalb habe man einen gründlicheren Schulungsprozess entwickelt.

Twitter geht seit gut einem Jahr verschärft gegen aggressive Nutzer vor. Im Mai 2018 kündigte das Netzwerk an, mit Hilfe einer breiteren Verhaltensanalyse vorzugehen, statt nur einzelnen Beiträgen hinterherzujagen.

Das Vorgehen ist aber umstritten. Betroffene Störenfriede wie der US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones werfen Twitter Zensur vor. Gleichzeitig sieht sich Twitter Vorwürfen ausgesetzt, nicht entschieden genug Hasskommentare zu unterbinden.

Auch US-Präsident Donald Trump, der Twitter massiv für die Mobilisierung seiner politischen Basis nutzt, kritisierte immer wieder die veränderten Spielregeln. Am kommenden Donnerstag soll im Weißen Haus ein Treffen mit "digitalen Führungspersönlichkeiten" aus dem rechten politischen Spektrum stattfinden, die Twitter und Facebook eine Behinderung ihrer Meinungsfreiheit vorwerfen. Twitter und Facebook wurden dem Vernehmen nach nicht zu diesem "Social-Media-Gipfel" eingeladen.

 

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