Niederbayern Freie Bahn für Retro-Nummernschilder

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(Quelle: Unbekannt)

Auch in der Region sind sie heiß umstritten. Die Nummernschilder der Alt-Landkreise, die Nostalgiker gerne wieder an ihre Autos schrauben würden. Jetzt ist der Weg für BOG (Altlandkreis Bogen), WÜM (Waldmünchen) oder MAI (Mainburg) grundsätzlich frei: Die Staatsregierung hat am Montag der Wiedereinführung der seit 1972 nicht mehr vergebenen alten Auto-Nummernschilder ihren endgültigen Segen erteilt.

Mit der neuen Regelung sollen lokale Identität, regionale Wirtschaft und Tourismus gestärkt werden, wie Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) am Montag nach der Kabinettssitzung mitteilte. Insgesamt könnten in Bayern die Bürger in fast 100 Kleinstädten und ehemaligen Landkreisen, die bei der Gebietsreform 1972 ihre Eigenständigkeit einbüßten, künftig wieder mit eigenem Nummernschild fahren. Kritiker hatten bemängelt, dass dadurch unnötiger Verwaltungsaufwand betrieben werde und die neuen Landkreise, die über vier Jahrzehnte inzwischen zusammengewachsen seien, jetzt ohne Grund wieder auseinandergerissen würden.

Städtetag kritisiert "Veto-Recht" der Landkreise

Diese Argumente werden jetzt voraussichtlich in den Kommunalparlamenten erneut aufeinanderprallen: Voraussetzung für die Wiedereinführung ist, dass das örtliche Landratsamt - oder das Rathaus einer kreisfreien Stadt - zustimmt. Viele Landräte aber halten die Wiedereinführung der alten Nummernschilder für wenig sinnvoll, wie Landkreispräsident Jakob Kreidl (CSU) bereits im Sommer moniert hatte.

Der Städtetag reagierte daher missgestimmt. "Für einzelne Städte, die früher eine eigene Buchstabenkombination hatten, ist die Wiedereinführung ein Herzensanliegen", sagte Geschäftsführer Bernhard Buckenhofer. Allerdings wäre es besser, wenn die betroffenen Städte selbst entscheiden könnten. "Es ist bedauerlich, dass dies nicht den Städten selbst überlassen ist, sondern dass die jeweiligen Landkreise befinden, ob ein Wunschkennzeichen möglich ist. Ein solches ,Veto-Recht' der Landkreise ist nicht hilfreich."

Umfrage: 70 Prozent der Befragten wollen die Altkennzeichen zurück

Die Wiedereinführung der alten Nummernschilder war eigentlich bereits für den Herbst anvisiert, hat sich aber etwas verzögert. Zunächst musste der Bundesrat die Änderung der Fahrzeugzulassungsverordnung genehmigen. Auf Bundesebene kam der Anstoß zur Wiedereinführung der alten Nummernschilder von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Durch eine Gesetzesänderung wurde es den Ländern dann ermöglicht, die Ausgabe alter Kennzeichen grundsätzlich wieder zu gestatten.

Das bayerische Verkehrsministerium will in den nächsten Wochen bei den entsprechenden Verwaltungsbezirken eine Abfrage vornehmen, um das Interesse an Altkennzeichen zu abzuklären. "Bisher haben gut 50 kreisangehörige Städte und Gemeinden ihr Interesse an der Wiedereinführung von Altkennzeichen bekundet", betonte Zeil.

Eine Umfrage der Hochschule Heilbronn unter mehr als 4 000 Bayern hat laut Verkehrsministerium ergeben, dass sich rund 70 Prozent der Befragten für die Wiedereinführung der Altkennzeichen aussprechen. Die höchste Zustimmungsquote von 80 Prozent wurde dabei in der Altersgruppe der 16- bis 30-Jährigen ermittelt.

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    15.01.2013 07:02 Uhr

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