München/Freising Priestermangel: Katholische Kirche geht neue Wege

Es gibt immer weniger Priester in der katholischen Kirche. Daher können im Erzbistum München und Freising künftig auch Laien Gemeinden leiten. (Symbolbild) Foto: Jochen Lübke, dpa
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Es gibt immer weniger Priester in der katholischen Kirche. Daher können im Erzbistum München und Freising künftig auch Laien Gemeinden leiten. (Symbolbild) (Foto: Jochen Lübke, dpa)

Die katholische Kirche zieht Konsequenzen aus dem zunehmenden Priestermangel. Im Erzbistum München und Freising können künftig auch Laien Gemeinden leiten. Der Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx will am Montag in München entsprechende Pilotprojekte vorstellen. Teams aus haupt- und ehrenamtlichen Laien sollen dabei an der Spitze von Pfarreien stehen.

Bisher ist das geweihten Priestern vorbehalten. Die Folge dieser Vorgabe war, dass wegen sinkender Priesterzahlen die Gemeinden zu immer größeren Seelsorgeeinheiten zusammengelegt wurden. Zugleich mussten die Pfarrer immer mehr Organisationsaufgaben übernehmen, so dass ihnen weniger Zeit für die Seelsorge blieb.

Die Zahl der neu geweihten Priester sinkt in Deutschland seit langem. 2014 waren es 75, ein Jahr später nur noch 58. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, hatte Anfang März vor einer "Katastrophe" gewarnt und mehr Verantwortung für Laien in den Gemeinden gefordert.

Marx hat am Wochenende bei der Vollversammlung des Diözesanrats seiner Erzdiözese betont, dass die Kirche vor Ort nicht zugunsten immer größerer Pfarrverbände weichen dürfe. "Wir würden viele Chancen vergeben, wenn wir uns von den territorialen Wurzeln zurückziehen", sagte Marx in Ebersberg.

  1. Autor

    dpa/lby
  2. Datum

    20.03.2017 08:53 Uhr
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