München

BN-Aktion "Rettet den Luchs"


Im März 2012 wurde Luchskatze "Tessa" bei Rinchnach vergiftet.

Im März 2012 wurde Luchskatze "Tessa" bei Rinchnach vergiftet.

Von ta

Über 30.000 Menschen haben bei der Aktion "Stoppt die Wilderer, rettet den Luchs" des Bund Naturschutz (BN) unterschrieben. Am Donnerstag hat der BN die Unterschriften an Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) in München übergeben.

BN-Vorsitzender Hubert Weiger: "Die Unterzeichner und der Bund Naturschutz erwarten jetzt ein klares politisches Signal der Staatsregierung. Die bayerische Polizei braucht hier dringend mehr eigene Kompetenz und erstklassige Spezialisten." Zudem fordert der BN eine drastische Erhöhung der Geld- und Haftstrafen bei illegaler Verfolgung streng geschützter Arten.

Umweltministerin Scharf bezeichnete die Luchstötungen als abscheuliche und kriminelle Taten, gegenüber denen man klare Kante zeigen müsse. Eine eigene Sondereinheit der Polizei für Artenschutz- und Umweltkriminalität werde es jedoch vorerst nicht geben. Diese Meinung vertritt auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Der BN hatte die Aktion 2015 gestartet, um auf das Schicksal der Luchse im Bayerischen Wald aufmerksam zu machen: 2012 war im Kreis Regen bei Rinchnach eine Luchsin mit einem Gift getötet worden, welches die Atmung lähmt. Nur ein Jahr später wurde bei Bodenmais, ebenfalls im Kreis Regen, eine trächtige Luchsin erschossen aufgefunden. Im Mai 2015 wurden zwei Tieren die Vorderbeine abgehackt. Ende Dezember 2015 wurde ein Luchs im Kreis Freyung-Grafenau tot in einem Straßengraben aufgefunden - wie sich herausstelle, wurde das Tier erdrosselt.