Von Lupus Fidibus

Gelöst scheint das Rätsel um die im Nationalpark freigelassenen Wölfe. Eine Gruppe wild lärmender, größtenteils männlicher Einheimischer ist in Rinchnach in einer spektakulären, von der Polizei Niederbayern als Selbstanzeige-Aktion gewerteten Prozession durch den Ortskern gezogen. Mit gigantischen Glocken machten sie zusätzlich auf ihre unverantwortliche Aktion im Oktober (wir berichteten) aufmerksam.

Die Gruppe, die sich sogar selbst als "Wolfauslasser" bezeichnet, gab zu, mit ihrem Lärm Wölfe vertreiben zu wollen und berief sich auf eine jahrhundertealte Tradition. Derweil waren die besorgten Bürger in den Orten rund um den Nationalpark nicht untätig. Wolfsverbotszonen wurden großflächig eingerichtet und Wolfsverbotsschilder säumen die Spazierwege. Darüber hinaus wird von Seiten der etablierten Parteien darüber nachgedacht, sogenannte "Anscheinswölfe" wie Schäferhunde, Huskys oder ähnlich beunruhigend aussehende Hunderassen zu verbieten. Auch wurde gefordert, die im Nationalpark verbliebenen Gehegewölfe auf vegane Ernährung umzustellen. "Es kann nicht sein, dass sich Wölfe im 21. Jahrhundert von Fleisch ernähren wie wilde Tiere. Auch mit Tofu und Sojamilch kann man ein gutes Leben führen", sagt etwa Veganie Streichzart von der Gesellschaft für Vegane Wildtiere.