Digitale Nomaden Arbeiten wo, wann und wieviel man will

„Wireless Life“ – Sebastian Kühn beschreibt in seinem Buch die Welt der digitalen Nomaden.  Foto: Shanghainfocus
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„Wireless Life“ – Sebastian Kühn beschreibt in seinem Buch die Welt der digitalen Nomaden. (Foto: Shanghainfocus)

Selbstbestimmt leben und ortsunabhängig arbeiten. Unternehmer Sebastian Kühn hat ein Handbuch für digitale Nomaden geschrieben.

Das klingt verlockend und reizt viele junge Menschen, mit dem Laptop im Handgepäck durch die Welt zu reisen. Doch bei aller Freiheit muss man sich besonderen Herausforderungen stellen. Bürokratische Hürden gibt es viele: Was ist bei Versicherungen, Erreichbarkeit und Steuern zu beachten? Kann ich mich von vertrauten Gewohnheiten und Ankern lösen? Bringe ich die erforderliche Selbstdisziplin auf? Habe ich ein Geschäftsmodell, das mir ein gutes Einkommen sichert? Viele Fragen, die auch Sebastian Kühn für sich beantworten musste. Der 33-jährige Master in International Business hat bereits jahrelange Erfahrung als digitaler Nomade. Sein Wissen gibt er nun an Neueinsteiger weiter.

Herr Kühn, Sie sind momentan auf Bali. Urlaub, Arbeit oder beides?
Sebastian Kühn: Es ist genau dieser Mix zwischen Urlaub und Arbeit, weshalb wir die Zusammenkunft von zwölf digital Selbstständigen auch Workation (Work+Vacation) nennen. Wir leben und arbeiten hier auf Bali für drei Wochen gemeinsam, tauschen uns aus, lernen voneinander und genießen die Freizeit miteinander.

Was sind Ihre derzeitigen beruflichen Projekte, womit verdienen Sie Ihren Lebensunterhalt?
Kühn: Unter der Dachmarke „Wireless Life“ ist es mein großes Ziel, mehr Menschen die Möglichkeiten der ortsunabhängigen Selbständigkeit im Internet näher zu bringen. Dafür blogge ich regelmäßig, habe ein Handbuch geschrieben, eine Online-Community ins Leben gerufen und veranstalte in regelmäßigen Abständen Workations. Die andere Hälfte meines Einkommens verdiene ich mit kleineren Nebenprojekten wie Workshops, Coaching und im Online-Handel.

Aus welchem Beweggrund heraus haben Sie nun ganz klassisch das „Handbuch für digitale Nomaden“ herausgegeben?
Kühn: Das praktische Handbuch enthält all das, was ich in den letzten fünf Jahren digitaler Selbstständigkeit gelernt habe. Zunächst habe ich es selbst verlegt und sowohl über Amazon als auch meinen eigenen Blog vertrieben. Als der redline-Verlag auf mich zukam und mir anbot, das E-Book für den Buchhandel neu zu verlegen, sah ich die große Chance, deutlich mehr Menschen mit diesem Thema anzusprechen. Über meine eigenen Kanäle erreiche ich hauptsächlich diejenigen, die aktiv nach beruflicher oder persönlicher Veränderung suchen.

Viele träumen von Unabhängigkeit und selbstbestimmtem Arbeiten an einem Ort ihrer Wahl. Was sind aus Ihrer Erfahrung heraus die wichtigsten Dinge, auf die man achten sollte, bevor man sich in dieses Abenteuer begibt?
Kühn: Man sollte das Abenteuer realistisch einschätzen. Der ersten Euphorie folgt schnell Ernüchterung, wenn es um bürokratische Dinge wie Steuern, Versicherungen und Visa geht oder das Internet nicht zuverlässig funktioniert. Außerdem dauert es mitunter länger als gedacht, bis man mit der ortsunabhängigen Tätigkeit ein volles Einkommen verdient. Für mich selbst ist es schwer, zu reisen und gleichzeitig produktiv zu arbeiten. Deshalb hat sich mein Reiseverhalten stark geändert. Heute gehe ich für einen Monat an einen Ort, miete mir dort eine Wohnung und habe meine festen Routinen. So bin ich produktiv und habe viel Zeit, um Land und Leute intensiv kennenzulernen.

Hat der Ortswechsel denn nur Vorteile?
Kühn: Jeder Ortswechsel bedeutet, dass ich mich wieder auf eine neue Umgebung einstellen muss. Deshalb würde ich raten, sehr langsam unterwegs zu sein oder das “Abenteuer” mit einem vierwöchigen Testlauf auszuprobieren.

Welche Pläne und Ziele haben Sie sich gesteckt?
Kühn: In den letzten Jahren habe ich mir ein großes Netzwerk aufgebaut, kenne die meisten Bekanntschaften jedoch nur virtuell. Mein Ziel für die nächsten Jahre ist es, mehr Veranstaltungen vor Ort zu machen, etwa Meetups, Seminare, Workshops oder Workations. Die Möglichkeiten, die uns durch das Internet geboten werden sind großartig, ersetzen aber natürlich nie den echten “Handshake”. Mein Credo lautet also: online Kontakt herstellen, voneinander lernen und austauschen, dann offline die virtuellen Beziehungen vertiefen. Ich sehe mich hier als Vernetzer zwischen all den Selbstständigen, die als Einzelkämpfer in ihrem Home-Office sitzen und nach dem so wertvollen Austausch suchen.

Info:
„Das Handbuch für digitale Nomaden“ ist im redline-Verlag erschienen, 320 Seiten, Hardcover, 19,99 Euro. Wer sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzen möchte, dem sei die DNX-Konferenz empfohlen, die vom 6. bis 8. Mai in Berlin stattfindet, ein Event für digitale Nomaden und Online Unternehmer mit Workshops, Talks und Meetings. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es auch unter www.dnx-berlin.de.

  1. Autor

    Interview: Sonja Ettengruber
  2. Datum

    03.05.2016 08:23 Uhr
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