Bayern Unsinniger Donnerstag: "Maschkera" und "Chinesenfasching"

Faschingstreiben in Mittenwald Foto: dpa

Am unsinnigen Donnerstag gibt es viele Traditionen – zum Beispiel "Maschkera" und "Chinesenfasching".

Männer mit Furcht erregenden geschnitzten Holzmasken sind am Unsinnigen Donnerstag beim Umzug der Schellenrührer durch Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) gezogen. In kurzen Lederhosen stapften und sprangen die "Maschkera" lärmend mit Kuhglocken durch den verschneiten Ort. Nach altem Brauch läuten sie damit den Frühling ein und vertreiben die Dämonen der dunklen Jahreszeit. Die Gestalten sind in der Faschingszeit auch in anderen oberbayerischen Orten unterwegs. Ab Dreikönig bis zum Faschingdienstag holen sie ihre handgeschnitzten Larven hervor und pflegen den Brauch des "Maschkera"-Gehens. Die Masken dürfen nur im Fasching aufgesetzt werden. Wer dagegen verstößt, dem wächst sie gemäß dem Volksglauben fest ins Gesicht, wie die örtliche Tourismusgesellschaft Alpenwelt mitteilte.

Auch in der Oberpfalz gibt es Traditionen am unsinnigen Donnerstag: Die oberpfälzische Stadt Dietfurt hat zum 90. Mal hat ihren Chinesenfasching gefeiert. Tausende Menschen besuchten das Spektakel - "Kille Wau" lautet ihr Ruf. In Dietfurt gibt es statt eines Faschingsprinzen einen Kaiser: Fu-Gao-Di zog heuer das dritte Mal mit seinem Drachen durch die Stadt. Der Chinesenfasching beginnt traditionell bereits um 2.00 Uhr morgens. Da werden die Narren von den "Maschkaras" geweckt. Gefeiert wird bis in die Nacht hinein. Das Motto lautete: "90 Jahre Bayrisch China, alles feiert - ois is prima."

Der Chinesenfasching geht auf eine Sage zurück, wonach die Dietfurter im Mittelalter einen Steuereintreiber einfach vor der Stadtmauer stehen ließen. Dieser beschwerte sich, sie hätten sich "wie die Chinesen" hinter ihrer Mauer verschanzt.

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