Bandportrait Alte neue Zeit: Die Nachwuchsband "The New Age" bringt ihre erste EP heraus

Gemeinsam kreativ: Neue Songs entstehen bei „The New Age“ in Teamarbeit. Und dafür treffen sich die Bandmitglieder mindestens einmal in der Woche im eigenen Bandraum. Foto: Luis Wick
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Gemeinsam kreativ: Neue Songs entstehen bei „The New Age“ in Teamarbeit. Und dafür treffen sich die Bandmitglieder mindestens einmal in der Woche im eigenen Bandraum. (Foto: Luis Wick)

Zum ersten Konzert zu dritt kamen 150 Zuhörer, zum ersten Auftritt zu viert waren es drei. Dass man es als junge Band nicht leicht hat, merken „The New Age“ immer wieder – zuletzt bei der Aufnahme ihrer ersten eigenen EP. Doch das Geld lockt die vier am wenigsten. Denn wenn der Sound geil ist, ist der Rest egal.

Die Tür hängt leicht schief in den Angeln. Es quietscht, als sie nach innen aufschwingt. Links die Treppen hinauf geht der Weg an allerlei Gerümpel vorbei in den zweiten Stock. „Tut uns leid wegen der ganzen Unordnung hier“, sagt Nico. „Wir sind einfach noch nicht dazu gekommen, alles aufzuräumen.“ Zwei Türen später steht man im Bandraum von „The New Age“. Nico ist der Frontsänger und bildet mit Felix den Kern der Band. Der Raum der Gruppe befindet sich in der ehemaligen Schlossbrauerei in Tunzenberg nahe Mengkofen im Landkreis Dingolfing-Landau. Unter dem Boden im Proberaum war früher der Trichter, durch den das Malz rutschte. Seit einem guten Jahr proben die vier Mitglieder von „The New Age“ in der ehemaligen Brauerei. Eine neu eingezogene Holzwand trennt sie von der Nachbarband „Pottwal“.

„Als wir einzogen, sah es hier aus wie in einer Messi-Wohnung“, erinnert sich Nico. „Dafür ist es jetzt schon fast ein Paradies!“ Felix grinst. Auf wahrscheinlich kaum einen anderen Ort der Welt passt hier das Wort „Selbstverwirklichung“ so gut, wie hier. Fast alles, was im Bandraum steht, ist selbstgemacht und hinter fast jedem Stück steckt eine Geschichte.

Aus zwei mach vier

Nico und Felix spielten früher gemeinsam in einer Coverband. Doch zuerst Felix und dann Nico hatten irgendwann genug vom ewigen Nachspielen. Die beiden begannen, in der Garage von Felix eigene Musik zu machen. Felix brachte eines Tages Raffael mit zur Probe. Seitdem fehlt er kein einziges Mal. Zu dritt hatten sie schließlich auch ihren ersten Auftritt, in der Bar „Ptwo“ in Straubing. Sie informierten die Mitschüler, Freunde und so gut wie jeden, dem sie über den Weg liefen. 150 Zuhörer kamen.

Was ihnen aber noch fehlte, war ein Bassist, genauer gesagt: Matthias. Den fanden sie, als ihnen die Garage zu klein wurde und sie in die ehemalige Brauerei in Tunzenberg zogen. Den Namen hatte die Gruppe damals schon, „The New Age“. Es war ein lauer Sommerabend, als ein starkes Gewitter aufzog. „Es blitzte, donnerte und danach war der Himmel zweigeteilt: auf der einen Seite total schwarz, die andere knallorange. Es fühlte sich irgendwie an wie der Aufbruch in ein neues Zeitalter“, erinnert sich Nico. Geboren war „The New Age“.

Warum der Name perfekt zur Band passt, zeigt die Musik, die sie macht: Es ist Rock aus den 80ern und 90ern und geht in die Alternative Richtung. Alte Musik in einem neuen Zeitalter. Genauer ist eine Einordnung schwer möglich. Denn jedes Bandmitglied bringt seinen Einfluss in die Musik. Nico ist überwiegend in der Grunge-Richtung unterwegs, bei Felix ist es Rockabilly und Raffael und Matthias hören und feiern vor allem härteren Rock, der ein wenig in Richtung Metal geht.

Klarer als die Musik kann man aber die Texte der Band definieren. „In den 80ern und 90ern wurde vielen Leuten klar, dass nicht alles geil ist auf der Welt. Das wollen auch wir mit unseren Songs aufzeigen“, sagt Felix. Genauer gesagt: Keiner soll sich in eine Schiene hineinzwingen, jeder soll alles zuerst einmal hinterfragen. Gesungen wird das Ganze in Englisch. „Wir finden Deutsch schon schön, aber da ist alles so genau definiert“, erklärt Nico. „Uns reizt die Mehrdeutigkeit von englischen Wörtern“, fügt Felix an. „Dem Zuschauer bleibt so Spielraum, er kann unsere Songs selbst interpretieren.“

Erst der Sound, dann der Text

Die Lieder sind bei „The New Age“ Teamarbeit. „Wenn jemand eine Idee hat, spielt er einfach. Irgendwann haben wir einen Rhythmus und die anderen steigen mit ein“, beschreibt Nico. Die Musik ist den vieren am wichtigsten. Und sie gibt auch einen Einblick, wie es der Band oder den Mitgliedern gerade geht. „Ist es ein wenig melancholisch, läuft es bei einem von uns wahrscheinlich gerade nicht so gut“, sagt Felix. Erst wenn der Sound steht, kommt der Text hinzu.

Im vergangenen Herbst sahen die vier es an der Zeit, ihre Musik im Studio aufzunehmen und eine EP, ein Kurz-Album, herauszubringen (siehe Kasten). „Da sind wir zuerst aber gehörig auf die Schnauze gefallen“, erinnert sich Felix. „Ein Produzent hat uns über den Tisch gezogen. Er versprach Soundqualität, die es nicht gab und hat sich nicht mehr gemeldet. Wir haben 1 500 Euro in den Sand gesetzt.“

Ein Vorraum einer Straubinger Kneipe einige Wochen nach dem Vorfall. Felix und Nico spielen Gitarre. „Auf einmal spricht uns jemand an, ob wir denn ein Studio suchen“, erzählt Felix. Es war ein Kumpel von Thom, Inhaber des „BahamaMama-Tonstudios“ in Regensburg. Im Februar haben „The New Age“ ihre Songs dort schließlich live eingespielt. Live ist ihnen enorm wichtig, denn es ist die Belohnung, wie Nico schildert: „Wenn nur ein Mensch nach einem Konzert zu uns kommt und sagt: ‚War geil!‘, dann war es das schon wert.“

  1. Autor

    Florian Wende
  2. Datum

    14.04.2017 12:48 Uhr
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